Insel Java – Die Schildkröten Aufzuchtstation in Sukamade (Indonesien)

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Nach unserer Wanderung zum Ijen Krater am Vormittag haben wir uns auf den Weg an die Südküste von Java gemacht. Hier befindet sich eine Aufzuchtstation für Meeresschildkröten.

Sukamade


Die Tage
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unserer Weltreise


Die holprige Fahrt nach Sukamade

Die Fahrt zur Schildkröten-Aufzuchtstation in Sukamade im Meru Betiri National Park dauerte etwa vier Stunden. Der Weg führte vorbei an Mangrovenwäldern, Kaffee- und Kakaoplantagen, Reisfeldern und kleinen Dörfern.

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Die Strecke von Ketapang nach Sukamade

Nach einiger Zeit wurde der Weg immer unebener, holpriger und steiniger. Wir wurden die ganze Zeit komplett durchgeschüttelt und die Fahrt hat alles andere als Spaß gemacht. Jetzt war uns aber auch klar, warum wir für diese Strecke einen 4W-Jeep nehmen mussten und nicht mit dem normalen Citycar bis nach Sukamade fahren konnten. Hier könnt Ihr Euch ein kurzes Video von unserer Fahrt anschauen.

Unsere Unterkunft in Sukamade

Gegen 17 Uhr sind wir endlich in unserem Gasthaus Wisma Sukamade angekommen, wo wir erst einmal unser Zimmer bezogen haben. Strom gibt es hier täglich nur von 18 Uhr bis 22 Uhr, warmes Wasser gar nicht.

Die nächtliche Eiablage der Schildkröten am Strand

Nach einem leckeren lokalen Abendessen ging es halb acht mit dem Jeep zur Schildkröten-Aufzuchtstation, die etwa 20 Minuten von unserem Gasthaus entfernt liegt. Von der Schildkröten-Aufzuchtstation sind wir dann zusammen mit einem Ranger und unserem Guide an den Strand gelaufen. Hier wollten wir beobachten, wie die Schildkrötchenweibchen nachts aus dem Meer kommen, ein Nest buddeln, ihre Eier in dieses ablegen und das Nest wieder zubuddeln. Nacht für Nacht kommen diese zwischen 19 Uhr und 24 Uhr an diesen Strand.

Aber erst mal hieß es warten… Ranger laufen jede Nacht den Strand ab und halten nach Schildkröten Ausschau, graben dann die abgelegten Eier aus und bringen sie zur Aufzuchtstation. Das ist wichtig, denn die Schildkröten haben hier viele natürliche Feinde, die es auf ihre Eier abgesehen haben. Nach 20 Minuten gab es dann plötzlich ein Zeichen von einem anderen Ranger: Schildkrötensichtung! Also sind wir an die Stelle gelaufen, wo sie gesichtet wurde – das war am anderen Ende des Strandes: über 2 km entfernt. Und dann haben wir sie gesehen, eine grüne Meeresschildkröte, die den Strand entlang gekrochen ist. Man hat ihr richtig angemerkt, was für ein Kraftakt das für sie ist. Alle paar Meter stoppte sie, um sich auszuruhen.

Unser Ranger hat schnell festgestellt, dass diese Schildkröte aber voraussichtlich wieder ins Meer zurück will, weil sie keinen sicheren Ort zur Eiablage gefunden hat. Er hatte für das Verhalten der Schildkröte eine ganz gute Erklärung bereit: „Man muss sich vorstellen, dass die Schildkröte in Hausnummer 1 geboren wurde und gerade vor Hausnummer 3 gelandet ist. Und da stellt sie fest: das muss falsch sein, hier kann ich meine Eier nicht ablegen, das ist zu unsicher.“ Also geht sie wieder zurück ins Meer und wird morgen einen neuen Versuch starten. Es war schade, dass wir das Nest buddeln und die Eiablage nicht sehen konnten. Aber insgesamt haben wir die Schildkröte gut eine halbe Stunde lang beobachtet, bis sie letztendlich wieder im Meer verschwunden war.

Gegen 23 Uhr waren wir zurück in der Pension und konnten 6 Stunden schlafen, ehe der Wecker wieder geklingelt hat.

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Die Brutstätte der Babyschildkröten

Am nächsten Morgen stand etwas Wunderbares auf dem Programm, auf das wir uns im Vorfeld schon riesig gefreut hatten: wir durften 20 Baby-Schildkröten in die Freiheit entlassen! Leider fing es an diesem Morgen an zu regnen. Während wir in der Aufzuchtstation gewartet haben, bis der Regen aufhört, haben wir uns die Zeit in der Brutstätte vertrieben und uns die frisch geschlüpften Schildkröten mal aus nächster Nähe angeschaut. Einfach zuckersüß! Vor allem wenn die Kleinen beim Klettern umgefallen sind, auf dem Rücken liegen, wild strampeln und sich dann wieder selber umdrehen, sieht das total putzig aus.

20 Baby-Schildkröten am Strand aussetzen

Dann hatte der Regen endlich aufgehört und es ging los. Der Ranger hatte die kleinen Schildkröten schon in einem Eimer parat und dann sind wir gemeinsam zum Strand gelaufen. Am Strand hatten wir dann schnell ein schönes Plätzchen gefunden, etwa 50 Meter vom Meer entfernt. Unser Ranger gab uns noch ein paar Instruktionen und zeigte uns, wie wir die Baby-Schildkröten am besten halten.

Und dann durfen wir die kleinen Baby-Schildkröten aus dem Eimer nehmen. Wir konnten es nicht fassen, wie klein und zerbrechlich sie sind und dabei soooo unglaublich niedlich. Und dann haben wir nacheinander alle auf den Sand gesetzt und in die Freiheit entlassen.

Die Kleinen sind gleich fleißig in Richtung Meer gekrabbelt und mit einer der Wellen weggetragen worden. Schön. So toll dieser Moment auch war, so traurig ist gleichzeitig die Tatsache, dass nur 1 (!) von 1.000 geschlüpften Schildkröten überlebt. Viele fallen großen Fischen zum Opfer, die nur darauf warten, bis sie ins Wasser kommen. Irgendwann war der Eimer leer und wir hatten unsere „Arbeit“ erledigt 🙂

Unser Video der Babyschildkröten in Sukamade

Hier noch ein Video, das unser Guide von uns gemacht hat.

Ein ausgebuddeltes Nest

Über den Strand ging es zurück zur Aufzuchtstation. Auf einmal haben wir ein tiefes Loch im Sand gefunden – ein ausgebuddeltes Nest. Dieses hatten die Ranger wohl übersehen und ein Wildschwein hat sich in der Nacht über die Eier hergemacht. Wir wollten wissen, ob wirklich der komplette Wurf ausgegraben wurde. Hier kann man sehr gut sehen, wie tief die Schilkröten Ihre Eier eingraben. Und tatsächlich – ein unversehrtes Schildkröten-Ei haben wir noch gefunden und mit zur Aufzuchtstation mitgenommen.

Die Affen an der Aufzuchtstation

An der Aufzuchtstation haben wir auch ein paar pitschnasse Affen gesehen. Nach diesem tollen Erlebnis ging es zurück zur Pension, wo wir kurz gefrühstückt und unsere Sachen zusammen gepackt haben.

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Affen an der Aufzuchtstation

Die Fahrt von Java nach Bali

Nun standen uns noch 10 Stunden Autofahrt bis an die Ostküste von Bali bevor. Erst einmal ging es vier Stunden bis zur Fähre in Ketapang. Die Überfahrt dauerte ca. eine Stunde, obwohl die Entfernung gar nicht so groß ist. Nach weiteren sechs Stunden Autofahrt haben wir dann spät Abends endlich unser Hotel Puri Bagus Candidasa Resort erreicht.

Das waren wirklich 6 wunderbare Tage auf Java und die Tour mit Java Exotica war absolut klasse und verlief genau wie geplant. Wenn jemand auf Java ist, können wir Euch diese Tour und Route auf jeden Fall empfehlen 🙂

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