Das Wasserschloss Mespelbrunn im Spessart (Deutschland)

Kategorien: Reiseberichte, Europa, Deutschland

Nachdem wir uns am Vormittag die Sehenswürdigkeiten von Miltenberg am Main angeschaut haben, sind wir als nächstes zum etwa 30 km entfernten Wasserschloss Mespelbrunn im Spessart gefahren.

Schloss Mespelbrunn Headerbild

Das Wasserschloss Mespelbrunn

Das Wasserschloss Mespelbrunn liegt etwas versteckt in einem abgelegenen Seitental des Elsava-Tals im Spessart. Jährlich besuchen etwa 90.000 bis 100.000 Touristen das im Renaissancestil erbaute Schloss, das unter anderem als Drehort des Filmes „Das Wirtshaus im Spessart“ mit Liselotte Pulver und Carlos Thompson sowie als Schauplatz für das gleichnamige Theaterstück bekannt geworden ist.

Wissenswertes über das Wasserschloss

Fährt man in Mespelbrunn die Schlossallee entlang in Richtung Schloss, kommt man rechterhand an einen größeren Parkplatz. Hier kann man sein Auto für 2 EUR stehen lassen und muss dies bereits bei der Einfahrt passend bezahlen, denn der Schrankenautomat wechselt nicht. Vom Parkplatz aus läuft man etwa 5 Minuten bis zum Schloss. Am Eingang steht vor den Toren ein kleines Häuschen, in dem die Tickets verkauft werden. Für den Eintritt zahlt man pro Person 5,50 EUR – inkludiert ist eine etwa 40-minütige Führung über das Gelände. Das Schloss hat von 9 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet; ab November beginnt eine mehrmonatige Winterpause.

Das Schloss Mespelbrunn blickt auf eine über 600-jährige Geschichte zurück. Im Jahr 1412 schenkte der Mainzer Erzbischof Johann II. von Nassau seinem kurfürstlichen Forstmeister Hamann Echter den sogenannten „Platz zum Espelborn“. Echter errichtete an diesem Ort an einem Weiher ein unbefestigtes Haus. Um das Haus vor Plünderern zu schützen, begann 1427 Echters gleichnamiger Sohn damit, aus dem unbefestigten Haus ein befestigtes Haus mit Mauern, Türmen und einem Wassergraben zu errichten. Durch die nachfolgenden Generationen verwandelte sich die Wasserburg in ein verträumtes Renaissanceschloss. Aufgrund seiner versteckten Lage überstand das Schloss alle Kriege unbeschadet und ist in seiner ursprünglichen Form erhalten geblieben.

Die Anlage ist seit dem frühen 15. Jahrhundert bis heute im Besitz der Familie Echter von Mespelbrunn. Anfang der 1950er Jahren entschieden sie sich dafür, das Schloss als Denkmal zu erhalten und es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Familie, die den offiziellen Namen “Grafen von Ingelheim genannt Echter von und zu Mespelbrunn” trägt, bewohnt den Südflügel des Hauses, während der Nordflügel kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs teilweise für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

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Das Schloss Mespelbrunn im Spessart

Ein geführter Rundgang durch das Schloss

Wie bereits erwähnt, ist im Ticketpreis bereits eine 40-minütige Führung über das Gelände enthalten. Die Führungen finden etwa alle 25 Minuten statt, an Wochenenden und Feiertagen gibt es etwa 3 bis 4 Führungen pro Stunde (je nach Besucheraufkommen). Aufgrund der aktuellen Corona-Situation beträgt die maximale Gruppengröße 13 Personen. Zu beachten ist, dass man nur im Rahmen der Führung über das Gelände laufen kann, nicht alleine.

Unser Führer hat unsere Gruppe direkt am Schlossteich in Empfang genommen und uns hier schon ein bisschen was über die Geschichte des Wasserschlosses erzählt. Unser Weg führte uns weiter in den Schlosshof und den angrenzenden Rittersaal. Die oberen Räume konnten wir im Rahmen der Führung leider nicht besichtigen, da hier die Corona-Abstandsregeln nicht eingehalten werden können. Als „Ersatz“ durften wir dafür aber in den privaten Park der Familie, der sonst (vor Corona) für Besucher nicht zugänglich war. Von hier hatten wir einen schönen Blick auf die Rückseite des Schlosses und den Schlossgraben.

Nach der Führung kann man – wenn man möchte – noch etwas im Café Pferdestall verweilen, ansonsten muss man das Gelände direkt verlassen.

Nach unserem Besuch des Schlosses sind wir von Mespelbrunn ca. 23 km bis nach Aschaffenburg gefahren, um uns dort noch die Sehenswürdigkeiten der Stadt anzuschauen.

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