Anse Marron – Wanderung um die Südküste von La Digue (Seychellen)

Kategorien: Reiseblog, Afrika, Seychellen

In unseren Urlauben sind wir gerne aktiv unterwegs und so haben wir uns auch für unseren Aufenthalt auf der Seychellen-Insel La Digue eine ganz besondere Wanderung herausgesucht. Unser Ziel: der Traumstrand Anse Marron an der südlichsten Spitze von La Digue, den man nur mit einem Boot oder über eine mehrstündige Wanderung erreichen kann.

Anse

Auf eigene Faust oder mit Guide?

Wir haben im Vorfeld lange überlegt, ob wir die Wanderung zum Anse Marron auf eigene Faust machen oder uns doch einen Guide nehmen sollen. In Internet-Foren haben wir hierzu unterschiedlichste Meinungen gelesen: die einen sagten, man könne den Weg locker alleine laufen, die anderen sagten, dass das viel zu gefährlich sei. Generell erkunden wir unsere Urlaubsziele immer auf eigene Faust, wie z.B. auch die Wanderung auf den Le Morne auf Mauritius. Letztlich haben wir uns für eine geführte Tour mit Gerard Niole von CocoTrail Guide entschieden und haben es nicht bereut. Lokale Guides kennen die Wege wie sonst keiner, können die Gezeiten besser einschätzen und den Gästen auch noch etwas zu Flora und Fauna erzählen. Wir haben uns die ganze Zeit sehr sicher gefühlt, auch wenn es über Stock und Stein und waghalsig über Felsen hinweg ging. Daher würden wir jedem eine geführte Tour empfehlen!

Eine Tour mit Gerard ist z.B. buchbar über die Plattform TourBookers.com. Die deutsche Agentur bietet auf ihrer Online-Plattform über 750 Touren, Aktivitäten und Erlebnisse in verschiedenen Ländern an. Die Touren werden von einer Reihe unabhängiger lokaler Reiseanbieter direkt online angeboten und vermittelt.

Wanderroute, Preise & Vorbereitung

Die Tour zum Anse Marron mit Gerard ist auf 6 Stunden angesetzt und kostet 40 EUR, wenn man direkt über ihn bucht (CocoTrail Guide). Das ist ein super Preis-Leistungs-Verhältnis für eine Wanderung zu einem der schönsten Strände der Seychellen. Die Gruppengröße wird übrigens nie mehr als 8 Personen sein, was auch ein großer Vorteil im Vergleich zu anderen Guides ist.

Um optimal ausgestattet zu sein, sollte man bei der Wanderung die folgenden Dinge mitnehmen:

Ausreichend Getränke: Wir hatten jeder 2 Liter dabei.
Sonnencreme: Unabdingbar, denn die Sonneneinstrahlung ist sehr intensiv.
Kamera: Auf dem Weg warten hunderte Fotomotive darauf, festgehalten zu werden. Daher sollte eine Kamera oder ein Smartphone auf jeden Fall mit im Gepäck sein.
Badesachen & Handtuch: Eine erfrischende Abkühlung bietet die Lagune am Anse Marron.
Ordentliches Schuhwerk: Sportliche Sandalen oder Neopren-Booties sind auf jeden Fall zu empfehlen, weil man sowohl am Strand entlang läuft, als auch über Felsen klettert und durch das Wasser watet.

Je nach Ebbe und Flut kann man die Wanderung entweder an der Ostküste oder der Westküste von La Digue beginnen. Die lokalen Guides sind diesbezüglich immer sehr gut informiert und haben die Änderungen der Gezeiten sehr gut im Blick. Unsere Wanderung startete an der Westküste von La Digue am Grand Anse, sodass wir vom Helipad (der sich an der Ostküste befindet) erst einmal mit einem Taxi nach Westen gefahren sind. Von hier ging es entlang der Ostküste bis zum Anse Marron und dann entlang der Westküste zurück zum Ausgangspunkt.

Unsere Wanderung entlang der Ostküste

Von unserer Unterkunft La Diguoise sind wir innerhalb weniger Minuten mit den Fahrrädern zum Helipad vor dem L’Union Estate Park gefahren, denn hier begann um 8.30 Uhr unsere Tour. Unser Guide Gerard hat bereits auf uns und ein italienisches Pärchen, die gleichzeitig mit uns angekommen sind, gewartet. Und schon war unserer Gruppe komplett und es konnte losgehen 🙂

Der Grand Anse

Nachdem wir mit dem Taxi zur Westküste von La Digue gefahren sind, startete unsere Tour um 8.45 Uhr am wundervollen Strand des Grand Anse. Der Strand war um diese Zeit menschenleer, nur ein geschmückter Hochzeitspavillon stand mutterseelenallein im puderzuckerweichen Sand. Nach einigen Metern haben wir Spuren einer Schildkröte im Sand entdeckt, die wohl zur Eiablage nachts an den Strand gekommen ist und die wir um ein paar Stunden verpasst haben. Wie schade!

Der Weg durch den Dschungel

Fast am Ende des Grand Anse ging es ins Gebüsch und unser Weg führte durch den dichten Dschungel hindurch, vorbei an einigen Waldbewohnern, blühenden Wiesen und über Felsen hinweg.

Der Anse Songe

Nach kurzer Zeit sind wir am nächsten Strand rausgekommen. Der Anse Songe ist ein kleiner, wilder Strand mit vielen Felsen. Aufgrund seiner Abgelegenheit sind hier kaum bis nie Menschen anzutreffen. Auf den Granitfelsen haben wir einige alte Krebspanzer gefunden, die die Überbleibsel vom Häutungsprozess der Krebse sind.

Der Grand l’Anse

Die Hitze war am Vormittag bereits sehr intensiv, sodass wir ganz schön ins Schwitzen gekommen sind. Aber zum Glück wehte uns ab und zu eine Brise um die Nase. Vom Anse Songe sind wir direkt an der Küste weiter gelaufen, bis wir den Grand l’Anse erreicht haben. Der Strand ist zwar sehr lang, aber aufgrund der starken Brandung und des felsigen Untergrundes weniger zum Baden geeignet.

Die Kulisse mit den vorgelagerten Felsformationen ist aber traumhaft schön, sodass wir hier ein kleines Päuschen eingelegt haben, in der wir unsere Drohne mal fliegen lassen konnten. Von der Vogelperspektive sieht man auch die entfernteren Strände an der Ostküste von La Digue, die von oben ganz nah aussehen, wie den Grand Anse und Petite Anse.

Wanderung entlang der Ostküste

Ab hier begann dann der schwierigere Teil der Wanderung mit vielen Kletterpartien über und unter Felsen hindurch, teilweise haben wir gerade so durch die Felsspalten gepasst.

Wir hätten diesen Weg sicherlich nie ohne unseren Guide gefunden, sodass wir super glücklich waren, dass uns Gerard sicher durch das Felsenlabyrinth geführt hat. Wir haben an dieser Stelle auch ein Pärchen getroffen, die ohne Guide unterwegs waren und die sich total verlaufen hatten. Daher noch einmal die Empfehlung, sich auf jeden Fall einen Guide zu nehmen, damit man die Wanderung auch genießen kann.

Nachdem wir die waghalsigen Kletterpartien geschafft hatten, sind wir unserem Ziel an der Südspitze von La Digue immer nähergekommen und hatten plötzlich einen wunderschönen Blick auf den ersten Strandabschnitt des Anse Marron.

Der Anse Marron


Der Anse Marron ist ein Traumstrand
, der seinesgleichen sucht – wie aus dem Bilderbuch! Er besteht aus zwei Strandabschnitten, die durch mehrere Granitfelsen voneinander getrennt sind.

Der östliche Strandabschnitt

Der erste Abschnitt, an dem wir von unserem Wanderweg rausgekommen sind, ist ein weißer kleiner Strand, an dem das Meer sehr schnell tief wird und die Wellen ungeschützt reinkommen.

Hier haben wir ebenfalls Spuren einer Schildkröte im Sand entdeckt, die ins Gebüsch geführt haben. Und siehe da: es lag tatsächlich noch eine Schildkröte im niedrigen Gebüsch, die gerade dabei war, ihre Eier zu verbuddeln. Wow! Um sie nicht zu stören, haben wir erst einmal wieder etwas Abstand gesucht und uns hinter einem Felsen versteckt – bis sie einige Zeit später fertig war und dann ganz flink über den Strand zurück ins Meer gelaufen ist. Was für ein Erlebnis!

Der südliche Strandabschnitt

Unser Weg führte uns weiter zum zweiten Strandabschnitt des Anse Marron, der uns noch viel besser gefallen hat als der Erste. Denn hier befindet sich – geschützt zwischen Granitfelsen – ein natürlicher Lagunenpool mit glasklarem Wasser und jeder Menge kleiner Fische. Nachdem uns Gerard gesagt hatte, dass wir hier unsere etwa 2-stündige Mittagspause verbringen werden, konnten wir gar nicht schnell genug im Wasser sein 😊

Das Beste war, dass wir mit unserer Gruppe die ganze Zeit komplett alleine waren. Zwischenzeitlich hatte mal ein Boot für etwa 20 Minuten am ersten Strandabschnitt angelegt und war dann wieder weg, sodass wir davon gar nicht viel mitbekommen hatten. Gerard meinte, dass der Tag ganz gut gewählt ist, denn es war Sonntag und an diesem Tag bieten viele Guides auch gar keine Touren an, denn sonst wäre es hier sicherlich etwas voller geworden.

Unser Guide Gerard hat zwischenzeitlich ein leckeres Mittagessen für uns zubereitet. Jeder hat einen Teller mit frischem Obst, einer Fisch-Frühlingsrolle und Fisch-Blätterteigtaschen bekommen. Eine schönere Kulisse für ein Mittagessen gibt es definitiv nicht!

Unsere Drohnenaufnahmen vom Anse Marron

Wir haben die längere Mittagspause am Anse Marron genutzt, um viele Fotos dieser traumhaften Kulisse zu machen. Unsere Drohne haben wir auch mal in die Luft geschickt, denn die Aufnahmen aus der Vogelperspektive sind jedes Mal atemberaubend.

Unser Video vom Anse Marron

Hier gibt es noch ein kurzes Video von der Südspitze von La Digue.

Unsere Wanderung entlang der Westküste

Gegen 13.30 Uhr sind wir schweren Herzens am Anse Marron wieder aufgebrochen, um unseren Rückweg anzutreten. Dieser führte uns an der Westküste von La Digue entlang. Auf dem Weg hat uns Gerard viel über die Flora und Fauna gezeigt und erklärt, die hier auf den Seychellen vorzufinden ist. Und kosten durften wir natürlich auch, z.B. eine frisch geknackte Kokosnuss oder eine indische Mandel.

Wieder sind wir an traumhaften Stränden, wie dem Anse Pierrot, vorbeigekommen, an dem im Jahr 1980 der Film Robinson Crusoe gedreht wurde. Im Vergleich zum Anse Marron war am Anse Pierrot tatsächlich schon einiges mehr los, da man diesen Strand einfacher erreicht und die Touren von Crystal Water Kayaks hier auch einen Stopp einlegen.

Der Anse Source d’Argent

Unser Weg führte uns weiter durch knietiefes Wasser, bis wir den ersten Abschnitt des Anse Source d’Argent erreicht haben. Der Strand gilt mit seinen außergewöhnlichen Granitformationen als Traumstrand und ist regelmäßig unter den Top 10 Stränden weltweit gelistet. Und genau aus dem Grund ist der Strand ein wahres Besuchermagnet für viele Tagesausflügler von anderen Inseln und Kreuzfahrtgäste. Für uns hat der Strand durch den großen Besucherandrang etwas an Charme verloren, auch wenn die Kulisse mit den typischen Granitfelsformationen, dem flach abfallenden Strand und dem türkisblauen Wasser natürlich traumhaft ist.

Über den L’Union Estate Park sind wir dann gegen 15.30 Uhr wieder am Helipad angekommen und waren überglücklich… aber auch etwas kaputt 😉


Die Tour war eines unserer absoluten Highlights auf den Seychellen und eine der schönsten Wanderungen, die wir bisher gemacht haben. Daher können wir sie jedem wärmstens empfehlen!

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