Das Schloss Ludwigsburg & der Märchengarten (Blühendes Barock)

Kategorien: Reiseblog, Europa, Deutschland

Nach unseren drei abwechslungsreichen Tagen in Stuttgart, haben wir im Anschluss noch die Stadt Ludwigsburg besucht, die nur etwa 15 km nördlich der baden-württembergischen Landeshauptstadt liegt. Das dort befindliche Residenzschloss gilt als eines der größten im Original erhaltenen barocken Bauwerke in Europa. Zudem prägen mehrere Lustschlösser und weitläufige Gartenanlagen das Bild der einstigen Residenzstadt.

Ludwigsburg Headerbild

Wissenswertes über Ludwigsburg

Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg ließ im Jahr 1704 ein weitläufiges und repräsentatives Schloss außerhalb der alten Hauptstadt Stuttgart errichten, um der Jagd nachgehen zu können. Um seinem Ziel einer Rangerhöhung zum Kurfürsten näherzukommen, plante er ab 1709 eine ganze Residenzstadt direkt dazu. Ludwigsburg ist also eine klassische Planstadt, d.h. sie ist nicht wie viele andere Städte über Jahrhunderte langsam organisch gewachsen, sondern wurde quasi komplett am Reißbrett geplant. An der Hauptachse der Stadt liegt das Residenzschloss und rund um den rechtwinkligen Marktplatz plante man ein Straßenraster, das die Stadt in Blöcke einteilte. Alleen dienten zur Auflockerung des Straßenbildes. Schließlich erhielt Ludwigsburg im September 1718 seine Stadtrechte. Im gleichen Jahr verlegte der Herzog die Hauptstadt Württembergs von Stuttgart nach Ludwigsburg. Im Laufe der Jahrzehnte wurde Ludwigsburg in ganz Europa immer bekannter – nicht zuletzt aufgrund zahlreicher pompöser Feierlichkeiten und beeindruckenden Ballett- und Opernaufführungen. Im Zweiten Weltkrieg blieb Ludwigsburg weitgehend verschont, die Stadt wurde lediglich zu 2% zerstört. Heute wohnen in Ludwigsburg etwa 94.000 Menschen. Die Stadt gehört zur Region Stuttgart und zur europäischen Metropolregion Stuttgart.

Ludwigsburg, Karte, Baden-Württemberg

Die Stadt Ludwigsburg in Baden-Württemberg

Das Residenzschloss Ludwigsburg

Das Residenzschloss in Ludwigsburg wurde zwischen 1704 und 1733 von Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg errichtet. Es ist eine der größten original erhaltenen barocken Schlossanlagen Deutschlands und wird daher oft auch als das “Deutsche Versailles” bezeichnet. Im Laufe seiner Geschichte wurde das Schloss unterschiedlich genutzt: Zunächst als Residenz der Herzöge, später als Sommeraufenthalt des ersten württembergischen Königs. Seit 1919 gehört das Schloss der Staatsverwaltung. Alle Kriege überstand das Schloss nahezu ohne Zerstörungen.

Heute kann man das Schloss im Rahmen einer Führung besichtigen. Diese ist im Eintrittspreis von 8,50 EUR pro Person enthalten. Wer zusätzlich noch eines der vier Museen (Keramikmuseum, Modemuseum, Barockgalerie oder Appartement Carl Eugen) besichtigen möchten, kann ein Ergänzungsticket für 3 EUR pro Person erwerben. Wir haben es zeitlich an diesem Tag leider nicht mehr geschafft, das Schloss von innen zu besichtigen. Aber das werden wir sicherlich noch einmal nachholen.

Der Schlosspark – Blühendes Barock Ludwigsburg

Das Residenzschloss wird auf drei Seiten von einer über 30 Hektar großen Parkanlage umgeben, die als “Blühendes Barock” bezeichnet wird. Für diese Gartenanlage zahlt man einen separaten Eintritt von 10 EUR pro Person.

Als der damalige Residenzsitz unter Wilhelm I. von Ludwigsburg nach Stuttgart verlegt wurde, wurden die Gärten rund um das Schloss im Jahr 1828 für die Öffentlichkeit geöffnet. Nachdem die Parkanlage in den darauffolgenden Jahrzehnten sehr verkümmerte und verwilderte, hatte der neue Gartendirektor Albert Schöchle die Idee, anlässlich der 250-Jahr-Feier des Schlosses eine Gartenschau durchzuführen. Nach umfangreichen Umgestaltungsmaßnahmen wurde diese im April 1954 eröffnet und fand bei den Besuchern regen Anklang. Die Gartenschau war so erfolgreich, dass man beschloss, aus der für 6 Monate geplanten Gartenschau eine ganzjährige Gartenschau zu machen, die mittlerweile schon seit 67 Jahren besteht.

Man sollte auf jeden Fall viel Zeit mitbringen, wenn man sich das Blühende Barock anschauen möchte, denn die Anlage ist sehr weitläufig. Vom Nord- und Südgarten mit seinen kunstvoll angelegten Blumenbeeten hatten wir die schönsten Aussichten auf das Residenzschloss, aber auch der Rest des Gartens hat uns total gut gefallen: Bunte Seerosen in der Orangerie, eine schöne Allee, der Schüsselesee mit Fontäne, eine Sammlung historischer Spielgeräte und überall blühende Blumen, Sträucher und Büsche.

Unser Tipp: Im Herbst kann man im Blühenden Barock die weltgrößte Kürbisausstellung besuchen, die hier für drei Monate lang installiert wird. Auf die Besucher warten hunderttausende Kürbisse, mehr als 600 verschiedene Kürbissorten sowie Figuren, Skulpturen und diverse Kürbis-Köstlichkeiten.

Der Märchengarten

Einige Jahre nach Eröffnung des Blühenden Barock wurde der Märchengarten eröffnet, um eine Attraktion für Kinder zu schaffen und darüber auch mal wieder die Erwachsenen zu einem Besuch im Blühenden Barock zu bringen. Die Idee hat funktioniert, denn der Märchengarten war der absolute Renner und ein Besuchermagnet. Auch heute noch kann man hier über 40 Märchenszenen in nahezu unveränderter Form bestaunen, die der damalige Gartendirektor Albert Schöchle 1959 aufbauen ließ. Den Märchengarten kann man mit seinem Eintrittsticket für das “Blühende Barock” besuchen, d.h. es wird kein separater Eintritt fällig.

Wir sind eine Zeit lang durch den Märchengarten spaziert und haben uns verschiedene Märchenszenen wie das tapfere Schneiderlein, Schneewittchen, Hänsel & Gretel, Max & Moritz, Rotkäppchen und viele weitere angeschaut. Die Liebe zum Detail, mit der die Märchen visualisiert wurden, hat uns richtig gut gefallen. Ein bisschen überrascht waren wir auch, wie wenige Märchen aus der Kindheit man eigentlich im Detail kennt. Der Märchengarten ist also auf jeden Fall etwas für Klein und Groß 😉

Das Jagd- und Lustschloss Favorite

Zum barocken Schloss-Ensemble in Ludwigsburg gehört auch noch das barocke Schloss Favorite, das sich direkt gegenüber vom Residenzschloss befindet. Das Schloss entstand in den Jahren 1717 bis 1723 und wurde von den Herrschern bei Jagden, für Festlichkeiten und als sommerliche Villa genutzt. Es befindet sich in einem sehr weitläufigen Park, der ursprünglich für eine Fasanenzucht angelegt wurde. Der Wildpark steht seit 1937 unter Naturschutz und ist das älteste Naturschutzgebiet Baden-Württembergs, in dem heute Wild und Füchse, Fasane und viele Vogelarten zuhause sind.

Der Park rund um das Schloss ist kostenfrei zugänglich; lediglich für den Besuch des Schlosses wird ein Eintrittspreis fällig.

Schloss Favorite, Ludwigsburg

Das Schloss Favorite

Rund um den Marktplatz in Ludwigsburg

Nach unserem Besuch des Schlossparks und des Märchengartens haben wir einen kleinen Abstecher zum Marktplatz gemacht, der nur wenige Gehminuten vom Schloss entfernt liegt. Der zentrale, sehr großzügig angelegte Platz wurde im 18. Jahrhundert gestaltet und wird begrenzt von mehreren Arkadenhäusern, sowie zwei einander gegenüberstehenden Kirchen. Südlich des Marktplatzes findet man das Rathaus und das Ludwigsburger Museum, das die vielseitige, 300-jährige Geschichte der Stadt zeigt.

Der Tag in Ludwigsburg hat uns sehr gut gefallen und wir können einen Besuch der Stadt sehr empfehlen. Ludwigsburg ist ein wunderbares Ausflugsziel von Stuttgart aus. Man kann allein im “Blühenden Barock”, dem Märchenwald und dem Residenzschloss locker einen Tag verbringen und hat eine perfekte Mischung aus Kultur, Natur und jeder Menge Spaß.

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