Brockenbahn – Eine Fahrt mit der Dampflok zum Brocken (Deutschland)

Kategorien: Reiseberichte, Europa, Deutschland

Eine Besichtigung des Brockens, dem höchsten Berg des Harzes, gehört bei einem Urlaub im Harz einfach dazu. Das geht zum einen zu Fuß über einen der vielen Wanderwege, andererseits kann man auch die etwas bequemere Variante wählen und den Brocken mit der nostalgischen Brockenbahn „erklimmen“. Viele entscheiden sich auch für eine Kombination aus beidem, z.B. hoch wandern und runterfahren. Wir haben uns für die bequeme Variante entschieden und sind ab Wernigerode mit der Harzquerbahn bzw. Brockenbahn zum Brocken hin und zurück gefahren, was ein tolles Erlebnis war!

Brockenbahn Headerbild

Wissenswertes über die Harzer Schmalspurbahnen

Die Harzquer-, Selketal- sowie Brockenbahn werden von der Harzer Schmalspurbahnen GmbH mit Sitz in Wernigerode betrieben. Die Eisenbahngesellschaft verfügt über ein 140 km langes Netz von größtenteils dampfbetriebenen Schmalspurstrecken im Harz, das heute als das größte zusammenhängende Streckennetz in Europa unter Dampf gilt. Die Bahnstrecken – insbesondere die Brockenbahn – werden heute größtenteils von Touristen und Wanderern genutzt; der eigentliche Pendlerverkehr spielt eine eher untergeordnete Rolle. Darüber hinaus sind die Bahnen auch im Güterverkehr aktiv.

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Das Streckennetz der Harzer Schmalspurbahnen

Mit der Dampflok von Wernigerode auf den Brocken

Die erste Dampflok, die von Wernigerode aus zum Brocken fährt, ist um 9.10 Uhr morgens. Da wir den Tag ausnutzen wollten und gehofft haben, dass zu dieser Zeit noch nicht ganz so viele Touristen unterwegs sind, haben wir uns für diese Verbindung entschieden. Will man mit einer Dampflok fahren, sollte man die Verbindungsübersicht gründlich prüfen, da nicht zu jeder Uhrzeit eine Dampflok den Brocken hinauffährt.

Fahrkarten & Ticketpreise

Die Bahntickets kann man entweder online kaufen oder vor Ort am Bahnhof. Für die Fahrt zum Brocken gilt immer der sogenannte „Brockentarif“, der hin und zurück 47 EUR pro Person kostet (Stand: Juli 2020). Wichtig zu wissen ist auch, dass dies ein einheitlicher Fahrpreis ist, d.h. es ist völlig egal, wo man einsteigt – der Preis wird dadurch nicht weniger. Es gibt auch spezielle Nachmittagstarife zu einem vergünstigten Preis von 41 EUR. Falls man zum Broken hoch- oder runterwandern möchte und nur eine Fahrt benötigt, dann kostet diese 31 EUR.

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Der Bahnhof in Wernigerode

Unser Auto haben wir auf dem Parkplatz Feldstraße hinter dem Bahnhof (Link in Google Maps) kostenfrei geparkt. Diesen Tipp haben wir von unserem Hotel bekommen und es hat uns die Parkkosten gespart, die auf den Parkplätzen vor dem Bahnhof anfallen. Wir waren ca. 30 Minuten vor Abfahrt am Bahnhof Wernigerode, da wir vor der Abfahrt noch unbedingt auf die Besucherplattform wollten, um von hier einen Blick auf das Bahnhofsgelände der Harzer Schmalspurbahnen zu werfen. Und das hat sich auch richtig gelohnt, denn die Mitarbeiter waren schon fleißig dabei, „ihre“ rund 700 PS starken Dampfloks zu putzen und auf Hochglanz zu bringen. Außerdem konnten wir so auch das Einfahren unseres Zuges beobachten.

Der Streckenabschnitt in Wernigerode

Pünktlich um 9.10 Uhr setzte sich unsere Dampflok in Bewegung und tuckerte zunächst durch Wernigerode. Wir haben uns erst einmal ein ruhiges Plätzchen im Zug gesucht, waren dann später aber auch eigentlich die ganze Zeit draußen auf den Zwischenplattformen, um das richtige Dampflok-Gefühl mit den ganzen Geräuschen mitzubekommen und um Fotos und Videos zu machen. Das war richtig toll und können wir nur empfehlen.

Der Bahnhof in Drei Annen Hohne

Auf dem Weg zum Brocken legt die Dampflok von Wernigerode eine Strecke von 34 km zurück und passiert dabei verschiedene Bahnhöfe. Nach einem kurzen Stopp am Bahnhof Wernigerode-Westerntor geht die Fahrt durch ein langes Waldstück bis zum Bahnhof in Drei Annen Hohne. Erst ab der Station „Drei Annen Hohne“, der vorletzten Station vor dem Brocken, wird sie auch „Brockenbahn“ genannt. Vorher spricht man von der „Harzquerbahn“.

Der Bahnhof in Schierke

Vom Bahnhof Drei-Annen-Hohne bewältigt die Brockenbahn mit 585 Höhenmetern ihr steilstes Stück auf einer Strecke von 19 Kilometern. Umso höher wir mit der Bahn gefahren sind, umso mehr ist die Wolkendecke aufgerissen und die Sonne hervorgekommen. Wir haben schon etwas Sorge gehabt, dass wir schlechtes Wetter erwischen würden, weil die Vorhersagen nicht gut waren, aber dem war nicht so. Doch bevor es auf den letzten Abschnitt zum Brocken geht, gib es nochmal einen längeren Stopp am Bahnhof Schierke.

Wer die Brockenbahn in schöner Umgebung fotografieren möchte, für den lohnt sich ein längerer Stopp in Schierke. Einfach aussteigen und einen der nächsten Züge zur Weiterfahrt nehmen 🙂 Um ein schönes Foto mit der Brockenbahn im Wald zu machen, muss man einfach vom Bahnhof Schierke etwa 400 Meter entlang der Schienen laufen und auf den nächsten Zug warten. Beide Richtungen bieten hierbei tolle Fotomotive!
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Die Brockenbahn im Nationalpark Harz

Der Streckenabschnitt zum Gipfel des Brocken

Auf der Fahrt haben wir immer wieder fantastische Ausblicke in den Nationalpark Harz gehabt. Etwas erschreckt haben uns allerdings die vielen abgestorbenen Bäume linker- und rechterhand der Bahnstrecke, die sich teilweise über größere Gebiete ziehen. Das sind zum einen umgestürzte Bäume aufgrund von Sturmschäden, aber andererseits auch kaputte Bäume wegen Trockenheit, Hitze und fehlendem Niederschlag. Der perfekte Nährboden für eine Massenvermehrung der Borkenkäfer, die dann die vorgeschädigten Fichten befallen und diese schädigen.

Nach 1 h 48 min haben wir dann unser Ziel erreicht: den Brockenbahnhof, der mit seinen 1.125 Höhenmetern der höchstgelegene Bahnhof aller deutschen Adhäsions-Schmalspurbahnen ist. Was für eine erlebnisreiche Fahrt!

Der 1.142 Meter hohe Brocken im Harz

Nachdem wir mit der Brockenbahn oben angekommen waren, haben wir die Zeit bis zur Abfahrt unseres Zuges genutzt, um die Gegend rund um den Brockengipfel zu erkunden. Und das bei allerbestem Wetter, obwohl der Brocken – der im Volksmund auch als „Blocksberg“ bezeichnet wird – aufgrund seiner exponierten Lage im Norden Deutschlands ein Ort extremer Wetterbedingungen ist. Was für ein Glück wir doch haben! 🙂

Die Geschichte des Brocken

Die Geschichte des Brockens reicht bis in die Zeit vor 1572 zurück, als die erste Besteigung des Brockens weithin bekannt geworden ist. Danach folgte der Bau des ersten Unterkunftshauses im Jahr 1736, die Errichtung des Brockengartens als ersten deutschen Alpengarten im Jahr 1890 sowie der Bau der ersten Wetterwarte in 1895. Bis 1947 besetzten US-Truppen das Gelände, ab dem Jahr 1961 wurde es zum militärischen Sperrgebiet erklärt und für Überwachungs- und Spionagezwecke vom sowjetischen Militärgeheimdienst und der Stasi genutzt. Nach dem Fall der Mauer wurde der Brocken im Dezember 1989 wieder für die Allgemeinheit geöffnet.

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Der Brocken im Nationalpark Harz

Die Brockenkuppe

Erster Anlaufpunkt auf dem höchsten Berg des Harzes war für uns der Gipfelstein, auf dem die Höhe des Brockens angegeben ist (1.142 m). Ein perfektes Motiv für ein schönes Erinnerungsfoto! Der Gipfelstein steht im Mittelpunkt einer ihn umgebenden kreisrunden Brockenuhr. In dieser sind 48 in den Boden eingelassene Bronzeplatten zu finden, die die Namen und Entfernungen umliegender und entfernter Orte tragen. Des Weiteren befinden sich auf dem Gipfel das Brockenhaus mit einem Besucherzentrum des Nationalparks Harz, das in einer Ausstellung zur Geschichte des Brockens informiert, das Brockenhotel sowie ein Restaurant.

Wir sind zunächst ein Stück des Gipfelrundwegs entlanggelaufen und haben die prima Aussicht auf die Umgebung genossen. Bei sehr guter Sichtweite kann man hier sogar bis ins Rothaargebirge (164 km Entfernung) oder die Rhön (152 km Entfernung) schauen. So gut war die Sichtweite bei uns nicht, ein tolles Panorama gab es trotzdem 😊 Kurz vor Ankunft der nächsten Dampflok haben wir uns ein schönes Plätzchen in der Nähe des Brockengartens gesucht, von dem aus wir ein paar Fotos von der anrollenden Lok machen können. Und das hat super funktioniert!

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Die Brockenbahn im Harz

Sobald der Zug am Brockenbahnhof angekommen is, kann man schön beobachten, wie die Dampflok von vorne ans andere Ende des Zuges rangiert wird.

Nach einer entspannten Zeit auf dem Gipfel haben wir uns dann – mit vielen neuen Erlebnissen & Eindrücken – wieder auf den Rückweg nach Wernigerode begeben.

Unsere Reiseberichte aus dem Harz

Eine Woche lang waren wir im Harz unterwegs und haben dabei viel Sehenswertes erkundet und Neues entdeckt: Historische Stadtkerne in Wernigerode und Quedlinburg, bunte Fachwerkhäuser, beeindruckende Schlösser, Deutschlands längste Hängebrücke ihrer Art, viel Natur und wunderschöne Wanderwege, fantastische Ausblicke, eine erlebnisreiche Fahrt mit der Brockenbahn und vieles mehr. Der Harz ist mit seinen unendlichen Ausflugszielen eine vielfältige und interessante Region, die uns sehr begeistert hat.
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