Trolle & die Panoramastraße Trollstigen in Åndalsnes (Norwegen)

Kategorien: Reiseberichte, Europa, Norwegen

Nachdem wir gestern gegen 20 Uhr das kleine Städtchen Geiranger und den Geirangerfjord verlassen hatten, so gab es heute gleich 2 Reiseziele auf unserer Route durch Norwegens Fjorde: Als Erstes haben wir Halt in der Stadt Åndalsnes am Romsdalsfjord gemacht und am Nachmittag ging es dann noch weiter in die Stadt Molde am Nordufer des Moldefjords.

Die Fahrt durch den Romsdalsfjord nach Åndalsnes

Åndalsnes wird auch „die Alpenstadt am Fjord“ genannt und ist der Hauptort der Gemeinde Rauma. Åndalsnes liegt am Isfjord, einem Arm des Romsdalsfjord und hat etwas mehr als 2.300 Einwohner. Der kleine Ort hat an Sehenswürdigkeiten nicht wirklich viel zu bieten, ist aber ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflugsziele in die nähere Umgebung wie die Bahnstrecke Raumabahn, die norwegische Landschaftsroute Trollstigen, die Rødven Stabkirche, die senkrechte Felswand Trollveggen und der Berggrat Romsdalseggen. Die Region Romsdal ist im Sommer ein Paradies für Kletterer, Fahrradfahrer, Basejumper und Bergwanderer und zudem im Winter ein beliebtes Skigebiet. Auf Grund der vielen naheliegenden massigen Felsen und Bergwände und einiger der weltweit schwierigsten Kletterpassagen trägt die Stadt Åndalsnes auch den inoffiziellen Titel der Bergsteiger-Hauptstadt Norwegens. Direkt am Hafen befindet sich seit 2016 das norwegische Bergsteigermuseum (Norsk Tindesenter), welches seinen Gästen die Geschichte des Bergsteigens in Norwegen näher bringt und eine eigene große Indoor-Kletterwand besitzt.

Die AIDA Hafeninfo von Åndalsnes

AIDA Hafeninfo: Download
Liegeplatz Åndalsnes: Tindekaia
Liegezeit Åndalsnes: 9 Uhr bis 13.30 Uhr
Alle an Bord: 13 Uhr

Die Trollwand Trollveggen

In Åndalsnes haben wir uns für den 3-stündigen Ausflug AND02: Fahrt zum Trollstigen von AIDA entschieden. Unser erstes Ziel mit dem Bus war hierbei die Trollwand Trollveggen. Die Trollveggen ist insgesamt ca. 1.700 Meter hoch. Allein der lotrechte Teil der Wand ist bis zu 1.000 Meter hoch und damit Europas höchste senkrechte Bergwand. Im Jahr 1965 wurde die Trollwand zum ersten Mal bestiegen und heute gibt es über zehn verschiedene Wanderrouten, die hoch zum Gipfel führen.

Wer oder was sind eigentlich Trolle?

Trollen begegnet man in Norwegen eigentlich überall: in Souvenirläden, vor Geschäften und Restaurants, an Bushaltestellen oder auch an vielen Aussichtspunkten. Man kann sie quasi überall als kleine Figuren, Schilder oder Holzschnitzereien kaufen. Aber wer oder was sind eigentlich Trolle? 🙂

Ein Troll ist ein Kobold, Dämon und Fabelwesen der nordischen Mythologie und sie sind in ganz Skandinavien anzutreffen. Vor langer Zeit, als es noch keine Menschen gab, herrschten die Trolle zusammen mit Elfen und Zwergen im hohen Norden. In der Regel sind Trolle dabei gutmütige Wesen – jedoch sollte man sie nicht zu sehr ärgern, denn sie können leicht sehr zornig und in ihrem Zorn dann durchaus gewalttätig werden.

Trolle leben hauptsächlich in Wäldern („Waldtrolle“) und Gebirgen („Gebirgstrolle“), sind aber auch in Fjellregionen, in Seen, im Meer und selten auch in besiedelten Bereichen gesehen worden. Trolle können sehr alt werden und ihr Aussehen ist komplett unterschiedlich. Sie können mehrere Meter groß sein oder auch zwergenhaft klein. Trolle sehen den Menschen oftmals recht ähnlich: Es sind behaarte Wesen, mit großen Händen, meist großen Nasen und scharfen Zähnen. Manche Trolle haben nur ein großes Auge, manche dafür mehrere Köpfe. Auf ihrem Kopf wachsen oftmals Bäume und Gräser. Die meisten ihrer Art besitzen einen Schwanz, an dessen Ende sich ein Haarbüschel befindet. Sie haben an jeder Hand nur vier Finger und an den Füßen nur je vier Zehen.

Trolle sind allgemein recht scheu und nur in der Dämmerung und in der Nacht aktiv. Schaffte sie es nicht rechtzeitig, vor Sonnenuntergang in ihrem Berg zu verschwinden, brechen sie auseinander oder werden zu Stein. Die oft geheimnisvolle norwegische Landschaft mit ihren mächtigen Felsen entstand daher größtenteils aus Trollen, die es nicht mehr rechtzeitig in ihre Höhlen geschafft haben…

Folgende bekannte Trolle gibt es:

– der Nøck, der in Seen und Teichen im Süßwasser lebt und der Angler oder Fischer hinab in sein Unterwasserreich zieht
– der Sjøtroll, der im Salzwasser lebt und es angeblich nicht so gut mit den Fischern meint. Er kann fürchterlichen Sturm erzeugen, zerschlägt Boote und Schiffe und hat viele Fischersfrauen zur Witwe gemacht
– der Skogtroll, ein einäugiger zotteliger Waldtroll, der Bäume ausreißt und damit die erschlägt, die sich nach Einbruch der Dunkelheit in den Wald wagen. Es gibt aber auch winzig kleine Waldtrolle, die unter Baumwurzeln leben und Wanderern gerne mal ein Bein stellen
– der Fossetroll lebt hinter Wasserfällen
– die Nisser, die im Haus und Hof für Ordnung sorgen, wenn man ihnen kleine Gaben reicht
– die Huldras, weibliche Trolle, lieblich und goldblond, aber immer mit einem Kuhhintern und einem Ringelschwanz ausgestattet. Sie locken Männer und Jünglinge in den Wald hinein und noch keiner ist lebend zurückgekehrt
– der Dovregubben ist der mächtigste Troll unter allen

Also seid immer nett zu den Trollen, wenn Ihr ihnen doch einmal begegnen solltet, denn so wie sie den Wald schützen werden sie dann auch Euch schützen. Solltet Ihr einem bösen Troll begegnen, habt immer eine helle Taschenlampe dabei, um ihn notfalls zu einem Stein verwandeln zu können 😉

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Ein Troll auf einem Motorrad

Die Panoramastraße Trollstigen

Die Panoramastraße Trollstigen, die Straße der Trolle, ist eine spektakuläre Bergstrecke. Kurz hinter Åndalsnes steigt sie vom Isterdal auf einer Länge von 18 Kilometern in 11 Serpentinen mit einer Steigung von durchschnittlich 12% bis zur Passhöhe auf 700 Meter an. Die Straße kann je nach Witterung etwa von Mitte Mai bis Ende September befahren werden. Die Panoramastrecke ist umgeben von mehreren 1.450 bis 1.700 Meter hohen Bergmassiven mit majestätischen Namen wie König, Königin oder Bischof.

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Die Panoramastraße Trollstigen in Åndalsnes

Der Stigfossen Wasserfall

Ungefähr auf halber Strecke der Panoramastraße erreicht man eine schöne Natursteinbrücke. Hier schlängelt sich der 320 Meter hohe Stigfossen Wasserfall den Abhang hinab bis ins Tal.

Die Aussichtsplattform auf dem Trollstigen

Auf der Passhöhe der Panoramastraße Trollstigen gibt es ein kleines Besucherzentrum mit einem großen Parkplatz. Von dort führen ausgebaute Wege zu 2 verschiedenen Aussichtsplattformen: Linkerhand gibt es einen kurzen Weg zu einem Aussichtspunkt oberhalb des Stigfossen Wasserfalls und rechts führt ein etwa 500 Meter langer Weg zum Utsikten (Aussicht) – eine Plattform über einer Kante, 200 Meter über dem Trollstigen. Von hier hat man einen wunderschönen Blick über die vielen Serpentinen und dem Tal bis hin zum Fjord.

Der Eintritt zu den Aussichtsplattformen ist übrigens kostenlos.

Die Zugkappelle in Åndalsnes

Als wir 12.30 Uhr wieder zurück am Schiff waren, hatten wir noch ganz kurz Zeit, um uns die Zugkappelle in Åndalsnes anzuschauen. Diese befindet sich direkt am Bahnhof von Åndalsnes, der sich unmittelbar an der Anlegestelle der Kreuzfahrtschiffe befindet. Bei der ‘Kirche auf Schienen’ handelt es sich um einen alten Eisenbahnwaggon, der wie eine Kirche eingerichtet wurde – der Altar besteht z.B. aus ausrangierten Bahnschwellen. In der Zugkirche finden aber keine Gottesdienste statt; der Ort soll den Menschen einfach nur Stille und Frieden bieten.

Die Åndalsnes Bahnkapelle wurde 2003 im Beisein von König Harald und Königin Sonja vom Bischof geweiht. Der Eintritt ist auch hier kostenlos.

Das war schon unser kurzer Aufenthalt in Åndalsnes. Jetzt geht es weiter zum nächsten Reiseziel: Molde. 🙂

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AIDAsol im Hafen von Åndalsnes

Übersicht unserer Route "10 Tage Norwegens Fjorde 1"

Die Route "Norwegens Fjorde 1" führt uns die Elbe stromabwärts vorbei an den Nordfriesischen Inseln in Richtung Norwegen. Der erste Hafen ist die malerische Stadt Bergen. Die Reise führt uns weiter durch zahlreiche schmale Fjorde mit rauschenden Wasserfällen, wie z.B. der Geirangerfjord mit seinen steilen Felswänden. Der nördlichste Hafen der Reise ist Trondheim, die drittgrößte Stadt Norwegens. Danach geht es wieder gen Süden, nach Ålesund und Eidfjord, bis wir den letzten Hafen der Reise erreichen: Stavanger.

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Hier noch einmal eine Übersicht über die einzelnen Stationen und unsere Ausflüge:

Tag 1: Hamburg (Anreise)
Tag 2: Seetag
Tag 3: Bergen (Stadtbesichtigung, Fløi-Bahn, Fantoft-Stabkirche und Alt-Bergen)
Tag 4: Hellesylt, Geirangerfjord & Geiranger (Dalsnibba und Adlerkehren)
Tag 5: Åndalsnes (Fahrt zum Trollstigen)
Tag 5: Molde (Panoramafahrt zur Atlantik-Küstenstraße)
Tag 6: Trondheim (Kajaktour auf dem Fluss Nidelva, Stadtbesichtigung)
Tag 7: Ålesund (Stadtberg Aksla & Bergbahn Strandafjellet)
Tag 8: Eidfjord (Flåms-Bahn, Bergen-Bahn und Wasserfälle)
Tag 9: Stavanger (Wanderung zum Preikestolen, Stadtbesichtigung)
Tag 10: Seetag
Tag 11: Hamburg (Abreise)


Blogger Kooperation

Anzeige: Dieser Beitrag enthält Werbung. Vielen Dank an AIDA Cruises für die Reise mit AIDAsol nach Norwegen. Wir wurden auf die 10-tägige Kreuzfahrt durch Norwegens Fjorde eingeladen und haben in dieser Zeit die Instagram-Stories von AIDA übernommen. Unsere Meinung bleibt davon unberührt und wir haben ausschließlich unsere eigenen Erfahrungen und Eindrücke geschildert.

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