Akrotiri Titelbild

Die Ausgrabungsstätte Akrotiri auf Santorini (Griechenland)

Kategorien: Reiseberichte, Europa, Griechenland

Neben den bekanntesten Orten Fira und Oia, hat die Insel Santorini noch vieles mehr zu bieten. So haben wir unter anderem die archäologische Ausgrabungsstätte Akrotiri, den Black Beach von Kamari und ein altes Weingut besucht.

Am Morgen wurden wir mit einem Transferboot an unserem Kreuzfahrtschiff Celestyal Crystal abgeholt und zum neuen Hafen von Thira (Port of Athinios) gebracht. Im Gegensatz zu dem alten Hafen von Thira, von dem die Seilbahn hochfährt, geht von dem neuen Hafen eine kurvige Straße nach oben auf den Rand der Caldera. Das heißt, vom neuen Hafen gehen die ganzen Bustouren für die Insel los und hier kommen auch die Fähren an, die Tagesausflüge von den anderen Inseln nach Santorini anbieten. Es haben bereits gefühlt 30 Busse auf die Touristen der Kreuzfahrtschiffe und Fähren gewartet. Unsere 8-köpfige-Reiseblogger-Gruppe hat einen eigenen Bus bekommen, was super praktisch war, denn so waren wir nicht abhängig von größeren Reisegruppen (wo ja gerne mal alles etwas länger dauert).

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Ausblick auf den neuen Hafen und die Caldera

Unser erstes Ziel war die archäologische Ausgrabungsstätte Akrotiri, die sich im Süden der Hauptinsel Thira befindet. Akrotiri ist eine prähistorische Stadt, die von der Asche des großen Vulkanausbruchs von 1627 v. Chr. bedeckt war. Im Jahr 1967 begann man systematisch mit den Ausgrabungen in Akrotiri, um eine alte Theorie zu beweisen. Und tatsächlich stieß man hier auf viele Fundstücke, die man sich in der heutigen Ausstellungshalle anschauen kann.

Über ein System aus Holzbrücken kann man durch die Halle laufen und sich die verschiedenen Ausgrabungen anschauen. Der Rundweg führt von Süden am größten Häuserkomplex entlang zum Hauptplatz der einstigen Stadt über die längste bisher freigelegte Straße bis hin zu zwei kleinen Plätzen. Beim Rundgang kann man beispielsweise sehen, dass die frühere Siedlung über eine sehr gut ausgebaute Infrastruktur und ein ausgeklügeltes Abwassersystem verfügte. Man konnte bei den Ausgrabungen ebenfalls importierte Produkte in den Gebäuden finden, was beweist, dass die Stadt sehr gut entwickelt war. Allerdings endete das Wachstum der Stadt schlagartig Ende des 17. Jahrhunderts v. Chr., als die Bewohner aufgrund starker Erdbeben ihr Hab und Gut packten und die Insel verließen. Kurze Zeit später brach der Vulkan aus und begrub die Stadt und deren Inhalt unter vulkanischem Material – so lange, bis nach über 3.500 Jahren die Ausgrabungen begonnen haben.

Bisher ist nur ein Bruchteil der einstigen wesentlich größeren Stadtfläche freigelegt. Die bisherigen Ausgrabungen lassen noch keinen Schluss darüber, wie groß die Stadt einst war und wie viele Einwohner in ihr lebten. Wissenschaftler schätzen, dass die Stadt eine Einwohnerzahl von 2.000 bis 9.000 hatte.

Die Ausgrabungsstätte Akrotiri wurde nach dem heutigen Dorf Akrotiri benannt, das nur etwa 700 Meter nordwestlich oberhalb der Ausgrabungsstätte auf einem Hügel liegt. Nach Besichtigung der Ausgrabungen haben wir uns auf den Weg in das kleine Örtchen gemacht. Das Bild des Dorfes wird von der Ruine einer Burganlage geprägt, die aus der Zeit der venezianischen Herrschaft (13. bis 16. Jahrhundert) stammt. Wir sind zu Fuß auf die Burg hochgelaufen und hatten von oben einen wunderbaren Ausblick auf Santorini, haben die Ausgrabungsstätte von Weitem erkannt und konnten die Dörfer am Rande der Caldera sehen. In dem Dorf gibt es sonst nicht viel zu sehen. Es gibt ein paar sehr schöne Pensionen, aber ansonsten ist es relativ ruhig hier.

Auf Santorini hat der Weinanbau eine lange Tradition. Auch wenn sich die Anbauflächen in den letzten Jahrhunderten deutlich reduziert haben, zählt der auf Santorini gekelterte Wein nach wie vor zu den Besten Griechenlands. Auf der Insel wird eine große Anzahl von qualitativ hochwertigen Weinen produziert, hauptsächlich trockene oder süße Weißweine.

Der Weinanbau ist auf Santorini übrigens etwas außergewöhnlich bzw. anders als in Deutschland. Die Weinreben wachsen auf einer Mixtur aus vulkanischem Gestein, Kalk und Bimsstein. Der Boden hat dadurch wenig organische Substanz, ist aber reich an essentiellen Mineralien, wodurch Weine mit einem natürlich niedrigen pH-Wert und hohem Säuregehalt entstehen. Und das ist wohl auch das, was den Wein auf Santorini so unverwechselbar macht. Während der regenlosen Sommerzeit holen sich die Rebstöcke ihren Wasserbedarf aus der Luftfeuchtigkeit, die morgens auf den Blättern und am Boden kondensiert. Die Weinstöcke sind meist so beschnitten, dass sie sich vielfach umeinander geschlungen unmittelbar über dem Boden ausbreiten. Damit kann man den im Inneren wachsenden Trauben Schutz vor rauen Winden geben. Man sieht, der Weinanbau auf Santorini verfügt über ein ausgeklügeltes System. Die Weinbauer haben es damit geschafft, dass die Weine aus Santorini ein Schutzsiegel für die höchste griechische Qualitätsstufe erhalten haben.

Damit wir uns auch selbst ein Bild von den Weinen machen können, stand für unsere Reisegruppe eine Weinverkostung in der Venetsanos Winery auf dem Programm. Das 1947 erbaute Weingut liegt direkt oberhalb des neuen Hafens am Rand der Caldera. Ein Mitarbeiter hat uns zunächst von der Geschichte des Weinguts sowie den Techniken der Weinherstellung berichtet und uns dann durch die Weinkellerei geführt. Danach gab es etwas für den Gaumen: Wir konnten drei verschiedene Weinsorten probieren und dazu ein paar Snacks genießen. Aber das allerbeste an der ganzen Sache war die Aussicht: Die Sonnenterrasse, auf der wir unsere Weinverkostung hatten, bietet einen atemberaubenden Ausblick auf die Caldera und die umliegenden Vulkaninseln. Einfach nur wow!

Auf Santorini gibt es eine Vielzahl von Stränden. Da die Insel vulkanischen Ursprungs ist, findet man hier – neben einem roten Strand – vorwiegend schwarze Strände. An einem davon haben wir auch einen kurzen Halt gemacht, um die Füße bei dem sonnigen Wetter einfach mal ins kühle Nass zu hängen. In dem südöstlich von Fira gelegenen Badeort Kamari gibt es einen Strand, der etwa 4,5 km lang und 200 m breit ist und vollständig mit schwarzen Kieselsteinen bedeckt ist. Die dazugehörige Strandpromenade bietet einen Mix aus Bars, Restaurants und Souvenir Shops.

In dieser Google Maps Karte haben wir alle Sehenswürdigkeiten von Santorini eingezeichnet, die wir in unseren 2 Tagen auf der Insel besucht haben:

Unsere 7-tägige Kreuzfahrt mit der Reederei Celestyal Cruises hat uns zu den klassischen, aber auch interessantesten Kykladen-Inseln der Ägäis gebracht. Folgende Beiträge haben wir zu den einzelnen Destinatinen geschrieben:

Celestyal Cruises Route, Kreuzfahrt, Ägäis, Griechenland, Türkei
Tag 1: 7 Tage Ägäis-Kreuzfahrt mit Celestyal Cruises (Griechenland)
Tag 2: Die Ruinen der antiken Stadt Delos (Griechenland)
Tag 2: Die märchenhaften Gassen & Windmühlen von Mykonos (Griechenland)
Tag 3: Die Insel Milos mit der Mondlandschaft Sarakiniko (Griechenland)
Tag 4: Die Hauptstadt Fira auf Santorini (Griechenland)
Tag 4: Die Ausgrabungsstätte Akrotiri auf Santorini (Griechenland)
Tag 5: Der wunderschöne Ort Oia auf Santorini (Griechenland)
Tag 6: Palast von Knossos & Archäologisches Museum auf Kreta (Griechenland)
Tag 6: Die Hafenstadt Heraklion & die Festung Koules auf Kreta (Griechenland)
Tag 7: Die Ruinen des Weltkulturerbes Ephesos (Türkei)

Blogger Kooperation

Anzeige: Dieser Beitrag enthält Werbung. Vielen Dank an Marketing Greece und Celestyal Cruises für die Einladung zur 7-tägigen Kreuzfahrt durch die Ägäis. Zur Inselrundfahrt und der Weinprobe auf Santorini wurden wir ebenfalls eingeladen. Unsere Meinung bleibt davon unberührt und wir haben ausschließlich unsere eigenen Erfahrungen und Eindrücke geschildert.

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