Tauchen mit Deep & Breeze im ROBINSON Club (Malediven)

Kategorien: Reiseberichte, Asien, Malediven

Als wir 2012 das erste Mal auf den Malediven waren, hatten wir noch keinen Tauchschein. Unseren PADI Open Water Kurs haben wir erst ein Jahr später im Atmosphere Resort auf den Philippinen gemacht. Da uns aber die Unterwasserwelt der Malediven schon damals beim Schnorcheln sehr gut gefallen hat, war für uns klar, dass wir auf jeden Fall hier auch noch einmal tauchen möchten.

Das Wassersportcenter Deep & Breeze

Das ROBINSON Club Maldives hat ein eigenes Wassersportcenter namens Deep & Breeze, d.h. es gibt eine eigene Tauchschule vor Ort. Deep & Breeze gehört nicht zu ROBINSON selbst, sondern ist wie der Fotoshop oder das Spa ein Subunternehmer. Aber das bekommt der Gast vor Ort eigentlich gar nicht mit.

Das Deep & Breeze Wassersportcenter auf der ROBINSON-Insel ist sehr gut ausgestattet und bietet eine Vielzahl von Tauchaktivitäten und PADI-Tauchkursen an – egal ob man Anfänger ist oder Fortgeschrittener. An unserem zweiten Tag im Resort haben wir uns in der Tauchschule erst einmal nach den Tauchplätzen und Preisen erkundet. Etwas gewundert hat uns, dass es relativ wenige Taucher gab in dem Zeitraum, in dem wir auf der Insel waren. Von den knapp 200 Gästen hat gerade mal eine Hand voll getaucht – das fanden wir irgendwie relativ wenig. Aber umso besser für uns, denn große Tauchgruppen mögen wir nicht ganz so sehr – lieber klein und individuell.

Eines muss man sich bewusst sein, wenn man auf den Malediven tauchen möchte: Es ist nicht günstig. Die jeweiligen Tauchschulen auf den verschiedenen Resort-Inseln haben natürlich auch eine gewisse Monopol-Stellung, denn es gibt keine anderen Tauchschulen weit und breit. Es sei denn, man würde extra dafür auf eine andere Resort-Insel fahren. Aber wer macht das schon und wie will man da auch hinkommen? Wenn man keine eigene Ausrüstung mitbringt, muss man im Deep & Breeze mit etwa 100-120 US Dollar pro Tauchgang rechnen, je nachdem, ob man am Hausriff taucht oder einen Bootsausflug macht. Die Preise können locker mit Palau mithalten, wo wir im April 2017 waren. Aber dafür zählen die Malediven sicherlich auch zu den besten Tauchgebieten der Welt 🙂

Unser Tauchgang am Hausriff

Unseren ersten Tauchgang hatten wir dann direkt für den nächsten Tag vereinbart. Da wir das letzte Mal am Schiffswrack Zenobia in Zypern tauchen waren und das über sechs Monate her ist, muss man hier einen Check Dive machen, der am Hausriff durchgeführt wird. Das ist aber nicht so tragisch wie es klingt, die Tauchlehrer wollen bloß schauen, wie gut man taucht oder ob man seit dem letzten Tauchgang die Hälfte wieder verlernt hat 😉

Mit Tim, unserem deutschen Tauchlehrer, sind wir vom Tauchcenter mit der kompletten Ausrüstung zum Strand gelaufen und von da aus dann zur Riffkante geschwommen. Das ist schon irgendwie cool, wenn das Riff direkt vor der eigenen Haustür liegt. Rund 60 Minuten lang sind wir ins 29 Grad warme Wasser abgetaucht und haben uns das Treiben unter Wasser angeschaut. Die Tiefengrenze auf den Malediven liegt übrigens bei 30 Metern – das wussten wir vorher gar nicht. Die Tauchzeiten und -tiefen werden nach den Tauchgängen akribisch dokumentiert, weil diese von den Behörden kontrolliert werden können.

Tauchen nach einer Erkältung?

Da Michael leider vor den Malediven mit einer starken Erkältung gekämpft hat, konnten wir am Anfang unseres Tauchgangs nur bis auf etwa 5 Meter runter gehen, da er beim Druckausgleich Schmerzen im Ohr bekommen hat. Das hat sich zwar im Laufe des Tauchgangs etwas gebessert und wir konnten auch mal in einer Tiefe von 20 Metern tauchen, aber mit den Nachwirkungen einer Erkältung ist gerade beim Tauchen nicht zu spaßen. Zur Sicherheit sind wir nach dem Tauchgang zum Inselarzt des ROBINSON Clubs gegangen. Und tatsächlich: Michael hatte noch eine Blockierung der Nasennebenhöhle und konnte daher keinen richtigen Druckausgleich machen. Daher galt ab jetzt: Absolutes Tauchverbot für die nächsten drei Tage! Natürlich sehr ärgerlich, wenn man ohnehin nur 1 Woche auf den Malediven ist, aber leider auch nicht zu ändern. Sicher ist sicher, damit keine dauerhaften Ohrenschäden entstehen.

Unser Tauchgang am Außenriff des Gaafu-Alif-Atolls

Am vierten Tag war dann alles wieder prima und wir konnten noch zwei Tauchgänge mit Deep & Breeze vom Boot aus machen. Kein anderer Gast war dabei, also hatten wir eine Privattour für den normalen Preis – wie cool! Morgens um 9 Uhr ging es am Steg mit dem Tauchboot los. Ziel war ein Tauchplatz am Außenriff des Gaafu-Alif-Atolls, bis zu dem man ca. 50 Minuten Fahrtzeit benötigt hat. Als wir da waren, wurde schnell die Ausrüstung angezogen und schon ging es rein ins Wasser. Gestartet haben wir den Tauchgang am Außenriff, doch dann wurden wir von der Strömung in einen Kanal gezogen. Ab dann konnten wir uns nur noch treiben lassen und sind über eine abgestorbene Korallenlandschaft gedriftet. Stellt Euch vor, Ihr sitzt im Zug und an Euch zieht die Wald-und-Wiesen-Landschaft vorbei – so war das ungefähr. Hier gab es dann auch nicht wirklich viel zu sehen. Echt schade.

Der Tauchplatz Hafsa Thila Riff

Der zweite Tauchgang war dann deutlich besser. Hier haben wie einen Korallenberg (Hafsa Thila) im Wasser betaucht. Es gab hier viel Kleinkram zu sehen und unglaublich viele leuchtende Anemonen mit ihren Nemos. Wir konnten uns kaum satt sehen und hingen minutenlang vor einer Anemone, um die kleinen Clownfische zu beobachten. Zuckersüß. Zudem konnten wir noch zwei Schaukelfische (Leaf Fish) fotografieren, eine Nacktkiemer-Schnecke sowie eine Muräne. Und uns hat fast den halben Tauchgang ein neugieriger Fledermausfisch begleitet. Dies war übrigens immerhin schon unser insgeamt 121. Tauchgang innerhalb von 5 Jahren 🙂

Unser Tauchvideo vom Gaafu-Alif-Atoll

Was wir sonst noch alles während unserer 3 Tauchgänge gesehen haben, könnt Ihr Euch in unserem Tauchvideo ansehen. Abschließend können wir sagen, dass das Tauchen auf den Malediven zwar gut war, uns aber nicht vom Hocker gehauen hat. Da haben wir beim Schnorcheln am ROBINSON-Hausriff fast schönere und mehr Sachen gesehen. Aber Tauchen ist auch immer Glückssache! Mal gibt es Tauchgänge, bei denen man eben sehr viel sieht, und wir haben jetzt leider welche erwischt, die nicht so viel geboten haben. Einzig allein der Tauchgang am Hafsa Thila Riff war wirklich toll! Trotzdem hatten wir uns insgesamt eine prachtvollere Farbe der Unterwasserwelt auf den Malediven vorgestellt. An vielen Stellen war das Riff leider aktuell sehr grau und tot. Man kann nur hoffen, dass sich das Ökosystem in den nächsten Jahren wieder einigermaßen erholen kann.


iWeiterführende Links:
SILVER SANDS – Wassersportcenter Deep & Breeze

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