Titelbild Preikestolen

Stavanger & Wanderung zum Preikestolen (Norwegen)

Kategorien: Reiseberichte, Europa, Norwegen

Stavanger ist der letzte Halt unserer wunderschönen Reise mit AIDAsol durch die norwegischen Fjorde. Bisher haben wir auf der Kreuzfahrt sehr schöne und unvergessliche Momente erlebt, an die wir uns noch lange zurück erinnern werden. Der heutige Tag in Stavanger wird auf jeden Fall auch dazu gehören 🙂

Wissenswertes über Stavanger

Am frühen Morgen gegen 8.30 Uhr sind wir am Hafen in Stavanger angekommen und waren – wie so oft auf der Route – das einzige Schiff am Pier. AIDA hat hier einen super Anlegeplatz, nämlich direkt am historischen Stadtkern und nur 5 Minuten zu Fuß bis zur Innenstadt.

Stavanger ist mit ihren rund 130.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Norwegens und heute ein bedeutender Hafen für den Kreuzfahrttourismus. Im 16. Jahrhundert war Stavanger ein bedeutender Fischereistandort. Später eröffnete hier Ende des 19. Jahrhunderts Norwegens erste Konservenfabrik, die die norwegische Ölsardine auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt machte. Die Konservenindustrie boomte, sodass es in den 1950er Jahren über 50 Konservenfabriken in der Stadt gab – die letzte wurde jedoch 2002 geschlossen. Einen zweiten großen Boom gab es für die Stadt, als man 1969 etwa 300 Kilometer von Stavanger entfernt in der Nordsee Öl entdeckte. Die Ölvorkommen machten Stavanger zu einer der reichsten Städte Norwegens. Mittlerweile haben viele internationale Ölfirmen hier ihren Sitz, zum Beispiel auch das größte norwegische Unternehmen Equinor ASA mit mehr als 21.000 Angestellten.

Die AIDA Hafeninfo von Stavanger

AIDA Hafeninfo: Download
Liegeplatz Stavanger: Strandkaien
Liegezeit Stavanger: 9.00 Uhr bis 19.00 Uhr
Alle an Bord: 18.30 Uhr

Die Fahrt von Stavanger zum Preikestolen

Kurz nachdem das Schiff für den Landgang freigegeben worden ist, waren wir eine der ersten, die das Schiff verlassen haben. Vor dem Schiff wartete schon ein Fahrer auf uns, der uns für unsere heutige Privat-Tour zum Preikestolen abholte. Für eine private Tour hatten wir uns entschieden, da wir heute unbedingt vor den ganzen Touristen und AIDA Ausflügen am Preikostolen sein wollten. Das unser Plan aber so nicht ganz aufgegangen ist, konnten wir da noch nicht ahnen 😉

Mit dem Auto ging es zuerst durch die Stadt zum Fährhafen Fiskepiren von Stavanger. In einer kleinen Autokolonne sind wir dann auf die Fähre drauf gefahren, die uns innerhalb von etwa 40 Minuten auf die andere Seite der Bucht nach Tau gebracht hat. Von Tau sind wir dann noch einmal ca. 25 Minuten weitergefahren, bis wir am Parkplatz der Preikestolen Mountain Lodge angekommen sind, der Startpunkt für die 4 Kilometer lange Wanderung zum Preikestolen ist.

Mit unserem Fahrer haben wir eine Zeit vereinbart, wann er uns hier wieder abholt und dann ging unsere Wanderung los. Preikestolen, wir kommen 🙂

Auf eigene Faust von Stavanger zum Preikestolen

Die Tour zum Preikestolen kann man übrigens auch sehr einfach selbst organisieren zu einem deutlich günstigeren Preis:

(1) In Stavanger läuft man rund 20 Minuten vom Hafenterminal Strandkaien zum Fährterminal Fiskepiren.

(2) Mit der Fähre geht es dann nach Tau. Eine einfache Fahrt kostet etwa 6 Euro, die Tickets sind auf der Fähre käuflich zu erwerben. Über die aktuell gültigen Ticketpreise kann man sich hier informieren.

(3) Am Fährterminal in Tau warten schon die Busse, die einen zum Preikestolen bringen. Für die Hin- und Rückfahrt muss man etwa mit insgesamt 25 Euro rechnen. Der Fahrplan der Busse richtet sich nach dem Fahrplan der Fähre. Die Busse fahren in der Regel von April bis September; außerhalb der Saison müsste man sich ein Taxi nehmen. Weitere Informationen zu den Abfahrtszeiten der Busse findet man hier.

(4) Nach rund 30 Minuten Busfahrt kommt man am Parkplatz der Preikestolen Mountain Lodge an.

Alternativ findet man im Internet auch weitere organisierte Touren ab Stavanger.

Wanderung zum Preikestolen

Vom Parkplatz aus ging es für uns gegen 10.30 Uhr die ersten Meter bergauf in Richtung Preikestolen. Wir haben keine Minute gebraucht, um zu realisieren, dass wir hier viel zu spät sind, denn die ersten Leute kamen uns schon wieder entgegen! Wenn man also nicht gerade mit dem Kreuzfahrtschiff unterwegs ist und damit seine Startzeit nicht so wirklich selbst bestimmen kann, sollte man hier auf jeden Fall sehr sehr früh sein.

Wir haben uns aber von den anderen Leuten nicht abhalten lassen und sind voller Motivation weitergelaufen. Die gesamte Strecke ist mit 4 Kilometern Länge und unterschiedlich schweren Abschnitten angegeben. Als wir im Vorfeld recherchiert hatten, hieß es, dass man etwa 1,5 bis 2 Stunden benötigt, um am Ziel anzukommen.

Preikestolen, Karte, Wanderung, Wanderweg, Route, Norwegen

Eine Karte des Wanderwegs zum Preikestolen

Der heutige Tag war leider immer mal wieder ziemlich verregnet. Da wir bei Nieselregen losgelaufen sind und es zwischendurch auch immer mal wieder Wolkenbrüche gab (teilweise sogar mit Hagel!) waren die Steine, auf denen man größtenteils gelaufen ist, ziemlich rutschig. Daher ist hier äußerste Vorsicht geboten und gute Wanderschuhe sind auf jeden Fall von Vorteil. Zumal einige Etappen auch richtig steil sind – immerhin überwindet man bei der Wanderung zum Preikestolen einen Höhenunterschied von rund 500 Metern. Ein Teil der schweren Steinplatten des Wanderweges wurde übrigens von nepalesischen Sherpas („Hochgebirgsträger“) verlegt. Ihre Ausdauer und ihre Fähigkeit, schwere Lasten zu tragen, haben sie für diesen Job prädestiniert.

Während man den Weg entlang wandert, hat man immer wieder tolle Ausblicke auf die Umgebung: Kleine Seen, Flüsse, Bäche, eine schöne Berglandschaft. Und ab und an ist sogar die Sonne rausgekommen und hat uns auf unserem Weg begleitet. Wir haben immer mal wieder kleine Pausen eingelegt und sind so nach etwa 90 Minuten Wanderung am Preikestolen angekommen.

Die Felsformation Preikestolen

Der Preikestolen ist ein 25×25 Meter großes Felsplateau auf 604 Metern Höhe oberhalb des Lysefjords und zählt zu den bekanntesten Touristenattraktionen und Fotomotiven Norwegens sowie sicherlich auch zu den spektakulärsten Naturdenkmälern weltweit. Mehr als 300.000 Besucher erklimmen die Felskanzel jährlich – das macht pro Tag etwa 900 bis 1.000 Besucher! Gefühlt war die Hälfte davon schon da, als wir oben angekommen sind, denn es war richtig voll und von Naturidylle keine Spur: Schreiende Kinder, Reisegruppen und Warteschlangen an den Top-Fotospots. Wir haben uns davon nicht beirren lassen, sondern haben erstmal den Ausblick genossen, denn der entschädigt definitiv für die lange Wanderung und die Menschenmassen: Von oben hat man eine atemberaubende Aussicht auf den 40 Kilometer langen Lysefjord. Die vorbeifahrenden Ausflugsschiffe erscheinen einem da geradezu winzig klein.

Aber auch der Anblick auf den Preikestolen ist super. Man geht davon aus, dass der Felsen vor tausenden Jahren durch eine Frostsprengung entstanden ist, d.h. Wasser dringt in Felsspalten ein und gefriert dort. Dadurch wurden große kantige Felsblöcke abgesprengt.

Was uns sehr gewundert hat ist, dass es keinerlei Absicherungen gibt, d.h. man kann wirklich bis zur Kante der Felsen gehen und ist nicht geschützt. Wir konnten im Internet auch keinerlei Berichte zu irgendwelchen Unfällen finden, daher ist scheinbar zum Glück bisher alles gut gegangen. Man sollte auf jeden Fall aufpassen, denn ein falscher Schritt kann einen 600 Meter in die Tiefe befördern.

Nachdem wir gut eine Stunde auf dem Felsplateau verbracht haben, sind wir langsam wieder in Richtung Parkplatz gelaufen. Zum Glück hatte sich das Wetter etwas gebessert und es hatte aufgehört zu regnen.

Preikestolen, Norwegen, Felsen, Felsformation, Wanderung

Die grandiose Felsformation Preikestolen

Die 3 Schwerter im Berg

Das Denkmal „Die 3 Schwerter im Berg“ ist ein Symbol für die nationale Vereinigung Norwegens und befindet sich etwas außerhalb von Stavanger an der Bucht Møllebukta des Hafrsfjords. Vom Stadtzentrum aus benötigt man etwa 10 Minuten mit dem Auto, um zu dem Denkmal zu gelangen.

Das Denkmal soll an die Schlacht am Hafrsfjord erinnern, die hier im Jahr 872 stattgefunden hat. Harald Schönhaar hat Norwegen hier zu einem Königreich geeint und wurde damit auch erster König des Landes. Die drei Schwerter mit ihren drei Kronen symbolisieren zum einen die drei Hauptregionen Norwegens: den Norden, Südosten und Südwesten. Andererseits stehen sie auch für Frieden, Einheit und Freiheit.

Ein Spaziergang durch Stavanger

Nach der Besichtigung der 3 Schwerter hat uns unser Fahrer an dem zentralen Platz direkt vor der Domkirche abgesetzt. Von hier aus wollten wir noch ein wenig auf eigene Faust die Stadt erkunden.

Der Dom zu Stavanger ist die älteste Bischofskirche des Landes. Sie wurde 1150 als anglo-normannische Kirche fertig gestellt. Nach einem Brand im Jahr 1272 wurden Teile der Kirche im gotischen Stil wieder aufgebaut.

Besonders gut haben uns in Stavanger die kleinen kopfsteingepflasterten Gassen gefallen. Speziell die Straße „Øvre Holmegate“ hatte es uns angetan, denn hier sind die Holzhäuser in sehr ausdrucksstarken Farben bemalt und geben so super Fotomotive ab. In den Häusern befinden sich Geschäfte, Bars und Cafés.

Am Hafenbecken von Stavanger befinden sich heute noch etwa 60 Speicherhäuser, teils bunt bemalt. Sie dienten früher zum Einsalzen der Heringe und zur Einlagerung von Salz und Fässern. Auf der Rückseite wohnten die Eigentümer. Heute befinden sich in den Speicherhäusern viele Restaurants, Büros und Wohnungen.

Gamle Stavanger

Am frühen Morgen konnten wir bereits vom Schiff aus einen schnellen Blick von oben auf die Altstadt von Stavanger werfen. Aber natürlich wollten wir es uns nicht entgehen lassen, auch noch einmal durch die weißen Gassen zu bummeln, bevor das Schiff ablegt. In Gamle Stavanger, das sich auf der Westseite des Hafenbeckens befindet, stehen 173 denkmalgeschützte weiße Holzhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Damit ist Gamle Stavanger die am besten erhaltene Holzhaussiedlung Europas. Früher waren die Häuser die Unterkünfte für Seeleute, Handwerker und Fischer. Heute wurden die meisten Häuser liebevoll restauriert und sind eine richtige Sehenswürdigkeit.

Wir hätten ewig durch diese schmalen Kopfsteinpflastergassen laufen können. Ein Haus war schöner als das andere, teilweise waren die Fassaden mit blühenden Blumen zugewachsen. Die Stadt Stavanger zahlt den Bewohnern des Viertels übrigens finanzielle Zuschüsse, damit diese ihre Häuser im historischen Stil erhalten und pflegen.

Pünktlich um 18.30 Uhr waren wir zurück auf dem Schiff und sagen auf AIDAsehen Stavanger. Eine wunderschöne Kreuzfahrt mit AIDA durch die norwegischen Fjorde geht zu Ende. Der nächste Stopp ist morgen dann wieder Hamburg 🙂

AIDAsehen, AIDAsol, Norwegen, Schiff, Hafen

Auf AIDAsehen Norwegen

Die Starbucks Tasse von Stavanger

Seit einiger Zeit sammeln wir die Starbucks Tassen der Städte und Inseln, die wir auf unseren Reisen besuchen (siehe Unsere Starbucks Tassensammlung). Die großen Tassen der “Global Icon Serie” gibt es zwar nicht von jeder Stadt – aber wenn es sie gibt, dann finden wir diese Tassen ein wirklich schönes Andenken. Stavanger hat mehrere Starbucks Läden, leider war die Tasse aber überall komplett ausverkauft. Daher haben wir uns die Tasse dann nachträglich bei eBay gekauft 🙂

Starbucks City Mug Stavanger Global Icon Tasse

Übersicht unserer Route "10 Tage Norwegens Fjorde 1"

Die Route "Norwegens Fjorde 1" führt uns die Elbe stromabwärts vorbei an den Nordfriesischen Inseln in Richtung Norwegen. Der erste Hafen ist die malerische Stadt Bergen. Die Reise führt uns weiter durch zahlreiche schmale Fjorde mit rauschenden Wasserfällen, wie z.B. der Geirangerfjord mit seinen steilen Felswänden. Der nördlichste Hafen der Reise ist Trondheim, die drittgrößte Stadt Norwegens. Danach geht es wieder gen Süden, nach Ålesund und Eidfjord, bis wir den letzten Hafen der Reise erreichen: Stavanger.

AIDA, AIDAsol, 10 Tage Norwegens Fjorde 1, Kreuzfahrt, Route

Hier noch einmal eine Übersicht über die einzelnen Stationen und unsere Ausflüge:

Tag 1: Hamburg (Anreise)
Tag 2: Seetag
Tag 3: Bergen (Stadtbesichtigung, Fløi-Bahn, Fantoft-Stabkirche und Alt-Bergen)
Tag 4: Hellesylt, Geirangerfjord & Geiranger (Dalsnibba und Adlerkehren)
Tag 5: Åndalsnes (Fahrt zum Trollstigen)
Tag 5: Molde (Panoramafahrt zur Atlantik-Küstenstraße)
Tag 6: Trondheim (Kajaktour auf dem Fluss Nidelva, Stadtbesichtigung)
Tag 7: Ålesund (Stadtberg Aksla & Bergbahn Strandafjellet)
Tag 8: Eidfjord (Flåms-Bahn, Bergen-Bahn und Wasserfälle)
Tag 9: Stavanger (Wanderung zum Preikestolen, Stadtbesichtigung)
Tag 10: Seetag
Tag 11: Hamburg (Abreise)


Blogger Kooperation

Anzeige: Dieser Beitrag enthält Werbung. Vielen Dank an AIDA Cruises für die Reise mit AIDAsol nach Norwegen. Wir wurden auf die 10-tägige Kreuzfahrt durch Norwegens Fjorde eingeladen und haben in dieser Zeit die Instagram-Stories von AIDA übernommen. Unsere Meinung bleibt davon unberührt und wir haben ausschließlich unsere eigenen Erfahrungen und Eindrücke geschildert.

Lasse Dich von uns für neue Reiseziele inspirieren...



Hast Du eine Frage oder eine passende Ergänzung zu diesem Reisebericht? Dann würden wir uns sehr über Feedback freuen.