Die Blue Corner – Tauchen mit Haien & Napoleon-Lippfischen (Palau)

Kategorien: Reiseberichte, Ozeanien, Palau

Egal ob im Internet oder in Tauchzeitschriften: die Blue Corner gilt als einer der besten Tauchplätze der Welt. Nachdem wir im Vorfeld schon viel über das Tauchen in Palau gelesen hatten, waren wir gespannt, was uns dort erwarten würde.

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Wo liegt die Blue Corner in Palau?

Die Blue Corner liegt wie die meisten Tauchplätze im südlichen Teil von Palau. Als wir unseren Rundflug mit PMA Pacific Mission Aviation über die Inselwelt von Palau gemacht haben, konnten wir die Blue Corner wunderbar aus der Luft sehen. Das tiefe Blau des Ozeans und die prächtigen Farben des Riffs haben einen wahnsinnig tollen Kontrast ergeben. Mit dem Schnellboot benötigt man von den Tauchschulen in Koror etwa 45 Minuten bis hierhin. Der Weg führt einen meist entlang der wunderschönen Rock Islands.

Was macht die Blue Corner so besonders?

Die Strömungen, die sich an dieser Biegung des Außenriffes brechen und in die offene See herauskatapultiert werden, tragen die Mikroorganismen mit sich, die den Beginn der Nahrungskette bilden. Wie in einem Schlaraffenland wird selbst dem kleinsten Fisch und jeder Koralle die Nahrung förmlich in den Mund getragen. Daher ist Blue Corner von Fischschwärmen förmlich überbevölkert. Der Fischbestand reicht von den kleinsten tropischen Rifffischen bis zu den großen Haien, die dort überreichliche Beute finden. [Quelle Fish ‘n Fins]. Man kann fast sagen, die Blue Corner ist das Unterwasser-Restaurant auf Palau 🙂

Bei auflaufender Flut kann die Strömung recht stark werden und auch plötzlich die Richtung ändern. Taucher sollten hier Erfahrung im Strömungstauchen mitbringen. Besonders bei Voll- oder Neumond kann die Strömung sehr stark werden, ein Riffhaken gehört hier zur Standardausrüstung. Bei Höchst- oder Niedrigstand der Tide ist die Blue Corner auch für geübte Anfänger geeignet. Der Flachwasserbereich bis 10 Meter ist hauptsächlich von Weichkorallen bewachsen. Das Riffdach liegt in einer Tiefe von 10–20 Meter, hier finden Taucher die größte Vielfalt an Leben unter Wasser. Der östliche Teil des Riffs mit seinen Höhlen und Grotten liegt zwischen 20–30 Meter, in größerer Tiefe bis 30 Meter gibt es viele Gorgonien und Weichkorallen, auf den Sandflächen gibt es große Blöcke von Hartkorallen. Bei auflaufendem Wasser kann die Sicht bis über 30 Meter weit sein. Ablaufendes Wasser kann die Sicht bis auf 10 Meter reduzieren. [Quelle: Schöner Tauchen]

Das die Blue Corner der Hot Spot in Palau ist, merkt man oft auch an den vielen Tauchbooten, die hier zu finden sind. An einem Tag haben wir 15 verschiedene Boote gezählt!

Der Einsatz eines Riffhakens

Je nach vorherrschender Strömung gibt es verschiedene Einstiegspunkte zur Blue Corner. Empfehlenswert ist es, auf jeden Fall einen Riffhaken dabei zu haben. Auf der Seite von Fish ‘n Fins haben wir gelesen, dass der Strömungshaken (‚Reef Hook‘) sogar hier auf Palau erfunden wurde – vom Gründer der Tauchschule Fish ‘n Fins Francis Toribiong. Bei der Benutzung des Riffhakens sollte man unbedingt aufpassen, dass man sich nur an Felsen oder tote Korallen hakt, um nichts zu zerstören. Dann ein bisschen Luft in das Jacket lassen und schon ist das Seil gespannt und man schwebt quasi im Wasser. Und das Beste: Man hat beide Hände frei, um entspannt zu fotografieren und Videos zu machen! Wenn man sich vom Riffhaken wieder löst, sollte man nicht vergessen, vorher wieder die Luft aus der Weste zu machen, sonst geht man ab wie ein Luftballon und findet sich binnen weniger Sekunden an der Oberfläche 🙂 Für uns war es das erste Mal, dass wir aufgrund der starken Strömung einen Riffhaken benutzen haben und es hat auch wirklich gut funktioniert. Meist haben wir an einer Stelle – zu Beginn eines kleinen Kanals – in etwa 18 Meter Tiefe am Strömungshaken gehangen, und ohne Anstrengung einfach mal gewartet und geschaut, was da um uns herum eigentlich passiert und wer alles vorbei geschwommen kommt.

Mit Haien tauchen

Wenn man an der Blue Corner taucht, sollte man keine Angst vor Haien haben, denn die gibt es hier wirklich überall. Elegant und schwerelos ziehen vor allem Weißspitzen-Riffhaie, Schwarzspitzen-Riffhaie und die etwas größeren Grauen Riffhaie an einem vorbei. Bei einem unserer vier Tauchgänge haben wir eine Gruppe von sechs männlichen Riffhaien gesehen, die einem weiblichen Riffhai gefolgt sind und alle zusammen gespielt haben – ein Hai hatte einen anderen zum Beispiel etwas in die Seite gebissen. Zumindest sah es für uns etwas spielerisch aus, denn ein paar Meter davon entfernt war noch ein etwas größerer Hai (vermutlich die Mutter, die auf ihre Kleinen aufpasst) zu sehen. Doch unser Tauchlehrer sagte uns, dass es eine Balz wäre. Denn während der Balz folgen die Männchen den Weibchen, um sich mit ihnen zu paaren. Meistens kommt es auch vor, dass die Männchen während der Balz und der Paarung die Weibchen beißen. Also so, wie wir es gesehen hatten.

Die Unterwasserwelt der Blue Corner

Insgesamt haben wir 4 unserer 17 Tauchgänge in Palau an der Blue Corner gemacht und können sagen, dass es sicherlich der spektakulärste und abwechslungsreichste Tauchplatz war, den wir auf Palau kennengelernt haben. Durch die Strömung war hier jedes Mal unglaublich viel los: ob Adlerrochen, Schildkröten, Drückerfische in all ihren Variationen, Napoleon-Lippfische, Muränen oder der ein oder andere Nemo, der aus seiner Anemone heraus lugte – es gab an jeder Ecke und Stelle etwas Neues zu sehen!

Ein Videos unserer 4 Tauchgänge an der Blue Corner

Insgesamt haben wir wirklich sehr viele Aufnahmen mit unserer GoPro Hero 5 und Sony RX-100 IV an diesem Tauchspot gemacht. Hier findet ihr einen 4:45 Minuten langen Zusammenschnitt mit den Hai(lights) 🙂

Alle Reiseberichte aus Palau

Die Inseln von Palau zählen mit der Blue Corner und dem German Channel zu den schönsten und interessantesten Tauchgebieten der Welt. Und die traumhaften Bilder des UNESCO-Weltnaturerbes Rock Islands haben sicherlich schon viele im Internet oder in Berichten im Fernsehen gesehen. Wir haben insgesamt 12 Tage auf Palau verbracht und das Inselparadies sowohl über als auch unter Wasser kennengelernt.
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2 Kommentare
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Annika
Annika
4. Juni 2017 18:06

Hallo ihr zwei,

Ich habe eine Frage zu euren absolut genialen Tauchbildern. Wie bzw. womit macht ihr die Bilder und bearbeitet ihr diese noch? Wir machen Unterwasserbilder mit einer GoPro Hero 3 und irgendwie sehen diese immer sehr schlecht aus. Eigentlich machen wir Videos und ziehen uns dort Bilder raus. Macht ihr das auch oder macht ihr richtige Bilder?

Achja und euer Blog und die vielen Reiseberichte sind einfach der Hammer! 🙂

LG
Annika