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Günstige Flüge buchen: das Rätsel von Flugpreisen

Kategorien: Reiseberichte

Wir sind die letzten Jahre wirklich viel geflogen. Durch unsere Weltreise und unsere normalen Urlaube kommen so in den letzten 5 Jahren mit Sicherheit mehr als 100 Flüge zusammen. Da der Flugpreis natürlich oftmals einen Großteil der Kosten für den Urlaub ausmacht, recherchieren wir hier immer sehr lange und genau, um den günstigsten und für uns besten Flug zu bekommen. Dabei fällt uns jedesmal auf, wie unterschiedlich und kompliziert die Preise bei Flugbuchungen sind.

Kennt Ihr das? Ihr sitzt im Flugzeug, das Boarding ist abgeschlossen, die Türen werden geschlossen und Ihr freut Euch schon auf das neue Urlaubsziel. Habt Ihr Euch in dem Moment schon mal gefragt, was andere Passagiere wohl für ihren Flug gezahlt haben? Alle im Flugzeug haben das gleiche Ziel, bekommen (natürlich abhängig von der gebuchten Klasse) das gleiche Essen und denselben Service. Aber bestimmt hat jeder einen völlig anderen Preis dafür gezahlt. Warum ist das so?

In diesem Beitrag wollen wir genau dieses Thema aufgreifen, da es uns schon lange beschäftigt und wir es manchmal auch nicht so wirklich verstehen:

Das Rätsel der völlig unterschiedlichen Flugpreise

Flugzeug, Start

Welche Faktoren beeinflussen den Flugpreis?

Der Ticketpreis für einen Flug setzt sich generell aus folgenden drei Komponenten zusammen:

  • Der reine Preis für den FlugBasistarif, Base Fare
  • Steuern & GebührenFlughafengebühren, Zuschläge sowie Steuern
  • ServicepauschaleKosten für das Ausstellen und den Vertrieb des Flugtickets

Bei manchen Fluggesellschaften kommen zudem noch Kosten für die Sitzplatzreservierung, Gepäckgebühren, Kredikartengebühren oder ein Aufpreis für die Verpflegung an Bord hinzu. Welche Faktoren machen aber jetzt bei der Buchung den finalen Flugpreis aus? Unsere Erfahrung ist, dass folgende Variablen für den Preis eine entscheidende Rolle spielen:

  • AnreisetagStarten wir unsere Reise schon am Freitagabend oder doch erst am Samstag?
  • AbreisetagAn welchem Wochentag fliegen wir zurück?
  • ZeitraumWie lange bleiben wir?
  • TageszeitZu welcher Uhrzeit startet der Flug?
  • Direkt/Indirekt/GabelflugNehmen wir besser eine direkte Verbindung oder eine mit Zwischenstopp?
  • FlughafenWas ist der beste Flughafen für meine Verbindung?
  • AirlineWelche Fluggesellschaft hat die beste und günstigste Verbindung?
  • WebseiteBuche ich über die Airline direkt oder über eine Reiseseite?
  • VielfliegerprogrammeBringen mir meine gesammelten Meilen etwas?

Auch weitere Variablen können den Flugpreis bestimmen, wie etwa:

  • Tage bis zum AbflugBuchen wir unseren Flug bereits 6 Monate vorher oder doch erst kurz davor?
  • Wochentag der BuchungAn welchem Tag buchen wir unseren Flug?
  • Uhrzeit der BuchungZu welcher Uhrzeit buchen wir unseren Flug?
  • EndgerätMacht es einen Unterschied, ob ich den Flug über meinen PC oder über das Smartphone buche?
  • Browser-Cache und CookiesSollte man alle Cookies vor der Buchung lieber löschen?

Wie Ihr seht, gibt es wirklich viele Faktoren, die aus unserer Erfahrung Einfluss auf den Flugpreis haben.

Viele dieser Faktoren erklären sich hierbei sicherlich von selbst und sind geprägt durch Angebot und Nachfrage. Natürlich sind Flüge in Ferienzeiten oder an Feiertagen oftmals teurer, als zu den anderen Zeiten. Wir haben auch in einem Artikel gelesen, dass beispielsweise ein Experte bei der Lufthansa die Auslosungen der Champions League Spiele verfolgt und über das Preissystem sofort kalkuliert, welche Strecken demnach stark nachgefragt sein werden. Dementsprechend werden dann die günstigen Buchungsklassen direkt aus dem System genommen, so dass die Preise für diese Verbindungen steigen.

Auch kann man nachlesen, dass Samstag laut einer Statistik Urlaubsflüge meist am teuersten sind, Dienstag wohl am günstigsten. Auch wäre es vorteilhafter, einen Abflug in der Zeit zwischen 18-24 Uhr zu nehmen. Oft liest man davon, dass Flugpreise, die über Apple Geräte angefragt werden, teurer sind. Wie genau diese Aussagen stimmen, können wir nicht sagen, daher bleibt wohl nur es selber mal auszuprobieren.

Interessante Links und Tests zu Preisen bei Flugbuchungen haben wir am Ende des Artikels hinterlegt.

Wo bucht man den günstigsten Flug?

Den günstigsten Flugpreis mit all diesen vielen verschiedenen Faktoren zu bekommen, erfordert natürlich immer einen großen Rechercheaufwand. Aber wir sind immer wieder erstaunt, welche Preisunterschiede entstehen können, wenn man den Flug nur 1 Tag später und zu einer anderen Zeit nimmt. Einen Teil dieser Recherche können Euch natürlich Reise-Webseiten wie Expedia, Opodo, Fluege.de, Skyscanner, Swoodoo oder Momondo abnehmen.

Am Beispiel von Momondo kann man z.B. immer recht gut sehen, an welchen Tagen der Flug am günstigsten ist. Für einen Flug von Frankfurt nach Lissabon im Februar wäre also ein Rückflug einen Tag eher um einiges günstiger:

momondo, flugpreise

Zum anderen schauen wir natürlich immer auf günstige Angebote bei Seiten wie Urlaubspiraten, Travel Cheaper oder Urlaubsguru. Und natürlich lohnt sich auch immer mal ein Vergleich auf den Webseiten der Fluggesellschaften. Nur ins Reisebüro gehen wir aus Zeitgründen nicht mehr, obwohl man auch hier sicherlich das ein oder andere Schnäppchen machen kann! Wenn man all diese Optionen für einen Flug ausprobiert, kann man relativ sicher sein, den wirklich günstigsten Flug zu bekommen.

Die Nutzung von Vielfliegerprogrammen

Was Ihr auch unbedingt nutzen solltet, sind die Vielfliegerprogramme der einzelnen Fluggesellschaften. Egal ob Miles & More, AAdvantage, SkyMiles, Skywards, Etihad Guest, Skypass, LANPASS oder Flying Blue – durch das Sammlen von Meilen konnten wir uns jetzt schon mehrere kostenlose Flüge sichern oder ein Upgrade in die Business Klasse vornehmen. Alle Vielfliegerprogramme sind anders und haben andere Konditionen. Bei manchen Programmen verfallen die Meilen nach einer gewissen ungenutzten Zeit, bei anderen wie z.B. Skymiles verfallen die Meilen nie.

Die meisten kostenlosen Flüge haben wir bisher über Miles & More gesammelt. Hier gibt es eine extra Seite Meilenschnäppchen, wo man günstige Flüge mit seinen Meilen bezahlen kann. So bekommt man Flüge in Europa teilweise schon für 10.000 Meilen, die wirklich schnell gesammelt sind. Zu beachten ist, dass sich das Meilenschnäppchen nur auf den Flugpreis bezieht. Steuern & Gebühren kommen immer noch hinzu, die man aber auch mit seinen Meilen zahlen kann. So hatten wir meist kostenlose Flüge (z.B. nach Rom oder Stockholm) für insgesamt 18.000 Meilen pro Person. Man muss dazu sagen, dass wir von Miles & More auch die Kreditkarte haben und hierüber all unsere Urlaube und großen Einkäufe tätigen. Je nach Karte bekommt man so für jeden Euro Umsatz 1 Meile gutgeschrieben. Auch das ist ein einfacher Weg, um extra Meilen zu sammeln.

Aber nicht nur Flüge könnt Ihr über die Vielfliegerprogramme kostenlos bekommen. Bei Hawaiian Airlines haben wir nur durch die kostenlose Anmeldung am Vielfliegerprogramm 50% bei den Gepäckgebühren gespart. Eine Anmeldung lohnt sich daher also auf alle Fälle.


Vielfliegerprogramme, Logos

Warum sind einfache Flüge teurer als Hin- und Rückflug?

Dies ist eine der spannensten Fragen, die wir uns immer wieder stellen und die wir nicht nachvollziehen können. Ein gutes Beispiel war unser letzter Flug nach Hawaii. Dieser hat (wie hier beschrieben) nur 509,- € pro Person gekostet. Für einen Flug um die halbe Welt mit renommierten Airlines (Lufthansa, Air Canada) ein echtes Schnäppchen!

Einzige Bedingung: Der Flug beginnt und endet in Amsterdam. Das Interessante daran ist, dass der Flug zwar ab Amsterdam startet, dann aber erst nach Frankfurt geht und dann weiter nach Vancouver und Honolulu. Unsere Flugverbindung sah also wie folgt aus:

Amsterdam – Frankfurt
Frankfurt – Vancouver
Vancouver – Honolulu
Kahului – Calgary
Calgary – Frankfurt
Frankfurt – Amsterdam
→ Kosten: 509,55 €

Wir kommen aus der Nähe von Frankfurt – also wäre es doch ideal, wenn wir den Flug nach Hawaii erst ab Frankfurt starten würden und auch den Flug am Ende nach Amsterdam einfach weglassen. Von der Logik her sind das 2 Flüge weniger, die die Airline dann ja auch anderweitig verkaufen könnte. Wenn wir jetzt aber im Buchungssystem versucht haben, die gleiche Strecke erst ab Frankfurt zu fliegen, ist der Preis für das Flugticket gleich um 200% gestiegen. Um 200%! Also man bucht 2 Flüge weniger, muss aber mehr zahlen. Klingt für uns irgendwie logisch … NICHT!

Auf dieses Phänomen sind wir besonders oft bei der Planung unserer Weltreise gestoßen, bei der wir ja 57 Flüge rund um die Welt gemacht haben. Das Problem hier war meistens, dass wir ja immer in eine Richtung – und nicht wieder zurück – wollten. Also klassische One-Way-Flüge. Diese sind aber wahrscheinlich das teuerste, was man buchen kann. Bei mehreren Flugbuchungen war es wirklich günstiger, einen Hin- und Rückflug zu buchen und den Rückflug dann verfallen zu lassen, als nur einen einfachen Hinflug zu buchen…

Ganz ehrlich, wer versteht das?

Hier mal ein paar Beispiele für günstigere Hin- und Rückflüge im Gegensatz zum dem gleichen Flug, wenn man ihn One-Way bucht:

Mit reiner Logik ist wahrscheinlich nicht zu erklären, das kombinierte Hin- und Rückflüge günstiger sind als nur ein einzelner Hinflug. Nur bei den „Billigfliegern“ in Asien wie Tiger Airways, Air Asia oder Jetstar haben wir das nicht beobachtet. Hier kostete ein einfacher Flug z.B. 150,- € und für einen Hin- und Rückflug zahlt man dann z.B. 239,- €. Das ist zumindest ein Preis, den wir nachvollziehen und verstehen können. Ist das also nur ein Phänomen der großen Fluggesellschaften?

Multistopp- oder Gabelflüge

Die gleiche Logik findet man auch oft bei Gabelflügen. Man will von A nach B und hat einen teuren Preis. Fügt man dann aber noch sinnlos die Flüge C und/oder D hinzu, bekommt man auf einmal ein viel günstigeres Angebot, obwohl man diese Flüge gar nicht benötigt. Da fragt man sich doch: Sind die Buchungssysteme einfach zu dumm?

Error Fares

Was wir bis jetzt noch nie gemacht haben, ist einen Error Fare zu buchen. Diese werden ja auch auf den bekannten Webseiten immer mal wieder promotet und kommen zustande, da die Buchungssysteme mal einen technischen Fehler haben oder einfach ein Verantwortlicher „gepennt“ hat. Hier muss man einfach schnell mit dem buchen sein und hoffen, dass die Fluggesellschaft den Flug bestätigt, bevor ihr auffällt, dass da ein Preisfehler vorliegt. Ein weiterer Tipp ist wohl, den Flug direkt mit Kreditkarte zu zahlen, da hier die Tickets meist schneller ausgestellt werden. Bekommt Ihr die e-Tickets dann direkt zugeschickt, habt ihr Glück gehabt. Aber ihr solltet auch immer darauf vorbereitet sein, das ihr keine e-Tickets zugesendet bekommt, da der Anbieter oder die Fluggesellschaft den Fehler bemerkt hat und die Bestellung wieder storniert. Error Fares sind also immer auch ein bisschen Glückssache. Am besten man wartet also mit der Buchung von Hotels und Aktivitäten, bevor man nicht schwarz auf weiß die Bestätigung des Fluges hat.

Was muss man beachten, wenn man nicht alle Flüge braucht?

Wenn Ihr eine Flugkombination gebucht habt, bei der Ihr nicht alle Flüge benötigt, dann sollte das kein Problem sein. Wichtig ist vor allem: Ihr könnt nur die letzten Flüge verfallen lassen! Der erste Flug muss immer angetreten werden, sonst wird das ganze Ticket auf „No Show“ gesetzt.

Weiterhin solltet Ihr gerade bei Umsteige-, Gabel- oder Multistopp-Flügen die Flugzeit beachten. Wenn Ihr einen Preis von Frankfurt nach Lissabon für 100,- € gefunden habt, dafür aber der Flug mit 2x umsteigen insgesamt 26 Stunden dauert, entpuppt sich das vermeintliche Schnäppchen als absoluter Zeitfresser.

Flugzeug, Sonne

Was erklärt die verschiedenen Flugpreise?

Wir haben zu dem Thema Flugpreise natürlich in Vorbereitung für diesen Artikel viel recherchiert. Das Thema ist ja auch nicht neu und es gibt schon einige Artikel und Diskussionen darüber. So eine wirkliche Antwort auf die Frage “Warum ist ein Hinflug teurer als ein Hin- und Rückflug?” haben wir allerdings nicht gefunden! Hier mal ein paar Auszüge:

„Ich habe jahrelang für eine große australische Fluggesellschaft gearbeitet und kenne mich von daher einigermaßen mit der Materie aus. Dass ein einzelner Flug teurer ist, liegt an der Buchungsklasse. Dafür kann das Ticket aber auch kostenfrei storniert und beliebig oft umgebucht werden. Die günstigeren Tickets können nicht immer umgebucht werden oder gar storniert werden.“ [mellika]

„Ich denke denen gehts um die Auslastung… wenn du Hin- und Rückflug buchst, sind die Fixkosten für den Rückflug schon mal gedeckt. Und die wissen, dass du nicht zur Konkurrenz gehst… sonst müssen sie vielleicht mit ner halb besetzten Maschine nach Hause fliegen. Wenn du hingegen nur einen Hinflug buchst und zurückfährst mit dem Schiff oder sonst wie, dann müssen sie mehr verlangen, da sie den Rückflug nicht auslasten können.“ [noobyfish]

„One-Way oder eben Gabelflüge werden zum Grossteil von Geschäftsreisenden gebucht. Die Preissensibilität ist gering, weil man ja schliesslich da hin muss. Daher kann die Fluglinie höhere Preise veranschlagen.“ [swissace]

„Ist eine europäische Spezialität. In vielen anderen Teilen der Welt ist das anders.“ [capetonian}

„Es geht einzig und allein um eine differenzierte Preispolitik und um Abzocke der Geschäftsleute, die darauf angewiesen sind, am gleichen Tag zurückzufliegen. Deshalb auch der geringe Unterschied bei Rückflügen am gleichen Tag zwischen der C- und der Y-Klasse.“ [Danny C172]

Dies sind sicherlich interessante Punkte, aber wirklich Logisch klingt das für uns alles nicht. Bei einer Hotelbuchung ist es doch auch nicht so, dass eine Nacht teurer ist als 1 Woche. Es bleibt einfach die Frage stehen: Wo liegt letztendlich der Vorteil für die Airline, den Passagier für weniger Geld zweimal befördern zu müssen?

Interessante Links zum Thema Flugpreise


Wie sind Eure Erfahrungen?

Was meint Ihr zu dem Thema?
Habt Ihr auch schon einmal ein solches „Preisabenteuer“ bei einer Flugbuchung erlebt?
Habt Ihr eine Erklärung, warum ein einfacher Hinflug meist wesentlich teurer ist als ein kombinierter Hin- und Rückflug?

Wir würden uns sehr über Euer Feedback hier in den Kommentaren freuen 🙂






  1. Hallo ihr beiden,

    ein sehr guter und übersichtlicher Beitrag zu diesem Thema. Ich beschäftige mich auch beruflich schon seit Jahren damit (erst als Travel Agent, danach Tourismusstudium, Reise-IT und nun in einer großen Airline-Group).

    Was meine ich zu dem Thema?
    Letztlich versuchen die großen Airlines ihren Ertrag pro Flug/Sitz zu maximieren. Das machen sie per Yield Management, also der dynamischen Preisanpassung abhängig der tatsächlichen und prognostizierten Auslastung sowie dem zeitlichen Abstand zum Abflug. So oder so ähnlich ist wohl die Definition aus der Airline-Management-Bibel. 🙂

    Warum ist ein Oneway teurer als ein Hin- und Rückflug?
    Den meisten Erklärungen der anderen User kann ich folgen und würde ich zustimmen. Vielleicht noch ein Vorschlag meinerseits zur Ergänzung.

    Der Sitzplatz ist ein verderbliches Gut, das wertlos wird, sobald die Maschine abhebt. Bei nahezu gleichen Fixkosten. Also verkauft die Airline bis zu 30% mehr Sitze als eigentlich existieren. Durch die uns aufgezwungenen Returntickets verschafft sie sich Planungssicherheit , Fixkostendeckung und erzeugt zusätzlich eine künstliche Knappheit. Durch die doppeltverkauften Sitze und die Preiserhöhung durch die angebliche Knappheit schöpft sie dann den Ertrag ab. Dieses Spielt funktioniert tagtäglich, weil die ja wissen, dass einige den (Rück-)Flug nicht antreten. Ich habe schon Flüge gesehen, die mit über 60 Sitzen überbucht waren und jeder No-Shower erhöht den Ertrag…

    Die Billigfluggesellschaften dieser Welt sind im Großen und Ganzen von diesem Yield Management Ansatz und der Return Fare Base auszunehmen. Das habt ihr ja schon richtig bemerkt.

    Viele Grüße,
    Markus

    P.S. Gerade diese Woche ist mir die Preisexplosion bei einer One-Way Anfrage nach Panama wieder begegnet.

    1. Author

      Hallo Markus,

      danke für Dein ausführliches Feedback und vor allem auch für Deine Einschätzung.

      Der Hinweis mit der absichtlichen Überbuchung, um die No-Shower Sitze “aufzufüllen”, ist in der Tat nachvollziehbar und vielleicht eine logische Erklärung. Wissen die Airlines pro Flug oder pro Strecke aus Erfahrung, wieviel zu erwartende No-Shower es geben wird? Das wäre ja mal sehr interessant, ob es da Unterschiede auf Langstreckenflügen oder auf der Kurzstrecke gibt?

      So bleibt aber ja immer ein Restrisiko für die Airline, wenn es keine No-Shower gibt und die Maschine dann damit überbucht ist. Die damit verbundenen Mehrkosten macht doch dann jeglichen möglichen Ertrag wieder weg. Von Emirates wurde uns z.B. mal ein kostenloser Flug (egal wohin) angeboten, wenn wir eine spätere Maschine nehmen, da der Flug von Bali nach Dubai überbucht war. Bei Lufthansa waren es glaub ich 200 oder 300 Euro Entschädigung, wenn wir uns für einen späteren Flug nach Rom entscheiden.

      So oder so, die Airline-Management-Bibel müsste man haben 😉

      Viele Grüße
      Michael & Sandra

      1. Hallo Michael und Sandra,

        ja, die Airlines schätzen das aus Erfahrungen erstaunlich gut ein. Zur Auslastung werden schon Wochen und Monate vorher Prognosen erstellt und täglich abgeglichen.

        Und ja, es gibt teilweise erhebliche Unterschiede der Überbuchungsraten zwischen Langstrecke und Kurzstrecke. Das liegt schon daran, dass Langstrecken eine viel geringere Frequenz haben als die Kurzstrecken. Bei täglich über zehn Verbindungen nach London, Amsterdam, Barcelona, etc. verteilen sich die preissensiblen Kunden (wie wir) auf den ganzen Tag während es nach Rio de Janeiro, Hongkong, San Francisco… oft nur eine Maschine pro Airline am Tag gibt.

        Das Restrisiko der Airline bleibt, ist aber m. E. überschaubar. Warum? Weil wir Privatreisende und Weltenbummler nicht die Kunden sind, mit denen die Airlines tatsächlich ihr Geld verdienen. Wir buchen lange im Voraus, sind zeitlich eher flexibel und v.a. preissensibel. Im völligen Gegensatz zu den Millionen Geschäftsreisenden (siehe Zitat von Danny C172).

        Bleiben wir beim Beispiel Rio de Janeiro. Für die Economy gibt es auf dieser Strecke einen Returntarif in der günstigsten Tariffamilie für zusammen 870 EUR (Erstattung ausgeschlossen!). Diese Tariffamilien zeichnen sich durch Mindestaufenthalte, Vorausbuchungsfristen und begrenzte Verfügbarkeit aus.

        Die höchsten Preise der teuersten und flexiblen Tariffamilie bewegen sich zwischen 2,500 und 3,500 EUR. Für den gleichen Sitz in der Economy! Während also “unsere” Tarife meist 3-4 Wochen vor Abflug nicht mehr verfügbar sind, zahlt das Unternehmen des Geschäftsreisenden gut und gerne das Doppelte für den gleichen Flug. Da ist dann auch mal eine Kompensation von 300 Euro oder eine Hotelübernachtung für den Backpacker drin, falls wirklich alle gebuchten Passagiere kommen.

        Auch auf Kurzstrecken bewegen sich die Ticketpreise zwischen 100 EUR und 800 – 1000 EUR für die Economy. Versuch doch mal kurzfristig freitags London hin und zurück zu buchen oder Frankfurt – Hamburg sonntags hin und freitags zurück. 😉

        Davon abgesehen gibt es die gesetzliche Entschädigung (EU-Fluggastverordnung) auch nur für Airlines der EU, bzw. für Flüge die in der EU beginnen oder enden. Die Emirates hat auch damals einen Anreiz gegeben den Flug nicht anzutreten, um besser zahlende Passagiere nicht zu verprellen.

        Es kommt auch immer wieder vor, dass die Economy überbucht ist aber die Business und die First noch genügend freie Plätze haben. Da gibt es dann für einige Economy Passagiere ein Upgrade. Die fühlen sich beschenkt und glücklich und die Airline hat keine freien Sitze, keine Entschädigungszahlungen und keinen Verlust. 🙂

        Wie Katharina schreibt, sind auch die Visabestimmungen ein Thema. Den die Airline muss den Reisenden auf eigene Kosten zurückbefördern, wenn er keine gültigen Einreisedokumente im Zielland vorweisen kann. Daher sind die so “streng” beim Check-In und nehme dich lieber nicht mit.

        Zur Bibel: Das Buch nennt sich “Luftverkehr: Betriebswirtschaftliches Lehr- und Handbuch” und ist u.a. von zwei Professoren geschrieben, bei denen ich studiert habe. 😉 Vermutlich mussten wir es deswegen auswendig lernen… Aber ihr habt schon wirklich vieles zusammengetragen, was ein interessierter Reisender wissen sollte. Chapeau! Vieles in dem Buch interessiert dann auch nur die Luftcerkehr-Nerds, wie ich einer bin.. 😀

        In diesem Sinne: Keep on flying and enjoy your journey.

        1. Author

          Hallo Markus,

          danke für Deine tollen Beispiele und die vielen Erklärungen. Wenn man diese ganzen Hintergrundinformationen hat, erklärt sich so manche Preisgestaltung der Airlines. Auch wenn es manchmal für den normalen User bei der Buchung “auf den ersten Blick” immer noch unlogisch aussieht 😉

          Aber das die Lufthansa & alle anderen Airlines das nicht zum Spaß machen oder uns irgendwie ärgern wollen, ist ja auch logisch. Da steckt im Endeffekt die Erfahrung aus Millionen von Buchungen drinne.

          Da das Buch wirklich sehr interessant klingt, haben wir es gerne mal in die weiterführernden Links mit aufgenommen 🙂

          Viele Grüße
          Michael & Sandra

  2. Hallo Ihr lieben Weltenbummler!

    Erstmal muss ich sagen, guter Beitrag, endlich mal was nützliches unter den Reiseblogs.

    Mit dem Thema habe ich mich wie warscheinlich fast jeder Globetrotter auch schon öfter beschäftigt.

    Zum Thema ‘Browser-Cache löschen’: Ja, unbedingt löschen, bzw auf einem Gerät die Flüge checken, auf einem Anderen dann buchen! Es dauert ja oft ein paar Tage bis man sich entschieden hat und es werden immer wieder die selben oder ähnliche Daten auch auf unterschiedlichen Websites eingegeben. Diese Daten werden gespeichert (Google, Apple!) und somit werden die Flüge von Stunde zu Stunde und Tag zu Tag teurer und oft ‘nur noch 1 Ticket verfügbar’ je öfter man nachschaut. Dasselbe gilt für Seiten auf denen Hotels gebucht werden können. Einer der Nachteile der Datenspeicherung. Wir haben das schon oft getestet und selbst bei günstigen innereuropäischen Flügen wurde der Flug von DE nach zbsp Bulgarien innerhalb von zwei Stunden von 25 auf 35 angehoben weil ‘nur noch wenige Tickets verfügbar’. Ist natürlich ein Lockmittel und das Angenot bestimmt die Nachfrage. Als wir dann vom Handy aufs Tablet gewechselt haben zum letztendlichen buchen war der Flug dann sogar für 21€ zu haben. Bei Langstreckenflügen macht das dann schon einiges aus und geht in die paar hundert Euro zusätzlich. Bei Apple wird das wohl ‘gefühlt’ öfter vorkommen, weil Apple eben sehr, sehr viele Daten speichert. Auch Ortsangaben werden von Computerprogrammen automatisch blitzschnell analysiert und verwertet. Und somit werden Flüge,Hotels, Mietwagen immer teurer wenn Person XY aus Stadt ABC online immer wieder die gleichen Angaben für zbsp einen Trip nach Island macht. Wenn nun ein anderes Gerät benutzt wird ohne Standortfreigabe und dann die Analyseprogramme eben nur erkennen dass da Person Z ohne Ortsangabe mit Auto durch Island will, ist das Ganze wieder günstiger. Scheint so als würde ganz langsam die Maschine den Menschen beherrschen 😀 Wenn man das jedoch weiss und ein bisschen die Logik versteht kann man die Maschine aber doch noch austricksen und ‘Alles wird gut’. Hoffe das war eingigermaßen verständlich und hilfreich, ich bin selbst Programmiererin und drifte oft ab und schreibe zu trocken und sachlich, sorry 😬

    Das Thema Überbuchung und No-Shower hat auch sehr viel mit den unterschiedlichen Visabestimmungen tun, da viele Länder eine Einreise nur mit Rückflug erlauben und somit zbsp von Asien kommend sehr viele Flüge gebucht werden die niemals angetreten werden. Mir wurde selbst sogar am Flughafen schon von einer Airline Mitarbeiterin gesagt ich muss um die Ecke am Last-Minute Schalter einen Rück oder Weiterflug buchen sonst könne Ich den Hinflug gar nicht erst antreten. Gängige Methode und auch nichts Verwerfliches, da es ja auch für den Reisenden unangenehm wäre unter Umständen im Ankunftsland stunden oder sogar Tagelang am Flughafen festzuhängen. Alles Andere hat Markus wie Ich finde sehr schön erklärt, interessanter Beitrag! Diese Bibel würde Ich mir auch kaufen, lasst uns Alles aufschrieben und ein Buch rausbringen und dann fliegen wir alle von dem Geld gemeinsam einfach irgendwohin ohne uns um den Preis zu scheren ✊🏼😊

    Viele Schöne weitere Reiseerfahrungen wünsch Ich Allen und Augen auf beim Ticketkauf ✌🏽️🌎🌍🌏

    1. Author

      Hallo Katharina,

      danke für Dein Feedback 🙂

      Ja, die Sache mit den lieben Cookies im Browser kann manchmal ganz schön nervig sein. Aber komplett deaktivieren will man die Funktion ja auch nicht, da sie manchnmal ja auch recht nützlich ist.

      Ich finde des Ansatz eher interessant, dass der Preis steigt, wenn man sich mehrmals den gleichen Flug angeschaut hat und somit sein Interesse bekundet hat. Man könnte ja auch genauso gut denken, vielleicht war der Preis bisher zu teuer und der Kunde hat deswegen nicht gebucht. Und statt den Preis zu erhöhen, bieten wir jetzt mal einen etwas günstigeren Preis an. Ob das manchmal auch so gemacht wird? 😉

      Zudem finden wir die unterschiedlichen Preise auf Grund der Standortfreigabe auch interessant, da es laut EU-Wettbewerbsrecht doch gar nicht erlaubt ist, die Preise an den Standort oder das EU-Land zu koppeln, oder? Wir erinnern uns an diesen Fall: Zahlen Deutsche mehr als Franzosen? EU-Kommission nimmt Disneyland Paris ins Visier

      Was dabei jetzt rausgekommen ist, wissen wir aber nicht.

      Viele Grüße
      Michael & Sandra

  3. Hallo zusammen, hallo Sandra und Michael,

    ich selbst habe mit viel Interesse Euren Beitrag zu den Flugpreisen gelesen. Hier ein paar Auffälligkeiten und Tipps von mir.

    1. Nehme nie die Adresse aus einer Werbemail in der 15% Reduktion mit der Buchung “nur über diesen Link” oder “nur über die App” versprochen werden. Dieser Link führt meist auf eine Homepage, die fast immer teurer ist als der gleiche Flug im Internet ohne App. Eine Firma mit O….o ist mir da besonders aufgefallen. Viel Werbung und nie billiger, nein sogar meist deutlich teurer.

    2. Dasselbe gilt für Gutscheine. Nicht diese Links benutzten, Gutschein ist da vorab schon draufgerechnet worden und es wird nicht billiger.

    3. Browser Cache leeren bringt manchmal nix, da IP-Adresse bei den Anbietern schon gespeichert ist. Abhilfe schafft nur, Router neu starten und dann Buchung mit neuer IP machen.

    4. Langstrecke immer mit Rückflug buchen. Beispiel: einfacher Flug von Santiago Chile nach Rio de Janeiro mit LATAM 380.- Euro, Hin- und Rück zusammen nur 268.- Euro

    Bin weiterhin immer gerne auf Eurer HP. Gerade dieser Beitrag hilft Leuten, die nicht so oft buchen. Seit unserem Treffen auf der AIDA 2016 in der Karibik sind wir hier schon fast Dauergast.

    In diesem Sinne, ein tolles 2018 und keep on travelling.
    Gruss aus Stuttgart
    Heiko

    1. Author

      Hallo Heiko,

      vielen Dank für Dein Feedback und das Lob. Das hören wir natürlich gerne.

      Ein Spruch, den mir mein Chef bei meiner Ausbildung immer gesagt hatte, war: “Rabatt Rabatt, das lass Dir sagen, wird vorher immer draufgeschlagen”. Das passt ja dann zu Deinen Punkten 1 und 2. 🙂

      Wobei es natürlich auch immer mal hier und da ein wirkliches Schnäppchen geben wird. Um einen günstigen Flug zu bekommen, muss man einfach viel recherchieren und auch ein wenig Glück haben.

      Viele Grüße
      Michael & Sandra

  4. Author

    UPDATE FEBRUAR 2018: Es gibt eine aktuelle Studie „The 2018 Air Travel Outlook Report“ von Expedia. Laut dieser Studie bucht man seine Flugtickets am besten sonntags. Hier sind die Preise innerhalb Europas bis zu 55 Prozent niedriger als an den anderen Wochentagen. Bei internationalen Reisen kann man an einem Sonntag fast 40 Prozent sparen. Der “schlechteste” und teuerste Buchungstag ist laut der Studio Freitag.

    Hier könnt ihr Euch die komplette Studie anschauen:
    Expedia.com – The 2018 Air Travel Outlook Report

    Viele Grüße
    Michael & Sandra

  5. Hallo Michael und Sandra,

    zu unserer Diskussion vom letzten Jahr kann ich nun noch etwas beitragen. Ich habe bei meilenoptimieren.com zwei (lange) Beiträge geschrieben, die euch sicherlich interessieren und evtl. euren Beitrag ergänzen. Zielgruppe dieser Beiträge sind Laien, die das Prinzip der Buchungsklassen/ Auslastungssteuerung sowie den Aufbau von Tarifen und den Tarifbedingungen verstehen wollen.

    Beste Grüße aus Panama,
    Markus

    1. Author

      Hallo Markus,

      vielen Dank für den Hinweis. Die Links zu den Themen “Buchungsklassen” und “Tarifbedingungen” haben wir gerne in unseren weiterführenden Links mit aufgenommen. Das ist wirklich sehr ausführlich und anschaulich beschrieben und nachwievor eine kleine Wissenschaft für sich 🙂

      Viele Grüße
      Michael

  6. Hallo, auch wir haben gemerkt daß ein Abflug von Muc nicht immer günstig ist. Da wir an die Schulferien gebunden sind sind wir auch schon von ZRH, Nue, und LUX abgeflogen und haben sehr viel Geld gespart. Das lustige ist, daß sie Flüge teilweise über MUC gingen.
    Freundliche Grüße Roswitha

    1. Author

      Hallo Roswitha,

      ja, das Phänomen von einem anderen Flughafen loszufliegen, dann am Heimatflughafen zwischenzulanden, und trotzdem weniger zu zahlen als wenn man direkt vom Heimatflughafen abgeflogen wäre, kennen wir auch. Verstehen muss man es einfach nicht 😉

      Daher lohnt es sicher wirklich immer, auch mal die Preise der Flüge der naheliegenden Flughäfen anzuschauen 🙂

      Viele Grüße
      Michael & Sandra

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