Khasab – Bootsfahrt durch die Fjordwelt & Khasab Castle (Oman)

Kategorien: Reiseblog, Asien, Oman

Nachdem wir am Vortag die Metropolstadt Abu Dhabi erkundet haben, sind wir mit unserem Kreuzfahrtschiff Mein Schiff 6 am frühen Morgen in der Hafenstadt Khasab angekommen. Diese liegt auf der Halbinsel Musandam im Norden vom Oman und erwartete uns mit einer atemberaubenden Fjordlandschaft. Wir haben hier einen wunderschönen Tag auf dem Wasser verbracht und hatten dabei sogar einige tierische Begleiter.

Khasab Oman Headerbild

Wissenswertes über Khasab (Oman)

Khasab ist eine kleine Hafenstadt im Oman mit etwa 17.000 Einwohnern. Sie liegt auf der Halbinsel Musandam an der Straße von Hormus, eine nur wenige Seemeilen breite Meerenge, die den Persischen Golf im Westen mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean im Osten verbindet.

Die Gegend rund um Khasab ist eine Exklave des Omans und eine Enklave im Territorium der Vereinigten Arabischen Emirate. Das bedeutet, dass die Region vom Rest des Omans durch Grenzen räumlich abgetrennt ist und ausschließlich über das Gebiet der Vereinigten Arabischen Emirate zu erreichen ist. Dubai ist nur knapp 200 Kilometer von Khasab entfernt, die omanische Hauptstadt Muscat immerhin etwa 540 Kilometer.

Bei einem Landgang in Khasab stehen die Natur und Kultur im Vordergrund. Die malerische Fjordlandschaft und die spektakuläre Bergwelt des Hajar Gebirges laden zu Bootsausflügen und Jeep-Safaritouren ein. Mit dem restaurierten Khasab Fort aus dem 17. Jahrhundert und seinem Heimat- und Geschichtsmuseum kann man etwas tiefer in die Geschichte der Region eintauchen.

Khasab, Oman, Lage, Karte

Die Lage von Khasab im Oman

Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe & unsere Liegezeit

Liegeplatz Khasab: Passenger Terminal No. 1
Liegezeit: 7 Uhr bis 18 Uhr
Alle an Bord: 17.30 Uhr

In Khasab haben wir am lokalen Hafen angelegt, der eine sehr überschaubare Größe hat. Auf dem Gelände gibt es ein kleines Terminalgebäude, in dem sich ein Souvenirshop, das Security Screening und eine Wartezone für Touren-/Taxianbieter befinden. Eine umfangreiche, touristische Infrastruktur findet man hier nicht.

Eine Bootsfahrt durch die Fjordlandschaft von Khasab

Um die Gegend rund um Khasab etwas näher kennenzulernen, haben wir uns für den ca. vierstündigen Ausflug „Traditionelle Bootsfahrt durch die Fjordwelt (OMKHS002)“ über Mein Schiff entschieden, der 68 EUR pro Person gekostet hat.

Der Treffpunkt war 7.45 Uhr direkt am kleinen Hafen, der nur etwa 5 Minuten zu Fuß von unserer Anlegestelle entfernt war. Bei unserem Fußmarsch haben wir schon gemerkt, dass der Ausflug wohl der beliebteste Ausflug unter den Kreuzfahrtgästen ist, denn die Passagiere sind reihenweise zum Ableger geströmt, sodass sich vor den Ausflugsbooten auch eine kleine Warteschlange gebildet hat. Unsere Befürchtung, dass die Boote dementsprechend sehr voll sein werden, hat sich aber nicht bestätigt. Es waren genügend Boote da, sodass sich die Passagiere super verteilen konnten. An Bord gab es einfache Toiletten. Obst (Bananen, Orangen, Datteln) und Getränke (Soft Drinks, Wasser, Kaffee, Tee) sind im Preis enthalten.

Kurz nach 8 Uhr ging es dann mit einem traditionellen hölzernen Dhau los. Wir haben alle auf dicken Sitzkissen auf dem Boden gesessen, was super gemütlich war. Auf dem oberen Deck gab es auch noch ein Sonnendeck. Die Sonne hatte schon ordentlich Strahlkraft, sodass die Temperaturen bereits sehr angenehm waren. Als wir den Hafen verlassen haben, hatten wir einen wunderschönen Blick auf unser Kreuzfahrtschiff, bevor wir in den Fjord eingebogen sind.

Die omanischen Fjorde

Der Fjord ‚Khor Ash Sham‘ ist mit 16 km der längste Fjord im arabischen Raum, daher wird die Fjordlandschaft hier auch oft als das „Norwegen Arabiens“ bezeichnet. Kein Wunder, denn hier türmen sich direkt nach der Einfahrt in den Fjord rechter- und linkerhand die schroffen, steilen Felswände auf und ergeben ein atemberaubendes Panorama.

Unser lokaler Reiseleiter hat uns während der Fahrt immer wieder (englischsprachige) Informationen zum Fjord und der Gegend gegeben. Eine Mitarbeiterin von TUI Cruises war ebenfalls mit dabei und hat seine Informationen dann ins Deutsche übersetzt.

Schnorchelstopp am Telegraph Island

Auf der rechten Seite des Fjords konnten wir bereits aus der Ferne ein kleines Fischerdorf sehen. Es ist eines von fünf Dörfern im Fjord, die alle nur vom Wasser aus zugänglich sind. Es gibt keine Verbindung auf dem Landweg und auch keine Trinkwasserleitung. Daher werden die Bewohner wöchentlich von der omanischen Regierung mit Trinkwasser beliefert.

Als nächstes gelangten wir zu Telegraph Island. Hier erbauten die Engländer 1864 eine Telegraphenkabel-Repeaterstation, die damals Teil der Verbindung von London nach Indien war. Sie war nur wenige Jahre in Betrieb, da unerwartete Probleme (u.a. Hitze) aufgetreten sind. Heute sind von dieser Station nur noch die Grundmauern auf der Insel zu sehen.

Unser Boot hat direkt vor der Telegrapheninsel den Anker geworfen, um hier einen ca. 30-minütigen Bade- und Schnorchelstopp einzulegen. Unser Reiseleiter gab uns noch den Hinweis, dass das Wasser hier sehr salzhaltig sei und am Körper auch jucken kann. Daher haben wir uns dazu entschieden, mit unserer Tochter nicht ins Wasser zu gehen. Wir haben in der Zeit die vielen Fische beobachtet, die rund um unser Schiff geschwommen sind und haben die malerische Umgebung genossen.

Delfine im Fjord

Bei unserer Fahrt durch den Fjord konnten wir immer wieder Delfine beobachten, die uns ein Stück des Weges begleitet haben und in den Wellen unseres Bootes gespielt haben. Wir wussten durch die Ausflugsbeschreibung bereits vorher, dass die Chancen gut stehen, Delfine zu sehen, aber waren dann natürlich überglücklich, auch wirklich welche gesehen zu haben. Das war auf jeden Fall ein Highlight unseres Ausflugs.

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Rückfahrt & Schmuggler

Nachdem wir nach 16 km Bootsfahrt das Ende des Fjords erreicht haben, haben wir langsam den Rückweg wieder angetreten. Auch bei der Rückfahrt konnten wir wieder einige Delfine sehen und die malerische Kulisse der Fjordwelt noch einmal auf uns wirken lassen.

Als wir den Khor Ash Sham Fjord verlassen haben, sind uns direkt die unzähligen bepackten Schnellboote aufgefallen, die an unserem Boot vorbeigerast und auf das offene Meer hinausgefahren sind. Teilweise waren die Männer auf den Booten vermummt, sodass uns ein mulmiges Gefühl überkam. Aber unser Reiseleiter hat die Situation dann sehr schnell aufgeklärt und uns einige interessante Informationen hierzu gegeben.

Bei den Männern auf den Booten handelt es sich um persische Schmuggler, die täglich in den frühen Morgenstunden aus dem nahgelegenen Iran nach Khasab in den Oman kommen, um Teppiche, Schafe, Ziegen und Bargeld gegen westliche Handelsware zu tauschen. Seitens der Schmuggler besteht großes Interesse an Unterhaltungselektronik (insbesondere iPhones), aber auch Autoersatzteile und Zigaretten stehen hoch im Kurs – also alles das, was die iranischen Bürger auf legalem Weg kaum oder gar nicht kriegen. Vollbepackt mit Waren geht es dann nach einigen Stunden für die Männer wieder zurück in den Iran. Die Waren sind unter grauen Abdeckplanen versteckt; die Männer haben sich zum Schutz vor der Sonne und dem Wasser das Gesicht vermummt. Unser Reiseleiter sagte uns, dass das Handeln im Oman legal sei (die Waren werden auch offiziell nach omanischen Tarifen verzollt), aber der Rückweg in den Iran schwierig werden könnte, denn dort ist das Schmuggeln verboten. Daher patrouilliert in den Gewässern vor dem Iran permanent die Küstenwache – immer auf der Jagd nach den Schmugglern.

Und für Khasab selbst sind die Sanktionen im Iran und der damit einhergehende Schmuggel natürlich ein Segen, denn dadurch floriert der Handel und die Wirtschaft. An einigen Tagen legen bis zu 300 iranische Boote in der kleinen Hafenstadt an. Viele Leute sind dadurch sehr reich geworden. Ein totaler Gegensatz zu dem einst isolierten Küstenort, der bis in die Anfänge der neunziger Jahre noch Sperrgebiet des omanischen Militärs war.

Gegen 12 Uhr sind wir wieder am Hafen von Khasab angekommen und haben uns erst einmal eine kleine Mittags- und Essenspause auf dem Schiff gegönnt, bevor unser Sightseeing-Programm am Nachmittag weiter ging.

Ein Besuch des Khasab Castle

Am Nachmittag sind wir zu Fuß vom Hafen aus in die Stadt gelaufen. Für den rund zwei Kilometer langen Weg, der direkt an einer befahrenen Straße entlangführt, haben wir etwa 20 bis 25 Minuten gebraucht.

Unser Ziel war das Khasab Fort, das einst direkt am Ufer lag und nach dem Bau des modernen Hafens etwas ins Landesinnere verlagert wurde. Die Festung ist sehr gut erhalten und gehört mit ihren zahlreichen Exponaten, die viele Aspekte des alten Omans veranschaulichen, zu den schönsten Festungen des Omans. Am Eingang gibt es ein kleines Kassenhäuschen, in dem man 500 omanische Baisas (einen halben omanischen Rial) pro Person als Eintrittsgebühr zahlen muss – das sind in etwa 1,25 EUR.

Als wir angekommen sind, sind gerade mehrere Leute von einer Mein-Schiff-Fahrradtour wieder abgefahren, sodass wir komplett alleine in der Festung waren. Erst später kamen noch ein paar andere Touristen dazu.

Das gut erhaltene Fort wurde im 17. Jahrhundert von den Portugiesen um einen viel älteren Rundturm herum gebaut. Die Burg zeichnet sich heute durch einen runden und hohlen Hauptturm im Inneren und einen quadratischen Außenteil mit weiteren Steintürmen aus. Die Festung wurde einst von den Einheimischen als Armeestützpunkt und später als Sitz des Wali von Khasab und als Stadtgefängnis genutzt.

Nach einer umfassenden Restaurierung beherbergt sie heute ein kleines Heimat- und Geschichtsmuseum, in dem zahlreiche handwerkliche und archäologische Sammlungen zur Geschichte der Halbinsel Musandam ausgestellt werden. Die Wohnräume in der Burg wurden ebenfalls renoviert und in ein möbliertes Haus umgewandelt. Hier gibt es viele Räume, in denen bunte Teppiche, Schmuck, Gewänder, Waffen, Küchengeräte, Hochzeitsausstattungen und eine Koranschule ausgestellt sind.

Für die Besichtigung der Festung haben wir uns etwa 45 bis 60 Minuten Zeit genommen, um uns alle Räume und Türme in Ruhe anzuschauen. Danach ging es wieder zu Fuß zurück zum Schiff, wo wir den restlichen Nachmittag am Pool verbracht haben.

Alle Reiseberichte unserer Kreuzfahrt mit Mein Schiff 6

Auf unserer einwöchigen Reise “Dubai bis Oman” mit der Mein Schiff 6 von TUI Cruises konnten wir fünf erlebnis- und abwechslungsreiche Tage an Land erleben: Unsere Reise führte uns von der Stadt der Superlative – Dubai – nach Abu Dhabi, wo sich die größte Moschee der Vereinigten Arabischen Emirate befindet. Weiter ging es ins orientalische Khasab (Oman) mit seiner atemberaubenden Fjordlandschaft sowie nach Muscat, der Haupstadt des Sultanats Omans, die von Bergen und Wüste umgeben ist. Letzter Stopp unserer Reise war nach einem erholsamen Seetag die Insel Sir Bani Yas (VAE), die einen kilometerlangen Sandstrand und ein Naturreservat mit 10.000 Tieren bietet. Mit schönen Erinnerungen im Gepäck erfolgte die Ausschiffung dann wieder in Dubai.

Reiseroute Mein Schiff Orient Kreuzfahrt - Tag 1 » Mein Schiff 6 - Anreise, Kabine & Erkundung des Schiffs
Kreuzfahrt - Tag 2 » Abu Dhabi - Die Top 5 Sehenswürdigkeiten
Kreuzfahrt - Tag 3 » Khasab - Bootsfahrt durch die Fjordwelt & Khasab Castle
Kreuzfahrt - Tag 4 » Muscat - Die Top 5 Sehenswürdigkeiten & Fotospots
Kreuzfahrt - Tag 5 » Seetag
Kreuzfahrt - Tag 6 » Sir Bani Yas (Safari, Inselrundfahrt & Strand)
Kreuzfahrt - Tag 7 » Dubai (Tag an Bord & Abreise)