Zypern, Sehenswürdigkeiten, Nikosia

Sehenswürdigkeiten der geteilten Stadt Nikosia (Zypern)

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Für die Besichtigung der zypriotischen Hauptstadt Nikosia, die genau im Zentrum der Insel liegt, hatten wir uns einen ganzen Tag vorgenommen. Da unser Hotel auf der türkischen Seite Zyperns in Kyrenia lag, haben wir unser Auto im nördlichen Teil von Nikosia – ganz in der Nähe des Kyrenia Gates – geparkt. Genügend Parkplätze gibt es hier mitten in der Stadt und für einen ganzen Tag Parken zahlt man gerade einmal 5 Lira (was ungefähr 1,20 Euro sind). Von hier aus konnten wir dann prima unseren Stadtrundgang starten.


Die geteilte Stadt Nikosia

Nikosia ist in zwei Hälften geteilt: Der nördliche Teil von Nikosia (auch Lefkoşa genannt) gehört zur Türkischen Republik Nordzypern und der südliche Teil von Nikosia (auch Lefkosia genannt) zur Republik Zypern. Die Stadt wird durch eine „Grüne Linie“ geteilt, die von Friedenstruppen der Vereinten Nationen überwacht wird. Die Geschichte von Nikosia geht auf das 7. Jahrhundert v. Chr. zurück. In den Jahren 1567/1568 wurde eine knapp fünf Kilometer lange Venezianische Festungsmauer errichtet, die die Altstadt mit elf Bastionen sternförmig umschließt. Noch mehr zur Geschichte von Zypern haben wir in diesem Beitrag zusammengetragen.

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Karte von Nikosia von 1597

Besonders aus der Luft erkennt man noch heute gut den Verlauf der alten Stadtmauer in Nikosia.

Nikosia, Luftaufnahme

Luftaufnahme von Nikosia

Sehenswürdigkeiten im Norden von Nikosia

Das Aquädukt Arif Pasha

Das Aquädukt Arif Pasha aus dem 18. Jahrhundert liegt in der Nähe des Ercan Flughafens und lag auf unserer Strecke nach Nikosia, weshalb wir es noch besichtigt haben. Es wurde damals gebaut, um Wasser zu einer großen Farm zu transportieren, die in der Nähe war. Diese soll scheinbar Arif Pasha gehört haben, daher auch der Name des Aquäduktes.

Die Hala Sultan Camii Moschee

Die Hala Sultan Camii Moschee liegt direkt neben einer großen Bundesstraße vor den Toren Nikosias. Sie befand sich noch im Bau und konnte aus diesem Grund noch nicht besichtigt werden. Wir fanden aber, dass sie von außen sehr schön aussah, deshalb machten wir hier auch einen kurzen Fotostopp.

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Die Hala Sultan Camii Moschee

Das Kyrenia Gate

Das Stadttor ist eines von mehreren Toren der Stadtmauer, die Nikosia umgibt. Das Kyrenia Gate liegt heute auf einer kleinen Verkehrsinsel und ist das Zuhause der Touristeninformation. Leider war die Info geschlossen, als wir hier um die Mittagszeit da waren.

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Das Kyrenia Gate

The British Colonial Law Courts

Geht man vom Kyrenia Gate aus weiter in die Altstadt kommt man automatisch an dem historischen Gebäude des Gerichtshofes vorbei, das im Kolonialstil gebaut worden ist. Direkt gegenüber liegt ein Platz mit einem Obelisk, der zum Verweilen einlädt.

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The British Colonial Law Courts

Die Karawanserei Büyük Han

Nächster Anlaufpunkt war die alte Karawanserei Büyük Han, die 1572 erbaut wurde und früher den Reisenden (Karawanen) einen Schlafplatz und eine Lebensmittelversorgungsstelle bot. Heute steht in dem quadratischen Innenhof, der von Arkaden umsäumt ist, eine kleine Kuppelmoschee. Rundherum sind Restaurants und kleine lokale Läden zu finden. Die Atmosphäre, die im Büyük Han herrschte, hat uns super gefallen.

Die Selimiye-Moschee

Etwa 100 Meter nördlich der Grenzlinie befindet sich die schon von weitem sichtbare Selimiye-Moschee, die im 13. Jahrhundert als gotische Sophien-Kathedrale erbaut wurde. 1571 wurde sie von den Osmanen durch Anfügen zweier Minarette in eine Moschee umgewandelt. Auch hier ist der Innenraum eher nüchtern und unspektakulär, da – ganz nach islamischen Vorgaben – sämtlicher bildlicher Schmuck entfernt wurde.

Die Markthalle Bandabuliya

Ein paar Meter zu Fuß von der Selimiye-Moschee entfernt befindet sich eine Markthalle (Bandabuliya), in der es allerlei Fleisch, Gemüse, Obst und Souvenirs zu kaufen gibt. Wir haben definitiv schon schönere Markthallen gesehen, aber wenn man ohnehin hier ist lohnt sich ein kleiner Spaziergang durch die Halle.

Der Grenzübergang Ledrastraße in Nikosia

Nachdem wir unsere Sightseeing-Tour im Norden abgeschlossen hatten, wollten wir den Grenzübergang an der Ledrastraße (der nur für Fußgänger geöffnet ist) nutzen. Wie auch an allen anderen Grenzübergängen im Land, muss man am ersten Grenzposten erst einmal aus der Türkischen Republik Nordzypern ausreisen, bevor man ein paar Meter weiter in die EU (Republik Zypern) einreisen kann. Dazwischen befindet sich Niemandsland – ein breiter Abschnitt, der von Stacheldraht und Mauern gezeichnet ist. Kleiner Tipp: An den Grenzposten befinden sich kleine Info-Häuschen der Tourismusverbände, bei denen man beispielsweise Stadtpläne und weitere Informationen über den jeweiligen Teil der Insel erhält.

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Der Grenzübergang Ledrastraße

Sehenswürdigkeiten im Süden von Nikosia

Die Fußgängerzone Ledrastraße

Die Ledra Street im südlichen Teil ist eine schöne Fußgängerzone, die mit gelben und weißen Sonnensegeln überdacht ist. Bei der Hitze, die hier in den Altstadtgassen herrscht, definitiv eine gute Sache. Hier auf der Straße befinden sich auch die großen und modernen, westlichen Geschäfte, wie H&M, Starbucks, McDonald’s etc. In den Nebenstraßen findet man aber auch traditionellere Läden, die lokale Produkte verkaufen und viele schöne Kirchen. Am Ende der Ledrastraße befindet sich auf dem Platz der Freiheit das Rathaus der Stadt.

Die Festungsmauer, das Freiheitsdenkmal & Famagusta Gate

Vom Rathaus aus kann man gut die Venezianische Festungsmauer, die im 16. Jahrhundert errichtet wurde, erkunden. Auf gut fünf Kilometern Länge umschließt sie die Altstadt mit elf herzförmigen Bastionen. Auf einer der Bastionen befindet sich das Freiheitsdenkmal, das an die Befreiung von der Britischen Kolonialmacht erinnern soll. Das frühere Haupttor zur Innenstadt war das Famagusta-Tor, das ebenfalls ein Teil der Stadtmauer ist. Heute finden darin verschiedene kulturelle Veranstaltungen statt.

St. John’s Kathedrale und der Erzbischöfliche Palast

Weitere Sehenswürdigkeiten innerhalb der Stadtmauern sind die einschiffige St. John’s Kathedrale (Agios Ioannis) sowie der direkt danebengelegene Erzbischöfliche Palast, der als Hauptsitz der orthodoxen Kirche Zyperns gilt. Hier lebte u.a. der erste Erzbischof und zeitgleich erste Präsident Zyperns, Makarios III., dessen Grab wir bereits im Troodos-Gebirge gesehen hatten. Vor dem Palast erinnert noch eine 7 Meter hohe Ehrenstatue an ihn. Des Weiteren gibt es auf dem Areal ein Ikonenmuseum, ein Volkskundemuseum, das Museum des Nationalen Kampfes sowie ein Kulturzentrum mit Bibliothek.

Aussicht vom Shacolas Tower

Zum Abschluss unseres Stadtrundgangs im südlichen Teil der Stadt haben wir uns noch einen Rundumblick über die Stadt gegönnt. Auf dem höchsten Gebäude der Innenstadt, dem Shacolas Tower, kann man für 2,50 Euro Eintritt von der Aussichtsplattform die Stadt überblicken. Die Möglichkeit hinauszugehen gibt es hier zwar nicht, dafür gibt es viele weitere Informationen zur Teilung Zyperns im Rahmen eines kurzen Videos.

Insgesamt hat uns vor allem die Altstadt mit ihren vielen bunten Gassen und den kleinen Geschäften sehr gut gefallen. Allerdings waren es an diesem Tag auch an die 40 Grad heiß – und bei einer solchen Hitze macht eine Stadterkundung nur bedingt Spaß und ist wahnsinnig anstrengend. Trotzdem haben wir einen guten Überblick über die Stadt gewonnen 🙂

Sehenswürdigkeiten der geteilten Stadt Nikosia (Zypern) zuletzt geändert: August 13th, 2017 von One Million Places

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