Marco Island – Delfine & Muscheln sammeln mit Dolphin Explorer

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Ihr möchtet in Naples oder Marco Island gerne eine Delfintour machen? Dann ist der „Dolphin Explorer“ eine perfekte Option. Mit dieser Tour kann man nicht nur Delfine in freier Wildbahn beobachten, man ist automatisch Teil einer Expedition, in dem Große Tümmler (Bottlenose Dolphins) per Foto-Identifikation rund um den Marco River und die vorgelagerten Inselwelten studiert werden. Der Dolphin Explorer kombiniert zudem das Wildlife-Erlebnis mit einem Stopp auf einer wunderschönen Barriere-Insel zum Shelling (Muscheln sammeln). Was wir alles während unserer Tour erlebt und gesehen haben, erzählen wir Euch in unserem Reisebericht.

Dolphin-Explorer-Florida-Headerbild

Wissenswertes über Marco Island

Marco Island liegt an Floridas Südwestküste am Golf von Mexiko, südlich von Naples, und bildet einen der bekanntesten Ausgangspunkte in Richtung Ten Thousand Islands. Die Insel ist geprägt von einer Mischung aus Strandabschnitten, Wohn- und Feriengebieten sowie einem dichten Netz aus Kanälen, Buchten und Wasserwegen, das die Region für Bootsfahrten besonders attraktiv macht.

Die Einwohnerzahl ist saisonal spürbar unterschiedlich, weil in den kühleren Monaten (Dezember bis April) besonders viele Wintergäste nach Marco Island kommen, während es außerhalb der Hauptsaison insgesamt ruhiger wirkt. Klimatisch ist die Insel subtropisch bis tropisch geprägt, mit einer trockeneren, milderen Phase im Winter und einer warmen, feuchteren Phase im Sommer, in der kurze, kräftige Schauer am Nachmittag typisch sein können. Zu den bekannten Highlights gehören Strände wie South Marco Beach und naturorientierte Bereiche wie Tigertail Beach, wo sich Lagunenlandschaft und Strandabschnitte verbinden.

Marco Island in Florida, Aerial View, USA

Marco Island in Florida

Wissenswertes über die Delfintour „Dolphin Explorer“ in Marco Island

Dolphin Explorer auf Marco Island steht für eine Delfintour, die deutlich stärker naturkundlich geprägt ist als viele klassische Bootsausflüge in Südwest-Florida. Im Mittelpunkt steht nicht nur das reine „Delfine sehen“, sondern das Beobachten und Einordnen von Großen Tümmlern (Bottlenose Dolphins) in ihrem Lebensraum rund um die Ten Thousand Islands.

Hinter der Tour steht das 10,000 Islands Dolphin Study Team, das in den Gewässern rund um den Marco River und die vorgelagerten Inselwelten Große Tümmler per Foto-Identifikation beobachtet. Anhand der Rückenflosse mit ihrer individuellen Form sowie Kerben und Narben lassen sich einzelne Tiere wiedererkennen, dokumentieren und über Jahre verfolgen. Die täglichen Touren sind Teil einer langfristigen Studie zur Lebensweise der Küstendelfine; inzwischen wurden bereits über hundert Tiere per Photo-ID erfasst, benannt, codiert und in einem Katalog geführt. Das macht die Tour für alle spannend, die mehr als nur einen kurzen Sichtungsmoment suchen, weil jede Begegnung in einen größeren Zusammenhang gestellt werden kann.

Neben Delfinen lassen sich je nach Saison weitere Meerestiere beobachten; besonders zwischen Mai und September sind Manatees (Seekühe) in der Region ein mögliches Extra. Dazu kommt die Vogelwelt, die auf den Wasserwegen rund um Marco Island oft präsent ist: Greifvögel und Watvögel wie Adler, Fischadler, Reiher, Ibisse, Pelikane und weitere Arten begleiten die Fahrt nicht selten und liefern zusätzliche Naturmomente.

Die Tour dauert rund 3 Stunden und startet in der Regel zweimal täglich (vormittags und nachmittags). Abfahrt ist an der Rose Marina auf Marco Island, und es lohnt sich, etwa 30 Minuten früher da zu sein. Auch das Boot selbst ist auf Familien und Komfort ausgelegt. Der Dolphin Explorer ist ein Katamaran (47 Fuß) und ist damit relativ stabil auf dem Wasser – ein Vorteil, wenn jemand an Bord empfindlich ist. Es gibt sowohl Sitzplätze in Sonne als auch im Schatten, dazu ein WC an Bord und kostenloses Wasser. Abgerundet wird die Tour durch die Suche nach besonderen Muscheln an einem vorgelagerten Barrier Beach, was gerade für Kinder wie eine kleine Schatzsuche wirkt.

Preislich liegt die Tour typischerweise im Bereich von rund 59–79 US-Dollar pro Person, mit Ermäßigungen für Kinder und Senioren.

Wissenswertes über die Marco Bay

Unsere Tour ist gegen 9.20 Uhr gestartet und wir sind von der Rose Marina langsam Richtung East Marco Bay gefahren. Dabei haben wir die S.S. Jolley Bridge unterquert, die Marco Island mit dem Festland verbindet.

Die Marco Bay liegt an der Nordostseite von Marco Island (Lage in Google Maps) und wirkt weniger wie eine weite Bucht, sondern eher wie ein geschützter, verwinkelter Übergangsraum zwischen Insel, Mangrovenufern und dem Wasserwegenetz Richtung Ten Thousand Islands. Typisch für diese Gegend sind flache, tideabhängige Gewässer: In vielen ufernahen Bereichen reicht das Wasser oft nur etwa bis knie- oder hüfttief (häufig grob 0,5–2 m), während markierte Fahrwasser und ausgebaggerte Passagen deutlich tiefer sein können – vor allem dort, wo Boote und Marinas sicheren Zugang brauchen. Entstanden ist diese Landschaft durch die Kombination aus natürlicher Küstendynamik und menschlicher Umgestaltung: Marco Island selbst ist Teil einer Barriereinselkette, die sich über Jahrtausende aus Sandablagerungen, Strömungen und dem Meeresspiegelanstieg nach der letzten Eiszeit geformt hat; dahinter entwickelten sich ruhige, sedimentreiche Lagunen- und Mündungsbereiche, in denen feiner Schlamm, Schill und Seegrasflächen typisch sind. Ab den 1960er-Jahren wurde rund um Marco Island zusätzlich großflächig per „dredge-and-fill“ gearbeitet – dabei entstanden kilometerlange Wohnkanäle und künstliche Uferlinien, die das heutige Bild von Marco Bay als Mischung aus natürlicher Flachwasserbucht und angelegten Wasserstraßen stark mitprägen.

Delfine in der East Marco Bay beobachten

Die East Marco Bay ist ein Gebiet, das sich für Delfinbeobachtungen besonders eignet, weil hier geschützte Wasserflächen, flache Zonen, Mangrovenränder und tiefer werdende Fahrwasser aufeinandertreffen. In solchen Übergängen spielt sich viel ab: Strömung kann Nahrung konzentrieren, kleine Fische nutzen Seegras- und Randbereiche als Schutz, und Delfine nutzen die Gegebenheiten, um effizient zu jagen oder sich zwischen verschiedenen Bereichen zu bewegen.

Und es hat tasächlich auch nicht lange gedauert, bis wir die ersten Delfine gesehen haben. Wir haben immer wieder mit dem Boot angehalten und haben die Delfine auf uns zukommen lassen. Insgesamt haben wir 18 verschiedene Define inkl. kleinem Nachwuchs bei unserer Delfintour gesehen, einer ist sogar aus dem Wasser gesprungen ❤

Auch für Familien ist die Delfintour attraktiv, weil Kinder an Bord oft aktiv eingebunden werden: Wenn unterwegs ein Delfin auftaucht, der bislang noch nicht im Bestand geführt wird, darf die Gruppe ihn mitunter sogar taufen – ein kleines Highlight, das den Moment besonders macht. Zusätzlich gibt es für Kinder häufig eine Art „Dolphin Challenge“, bei der sie sich als Teil des Teams fühlen können, indem sie beim Sichten helfen, auf Flossenmerkmale achten oder Fragen zu Verhalten und Lebensraum beantworten.

Am Ende der Dolphin Challenge haben unsere Kids dann sogar noch ein Delfin-Badge als Belohnung bekommen 🙂

Bootsfahrt zur Insel Sand Dollar Island (Big Marco Pass)

Nachdem wir über 1 1/2 Stunden die Delfine beobachtet haben, ging unsere Fahrt zurück unter der S.S. Jolley Bridge hindurch, den Capri Pass entlang in den Golf von Mexiko. Hier haben wir ein paar Runden mit dem Boot gedreht und sind dann zu einer vorgelagerten Barriereinsel gefahren.

Sand Dollar Island (oft auch „Sand Dollar Spit“ genannt) ist eine schmale, dynamische Sandbarriere am Big Marco Pass – dem Meeresdurchlass am Nordende von Marco Island, der Lagunen- und Mangrovenbereiche mit dem Golf von Mexiko verbindet. Anders als eine feste Insel verändert sie sich ständig: Strömung, Wellen und Gezeiten lagern Sand um, lassen Sandzungen wachsen oder wieder abtragen und formen so immer neue flache Strand- und Sandbankflächen.

Muscheln sammeln auf Sand Dollar Island

Angekommen auf Sand Dollar Island haben wir einen Muschelbeutel bekommen und sind barfuß aus dem Boot gestiegen. Hier fühlt sich Südwest-Florida wie ein Postkartenmotiv an! Wichtig zu wissen: In dieser Region verändern Strömungen und Sandbänke die Küstenlinie ständig – die Insel kann je nach Jahr und Saison auch eher eine Sandbank sein, die bei bestimmten Wasserständen größer oder kleiner wirkt.

Insgesamt hatten wir etwas mehr als 30 Minuten Zeit, um ein paar schöne Muscheln zu finden. Besonders lohnend sind oft die Bereiche knapp oberhalb der Wasserkante und die frisch angespülten Linien. Dort findest man typischerweise eine Mischung aus kleineren, hübschen Muscheln und – mit Glück – größeren Stücken wie Schneckenhäusern (z. B. Conchs/Whelks). Nach windigen Tagen oder Wetterumschwüngen kann die Ausbeute deutlich besser sein, weil das Meer dann „neu sortiert“.

Viele Strandbesucher halten überigens gezielt nach einem Sand Dollar Ausschau – ein flaches, münzförmiges Skelett eines Seeigels, das nach Sonne und Salz oft ganz hell am Strand liegt. Besonders nach ruhigen Tagen oder leichten Wellengängen werden sie als kleine „Strandschätze“ gesammelt, weil sie selten unbeschädigt sind. Wichtig dabei: Lebende Sand Dollars sind meist dunkel und leicht samtig – die sollte man besser wieder behutsam ins Wasser setzen.

Wir haben zwar viele schöne Muscheln gefunden, aber leider keinen Sand Dollar 😉

Sand Dollar am Strand von Florida

Sand Dollar am Strand von Florida

Smiley

Wie hat uns die Delfintour auf Marco Island gefallen?

Die Delfintour in Marco Island mit dem Anbieter Dolphin Explorer war ein absolutes Highlight unserer diesjährigen Florida Rundreise. Wir haben wirklich viele Delfine in freier Wildbahn gesehen, eine wunderschöne Natur und auch das Shelling auf Sand Dollar Island war vor allem für unsere Kids ein großes Erlebnis. Auch die vielen Informationen, die wir während der Tour zu fast jedem Delfin bekommen haben, war wirklich einzigartig. Daher ist diese Tour wirklich sehr zu empfehlen.

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