Peleliu – Tauchen an der Palau-Insel (Palau)

Kategorien: Reiseberichte, Ozeanien, Palau

Als wir uns vor unserer Reise näher mit Palau beschäftigt haben, ist uns der Name Peleliu oft begegnet. Peleliu ist ein Staat Palaus und liegt etwa 50 Kilometer südwestlich der Stadt Koror. Die Insel hatte uns aus zweierlei Gründen interessiert: Zum einen sollen sich hier einige der schönsten Tauchplätze Palaus befinden und zum anderen kann man hier einige Relikte aus dem 2. Weltkrieg sehen.

Palau

Tagestouren zur Insel Peleliu

Fish ‘n Fins bietet – sofern sich mindestens 8 Personen finden – eine Tagestour nach Peleliu an, die aus zwei Tauchgängen vor Peleliu und einer Landtour auf der Insel selbst besteht. Die perfekte Kombi also. An unseren ersten Tauchtagen gab es leider niemanden, der sich für diese Tour interessiert hatte. Das lag sicher daran, dass mit der Tour erhöhte Kosten verbunden sind: Man benötigt eine zusätzliche Tauchgenehmigung für Peleliu von $30, muss einen Aufschlag für den erhöhten Benzinverbrauch zahlen und hat noch die Kosten für die Landtour. Da man ja aber wahrscheinlich nur einmal in seinem Leben an diesem Fleckchen Erde ist, war es uns das auf jeden Fall Wert. An unserem letzten Tauchtag hatten wir dann aber noch einige weitere Tauchgäste bei Fish ‘n Fins angesprochen und überzeugen können, bei der Tour dabei zu sein 🙂

Die Fahrt nach Peleliu dauert von Koror aus etwa 60 bis 70 Minuten mit dem Boot. Am frühen Vormittag sind wir dann an unserem ersten Tauchplatz Peleliu Cut angekommen, der an der südlichen Spitze der Insel liegt. Viele der Tauchlehrer hatten uns vorher schon gesagt, dass das Tauchen vor Peleliu sehr viel anders wäre. Aufgrund der starken Strömungen soll die Chance sehr hoch sein, Großfisch zu sehen. Also vielleicht auch Mantas oder Hammerhaie? Unsere letzte Chance!

Heftige Strömung beim ersten Tauchgang in Peleliu

Mit der Rolle rückwärts ging es ins Wasser und schon waren wir im tiefen Blau. Bereits nach ein paar Minuten merkten wir schon, wie stark die Strömung ist. Unser Tauchlehrer gab uns immer wieder Zeichen, dass wir von der Riffwand einigen Abstand – zur Seite und auch nach oben zur Riffkante – halten sollen, damit uns die Strömung nicht weg zieht. Leider haben sich nicht alle Taucher unserer Gruppe daran gehalten und wurden von der Strömung über die Riffkante gezogen. So schnell konnte man gar nicht reagieren. Um zusammenzubleiben, mussten auch wir uns dann hinein in diese Strömung begeben und sind – anstatt neben dem Riff – über das Riff gedriftet. Hier hat man sich wie in einem Expresszug gefühlt: Im Eiltempo wurden wir mit der Strömung über das Riff an die andere Seite der Insel gezogen, bis sich unser Tauchlehrer nach nur 35 Minuten Tauchzeit entschieden hatte, den Tauchgang abzubrechen. Das war natürlich sehr schade, andererseits konnten wir am Ende auch nicht mehr viel von der Unterwasserwelt bestaunen, weil alles so schnell ging. Wir hatten in unseren über 100 Tauchgängen schon öfter mal mit Strömungen zu kämpfen, aber diese hier war doch schon außergewöhnlich stark und ist nicht zu unterschätzen.

So ging dieser Tauchgang dann leider relativ schnell vorbei ohne wirklich viel gesehen zu haben. Nur zu Beginn haben wir an der Riffwand einige Riffhaie und Schildkröten gemächlich an uns vorbeiziehen sehen.

Unser zweiter Tauchgang am Coral Garden

Für den zweiten Tauchgang haben uns unsere Tauchlehrer einen ruhigeren Platz ausgesucht, den Peleliu Coral Garden, der sich nur wenige Minuten vom ersten Tauchplatz befindet. Der Tauchplatz beginnt bereits schon im niedrigen Wasser, nur weniger Meter unter der Wasseroberfläche. Der „Coral Garden“ befindet sich direkt vor Pelelius Orange Beach, der einen tragischen Werdegang hinter sich hat. Hier am Orange Beach landeten die Amerikaner im September 1944, um Peleliu anzugreifen. Aus diesem Grund ist das Riff noch immer mit Artefakten bestückt, die aus dem 2. Weltkrieg sind und die man als Taucher tatsächlich unter Wasser noch finden kann.

Der Tauchgang war sehr entspannt. Es gab nur eine leichte Strömung, sodass man in Ruhe die Unterwasserwelt beobachten und bestaunen konnte. Wir konnten unter anderem wieder einige Schildkröten sehen, Anemonenfische, Büffelkopf-Papageifische und Riesen-Drückerfische, die in der Brutzeit ohne Rücksicht auf Verluste ihr Gelege verteidigen und ab und an auch mal in die Taucherflossen beißen. Gerade bei Riesen-Drückerfischen halten wir meistens immer ein paar Meter Abstand…

Bei dem Tauchgang haben wir auch eine Riesenmuschel gesehen, die als größte Muschel der Welt gilt. Auch wenn es auf dem Foto schwer rüberkommt – die Muschel war wirklich riiiiiiiiesig! Wir haben schon viele Muscheln bei unseren Tauchgängen gesehen, aber die waren Mini dagegen. Was wir vorher gar nicht wussten: In Palau sind 8 von 10 Arten der Riesenmuschel zuhause. Die Riesenmuscheln werden oft auch Mördermuscheln genannt, daher am besten nicht mit der Hand oder dem Fuß in die Nähe einer solchen geraten. Es gibt tatsächlich einen dokumentieren Vorfall aus den 1930er Jahren auf den Philippinen. Dort wurde ein Perlentaucher tot aufgefunden, dessen Hand von einer 160 kg schweren Riesenmuschel eingeklemmt wurde. In seiner Hand fand man noch die Perle, die er versucht hatte, herauszuholen…

Unsere Videos vom Tauchen in Peleliu

Nach einer guten Stunde ging es wieder zurück auf das Boot. Und die nüchterne Erkenntnis: Auch hier gab es keinen Manta weit und breit zu sehen. Wirklich schade! Hier noch ein kurzes Video mit ein paar Eindrücken unserer beiden Tauchgänge auf Peleliu:

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Die Inseln von Palau zählen mit der Blue Corner und dem German Channel zu den schönsten und interessantesten Tauchgebieten der Welt. Und die traumhaften Bilder des UNESCO-Weltnaturerbes Rock Islands haben sicherlich schon viele im Internet oder in Berichten im Fernsehen gesehen. Wir haben insgesamt 12 Tage auf Palau verbracht und das Inselparadies sowohl über als auch unter Wasser kennengelernt.
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