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Die Hauptstadt Fira auf Santorini (Griechenland)

Kategorien: Reiseberichte, Europa, Griechenland

Die Insel Santorini (oder auch Santorin) steht seit ein paar Jahren auf unserer Bucketlist. Wir haben uns demnach riesig darüber gefreut, als wir gesehen haben, dass die Insel auf dem Programm im Rahmen unserer 7-tägigen Kreuzfahrt mit Celestyal Cruises durch die Ägäis steht. Und das Beste: Die Celestyal Crystal bleibt hier – im Vergleich zu anderen Kreuzfahrtanbietern – ganze zwei Tage auf Reede liegen. Einfach Perfekt 🙂


Die Insel Santorini

Bei Instagram oder Facebook kommt man an den vielen schönen Bildern von Santorini gar nicht mehr vorbei. Kein Wunder, denn Santorini gilt als Top-Destination im Mittelmeer und der Welt und zieht jährlich 2 Millionen Touristen an.

Santorini ist eine 92,5 km² große Inselgruppe im Süden der Kykladen und besteht aus 5 Inseln. Die bekannte Hauptinsel Thira sowie Thirasia und Aspronisi bilden den Ring einer vom Wasser gefluteten Caldera, in deren Mitte die beiden Inseln Palea Kameni und Nea Kameni liegen. Die Inseln entstanden einst durch vulkanische Aktivitäten. Jede der 12 Eruptionen brachte den zentralen Teil des Vulkans zum Zusammenbruch, wodurch ein großer Krater entstand. Der letzte große Vulkanausbruch fand vor 3.600 Jahren statt und bedeckte die drei Inseln mit Asche, Bimsstein und Lava. Durch austretende Gase entstand ein riesiges Vakuum, das zum Einsturz des zentralen Teils und zur Entstehung eines riesigen Kessels – der heutigen Caldera – mit einer Größe von 8×4 km und einer Tiefe von bis zu 400 Metern unter dem Meeresspiegel führte. Die jüngste vulkanische Aktivität auf der Insel fand 1950 statt. Damals brach der Vulkan auf der Insel Nea Kameni aus, der sich heute mitten in der mit Wasser gefüllten Caldera befindet. Die unterschiedlichen Schichten der Vulkanausbrüche sind heute noch sehr gut zu erkennen, wenn man sich die Felswände der Hauptinsel anschaut.

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Blick auf die Caldera und die Kreuzfahrtschiffe vor Santorini

Der alte Hafen von Firá

Unser Schiff Celestyal Crystal ist morgens in die Caldera hineingefahren und hat am Fuße der Hauptstadt Firá den Anker gelegt. Mit Booten von der Insel wurden wir dann vom Schiff abgeholt und zur Talstation der Seilbahn gebracht, die sich am alten Hafen befindet. Es ist den Kreuzfahrtschiffen hier übrigens verboten, ihre eigenen Tenderboote zu benutzen. Der Grund ist relativ einfach: Das bringt einen zusätzlichen Verdienst für die Insel und schafft Arbeitsplätze.

Um vom Hafen nach oben in die Hauptstadt Firá zu kommen (bzw. natürlich auch wieder hinunter), hat man drei verschiedene Möglichkeiten:

– mit der Seilbahn (Santorini Cable Car)
– mit Eseln bzw. Maultieren (Donkey-Tour)
– oder zu Fuß über die Karavolades-Treppe

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Blick vom Tenderboot auf die Steilküste von Fira

Mit der Seilbahn vom alten Hafen nach Firá

Die wohl einfachste und schnellste Variante ist, mit dem Santorini Cable Car zu fahren. Eine einfache Fahrt kostet 6 Euro pro Person. Die Seilbahn österreichischen Fabrikats wurde 1979 eröffnet und kann bis zu 1.200 Personen pro Stunde befördern. Innerhalb von 3 Minuten gelangt man nach oben in die schöne Stadt Firá, die 220 Meter über dem Meeresspiegel liegt.

Das Eselreiten auf Santorini (Donkey-Tour)

Eine Touristenattraktion auf Santorini ist, per Esel bzw. Maultier vom alten Hafen hoch nach Firá zu reiten. Auch wenn das historisch bedingt früher sicherlich der einzigste Weg war, um vom alten Hafen die Waren entlang der steilen Klippen nach Firá zu transportieren, so würden wir heute jedem davon abraten, die Donkey Tour zu nutzen. Wir haben bestimmt 100 Esel und Maultiere an der Talstation und oben in Firá gesehen, die tagtäglich in der prallen Hitze stehen, dicht an dicht, ohne Essen und vor allem ohne Wasser. Viele Esel und Maultiere wirkten fast schon verstört und haben sich an die Felsen gedrückt, wahrscheinlich auf der Suche nach etwas Schatten. Manche der Tiere haben Maulkörbe, manche nicht.

Klar geben die Esel und Maultiere ein tolles Fotomotiv ab und sind bestimmt auch eine Tradition für die Einheimischen auf der Insel. Auch wird es einige Familien gaben, die davon leben. Aber als wir die Treppen durch die “Eselgasse” gelaufen sind war unser Eindruck, dass das eine absolute Tierquälerei ist. Leider haben wir auf unserem Weg sehr viele Touristen gesehen, die dieses „Transportmittel“ für den Weg genutzt haben.

Das nicht nur wir das so empfinden, zeigt eine Pressemitteilung des Tierschutzvereins Santorini mit einem leider tragischen Unfall:

Mainz, 10 Oktober 2015. Die Titelseite der BILD von heute beklagt den Tod einer deutschen Touristin, die auf Santorini von einem Esel tot getrampelt wurde. Was niemand weiß: Schuld an diesem tragischen Tod ist nicht der jetzt verklagte Besitzer des Esels, sondern die Inselregierung. Denn sie hat zugelassen, dass die Esel in tierquälerischer Art und Weise zum Touristentransport eingesetzt werden, was immer wieder zu kleinen Unfällen führte. Auf das Problem mit den Eseln in Thira weisen wir seit Jahren hin. Wie unsere Bilder zeigen, werden diese tagtäglich in glühender Hitze ohne Wasser den langen steilen Weg vom Hafen hoch zur Stadt Thira getrieben und in noch schnellerem Tempo wieder hinunter gehetzt, um die nächsten Touristen aufladen zu können. Die erschöpften, schwitzenden, von hinten angetriebenen Tiere haben dabei kaum eine Möglichkeit auf die dort zusätzlich laufenden Touristen zu achten. Sie rennen das Kopfsteinpflaster hinunter und drücken dabei zwangsläufig so manchen Fussgänger an die Wand. Abgesehen davon, dass dies eine absolute Tierquälerei ist, ist es für den Menschen lebensgefährlich. Es war nur eine Frage der Zeit, bis solch ein tragisches Unglück passiert. Susanne S. (67) war mit ihrem Mann auf dieser gefährlichen Strecke – im Gegensatz zum Bericht der Bildzeitung – zu Fuss unterwegs und ist dabei auf tragische Weise zu Tode gekommen, weil sie von einem Esel überrannt wurde. Dies hätte nicht passieren müssen. Aber die Inselregierung hat sich weder darum gekümmert, dass die geltenden Tierschutzvorschriften eingehalten werden, noch hat sie diese gefährliche Strecke für Fußgänger gesperrt.

Als wir die Treppen hinunter ins Tal gelaufen sind, kamen uns zwei Touristengruppen mit Eseln entgegen. Und es stimmt auf jeden Fall, dass es die Esel nicht wirklich interessiert, ob man da als Fußgänger entgegenkommt. Die Touristen können die Esel in dem Fall auch nicht lenken, die gehen strikt ihren Weg weiter. Hier sollte man also in der Tat etwas vorsichtig sein und auf jeden Fall rechtzeitig zur Seite gehen!

Die 588 Stufen der Karavolades-Treppe

Für uns stand von vornherein fest: wir laufen 🙂

Die serpentinenartige Karavolades-Treppe verbindet innerhalb von 588 breiten Stufen die Hauptstadt Firá mit dem alten Hafen. Auf dem Weg, der direkt neben der Seilbahn verläuft, gibt es einige Rastplätze, sodass man immer mal wieder anhalten und den atemberaubenden Ausblick auf das Ägäische Meer genießen kann. Wir empfehlen, die Stufen auf dem Weg nach unten zu benutzen – das ist deutlich entspannter, als in der prallen Sonne hinauf laufen zu müssen.

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Die Karavolades Treppen

Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt Firá

Oben in Firá angekommen bietet sich ein atemberaubender Blick in die Caldera von Santorini, auf die Kreuzfahrtschiffe und das weite Meer. Firá ist die malerische Hauptstadt von Santorini und liegt am westlichen Rand der halbkreisförmigen Hauptinsel Thira. In dem typisch kykladischen Dorf wohnen 1.600 permanente Einwohner, die in weißgetünchten Häusern mit bunten Fenstern und Türen leben. Als wir Firá besucht haben, waren die zentralen Plätze und Straßen von Touristen sehr überfüllt. Das war zwar nicht ganz so schön, hat uns aber nicht davon abgehalten, uns das kleine Städtchen in Ruhe anzuschauen.

Erster Anlaufpunkt in Firá war die Orthodoxe Metropolis-Kathedrale, die prominent am Rande der Caldera liegt. Sie wurde 1827 erbaut, aber leider später durch ein Erdbeben im Jahr 1956 schwer beschädigt. Bald darauf wurde die Kathedrale vollständig renoviert und präsentiert sich heute mit einem großen Glockenturm, Mosaiken und Fresken sowie einem ruhigen Innenhof.

Nach der Besichtigung der Kathedrale sind wir durch die Gassen geschlendert und haben uns einfach nur treiben lassen und das Städtchen auf uns wirken lassen. Immer wieder hat man am Rand einen wunderschönen Ausblick auf das Meer, aber auch auf Firá selbst. Ganz automatisch kommt man dann auch zu der römisch-katholischen Kirche Saint John the Baptist, die sich ebenfalls mitten im Stadtzentrum befindet. Die Kirche wurde 1823 erbaut und 1970, nach dem Erdbeben von 1956, komplett restauriert und wieder aufgebaut. Das Kirchengebäude und der Glockenturm sind in den Farben creme-orange sowie blau-grau angemalt.

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Panoramabild von Fira mit Blick auf die Caldera

Die blaue Kuppel der “Assumption of the Blessed Virgin Mary Catholic Church”

Eines der meist fotografiertesten Motive in ganz Firá ist aber definitiv die Assumption of the Blessed Virgin Mary Catholic Church, die auf den ersten Blick vom Weg aus wirklich sehr unscheinbar aussieht. Das eigentliche Highlight ist aber der Blick auf die blaue Kuppel von oben. Hierfür muss man auf einen kleinen Hügel oberhalb der Kirche steigen. Den Weg findet man ganz einfach, denn der Aussichtspunkt ist gut ausgeschildert. Der Aussichtspunkt war aber seltsamerweise nicht so voll, wie wir dachten: Es waren zwei Hochzeitspaare da, die ein Shooting gemacht haben und ein paar einzelne Touristen.

Scheinbar finden wenige Leute den Weg hier hoch. Dabei ist der Ausblick sooooo wahnsinnig schön. Wir haben eine halbe Stunde Fotos gemacht und konnten uns gar nicht satt sehen: Die weißen Häuser, die strahlend blaue Kuppel und das Meer im Hintergrund.

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The Assumption of the Blessed Virgin Mary Catholic Church

Eine Karte von Santorini

Hier haben wir mal alle Stationen eingezeichnet, die wir in unseren 2 Tagen auf Santorini besucht haben:

Unser 7-tägige Kreuzfahrt durch die Ägäis

Unsere 7-tägige Kreuzfahrt mit der Reederei Celestyal Cruises hat uns zu den klassischen, aber auch interessantesten Kykladen-Inseln der Ägäis gebracht. Folgende Beiträge haben wir zu den einzelnen Destinatinen geschrieben:

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Tag 1: 7 Tage Ägäis-Kreuzfahrt mit Celestyal Cruises (Griechenland)
Tag 2: Die Ruinen der antiken Stadt Delos (Griechenland)
Tag 2: Die märchenhaften Gassen & Windmühlen von Mykonos (Griechenland)
Tag 3: Die Insel Milos mit der Mondlandschaft Sarakiniko (Griechenland)
Tag 4: Die Hauptstadt Fira auf Santorini (Griechenland)
Tag 4: Die Ausgrabungsstätte Akrotiri auf Santorini (Griechenland)
Tag 5: Der wunderschöne Ort Oia auf Santorini (Griechenland)
Tag 6: Palast von Knossos & Archäologisches Museum auf Kreta (Griechenland)
Tag 6: Die Hafenstadt Heraklion & die Festung Koules auf Kreta (Griechenland)
Tag 7: Die Ruinen des Weltkulturerbes Ephesos (Türkei)

Blogger Kooperation

Anzeige: Dieser Beitrag enthält Werbung. Vielen Dank an Marketing Greece und Celestyal Cruises für die Einladung zur 7-tägigen Kreuzfahrt durch die Ägäis und zur Inselrundfahrt auf Santorini. Unsere Meinung bleibt davon unberührt und wir haben ausschließlich unsere eigenen Erfahrungen und Eindrücke geschildert.

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