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Skagway – Alte Goldgräberstadt & Hundeschlitten-Abenteuer (USA)

Kategorien: Reiseberichte, Nordamerika, USA

Die alte Goldgräberstadt Skagway war der 3. Stopp unserer Alaska-Kreuzfahrt mit Princess Cruises. Da wir bereits um 6.30 Uhr morgens angelegt haben und unsere Abfahrt erst für 20.30 Uhr geplant war, hatten wir den ganzen Tag Zeit, um das Städtchen und das Umland zu erkunden. Perfekt für uns, denn so konnten wir einen Bootsausflug zur Bärenbeobachtung nach Haines machen, die Old Town von Skagway erkunden und noch an einem Hundeschlitten-Abenteuer teilnehmen 🙂

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Skagway – die ehemalige Goldgräberstadt

Die Geschichte von Skagway reicht bis in das Jahr 1887 zurück, als der Dampfschiffkapitän William Moore hier eine erste Siedlung mit dem Namen “Mooreville” gründete. Die kleine Siedlung war 10 Jahre später für die Goldgräber beim großen Klondike-Goldrausch ein wichtiger Stützpunkt und Ausgangspunkt für die Routen über die White Pass Route oder den Chilkoot Trail durch die Coast Mountains. Der Klondike-Goldrausch brachte ab dem Jahr 1896 mehr als hunderttausend Goldsucher an den Klondike River bei Dawson. Die gelandeten Goldsucher benannten Mooreville in Anlehnung an den indianischen Ortsnamen Skagua schließlich in „Skagway“ um.

Der Goldrausch führt dazu, dass Skagway im Jahr 1898 mit rund 20.000 Einwohnern bereits die größte Stadt Alaskas war. Hotels, Salons, Tanzlokale und Spielhöllen florierten. Aber als der Goldertrag bereits 2 Jahre später schrumpfte, verringerte sich auch die Bevölkerung, da die Bergleute schnell auf neue Funde in Nome, einer Stadt im Westen Alaskas, umstiegen. Heute hat Skagway weniger als 1.000 Einwohner, hat sich aber immer noch den Charme einer alten Goldgräberstadt erhalten.

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Eine Karte von Skagway

Die Hafeninfo von Princess Cruises über Skagway

Anlegestelle: Railroad Forward Dock
Ankunft: 6.30 Uhr
Abfahrt: 20.30 Uhr

Jeden Abend findet man auf seiner Kabine die Hafeninfo für das kommende Reiseziel. Der Flyer gibt einen sehr schönen Überblick über den Ort und inspiriert mit Tipps für die Erkundung der Region. Hier könnt Ihr Euch die ausführliche Hafeninfo von Princess Cruises über Skagway als .pdf Version herunterladen.

Hafeninfo von Pincess Cruises für Skagway, Alaska, USA, Reisebericht Kreuzfahrt

Die Hafeninfo von Pincess Cruises für Skagway

Der Hafen & das Railroad Forward Dock

In Skagway hatten wir mit unserer Royal Princess die Pole Position, da wir hier bereits um 6.30 Uhr morgens angelegt haben. Kurze Zeit nach unserem Anlegemanöver kam auch die Norwegian Bliss der Reederei NCL in den Hafen, sodass an dem Tag “nur” 2 Schiffe in Skagway angelegt haben. Damit hatten wir richtig viel Glück, denn es gibt Tage, an denen hier bis zu 5 Schiffe anlegen. Dementsprechend voll kann es in dem kleinen Städtchen werden.

Im Jahr 2019 laufen 35 verschiedene Schiffe insgesamt 446 mal den Hafen von Skagway an. Damit kommen jährlich etwa 980.000 Kreuzfahrtpassagiere in die Stadt. Bei einer jährlichen Besuchszahl von etwa 1 Million, macht das satte 98% über den Kreuzfahrttourismus. Wahnsinn! Obwohl Skagway eine von drei Städten in Südost-Alaska ist, die mit dem Auto erreichbar ist, kommen doch die meisten Besucher per Kreuzfahrtschiff hierher.

Am Hafen angekommen, lag unsere Aufmerksamkeit am Railroad Dock erst einmal auf der sogenannten Ship Signature Wall. Das ist eine beeindruckende Wand aus massivem Granitstein, die sicherlich eine der einzigartigsten Kunstsammlungen Alaskas beherbergt. Seit dem Jahr 1928 verewigen sich an dieser Wand traditionsgemäß die Schiffsbesatzungen, um an ihre erste Reise nach Skagway zu erinnern. Mittlerweile ist hier das “Who’s Who” der Kreuzfahrt-Szene vertreten, die in den letzten 90 Jahren mit ihren Schiffen durch Alaska gefahren sind.

Direkt am Eingang des Hafens ist der Startpunkt der berühmten Eisenbahnstrecke “White Pass and Yukon Railway”, die 1898 während des Klondike Goldrausches erbaut wurde. Die Eisenbahnstrecke ist als internationales historisches Bauwerk ausgezeichnet. Dies ist eine Auszeichnung, die sie sich beispielsweise mit dem Panamakanal, dem Eiffelturm und der Freiheitsstatue teilt. Die White Pass & Yukon Railway gewinnt auf einer Strecke von 20 Meilen fast 1.000 Meter Höhe und bietet gleichzeitig einen unübertroffenen Blick auf Wasserfälle, Schluchten, Gletscher und historische Stätten.

Ein Spaziergang durch die Stadt

Von den Anlegestellen der Kreuzfahrtschiffe ist es ein kurzer Weg in das Zentrum von Skagway (etwa 1 Kilometer). Wir sind zunächst die Broadway Street entlang gelaufen, die von Holzbürgersteigen und restaurierten Gebäuden gesäumt ist, die so aussehen wie vor über 100 Jahren zu den Zeiten des Goldrausches. Viele der Gebäude gehören zum Klondike Gold Rush National Historical Park, der vom National Park Service unterhalten wird.

Das eindrucksvollste Gebäude von Skagway ist die Arctic Brotherhood Hall, in der das Skagway Convention and Visitors Bureau untergebracht ist. Die Fassade des Gebäudes wurde im Jahr 1899 aus 8.833 Stücken Treibholz zusammengesetzt.

Ein paar Straßen weiter befindet sich Moore’s Cabin, das älteste Gebäude der Stadt, das aus dem Jahr 1887 stammt. Captain William Moore baute die Kabine, als er sein Gehöft als Gründer der Stadt bewachte. Durch den National Park Service wurde das Gebäude zwischenzeitlich renoviert.

Da wir in keinerlei Souvenirläden oder Geschäfte gegangen sind, haben wir für die Besichtigung des kleinen Städtchens nur etwa 30 Minuten benötigt. Sicherlich kann man hier auch noch länger verweilen, wenn genügend Zeit vorhanden ist.

Auf dem Weg zurück zum Schiff sind wir noch am Eisenbahndepot vorbeigekommen sowie an der Centennial Statue. Die Statue wurde 1997 errichtet, um das 100-jährige Jubiläum der Entdeckung von Gold in der Region zu feiern. Es zeigt eine Szene, die typisch für den Beginn der Reise eines Goldsuchers durch die kleine Stadt Skagway bis zum White Pass war: ein Tlingit-Packer, der den Weg zeigte. Die Gleise der historischen White Pass Yukon Railroad befinden sich direkt hinter der Statue.

Unser Ausflug “Musher’s Camp & Sled Dog Experience”

Wer denkt, dass Hundeschlittenfahrten nur etwas für den Winter wären, liegt falsch. Auch in den Sommermonaten kann man in Alaska dieses Abenteuer erleben. Um einen Einblick in ein Hundeschlitten-Camp zu erhalten, haben wir am Nachmittag über Princess Cruises an dem Ausflug Musher’s Camp & Sled Dog Experience teilgenommen, der 3,25 Stunden dauert und pro Person 160 USD kostet. Für die Tour wurden wir – und etwa 20 andere Passagiere – mit einem kleinen Bus direkt am Hafen abgeholt und zum Musher’s Camp gefahren. Auf der Fahrt dorthin haben wir von unserem Fahrer schon allerlei Wissenswertes über Skagway, aber auch die Umgebung und die Arbeit im Camp erfahren.

Unsere Fahrt brachte uns innerhalb von etwa 15 bis 20 Minuten zum Parkplatz des Musher’s Camp. Von hier ging es dann ein Stück zu Fuß zum eigentlichen Camp. Auf dem Hof des Camps gibt es einen großen Souvenirshop und von hier starten auch die Geländetrucks, die uns hoch hinauf zu den Schlittenhunden gebracht haben.

Kurze Zeit später ging es dann auch tatsächlich schon los. Über Stock und Stein haben wir uns mit dem Unimog langsam vorwärts bewegt und es ging immer höher und höher. Nach etwa 30 Minuten sind wir oben in den Bergen in dem Hundecamp angekommen. Schon von Weitem konnten wir sehen, wie “unsere Hunde” auf uns gewartet haben und es gar nicht abwarten konnten, bis es endlich losgeht.

Unsere Gruppe hat sich dann relativ schnell auf die einzelnen Hundeschlitten verteilt. In jedem Wagen war für 6 Personen Platz. Nachdem uns unser Musher ein paar Instruktionen gegeben hatte, ging es auch schon los.

Ein Musher ist übrigens der Fachausdruck für den Menschen, der ein Hundeschlittengespann lenkt. Er steht auf dem Schlitten und lenkt sein Gespann alleine durch gerufene Kommandos, die vom Leithund umgesetzt werden müssen.

Wie von der Tarantel gestochen sind die 15 Hunde plötzlich losgelaufen und haben unser Hundeschlittengespann hinter sich hergezogen. Wir dachten zunächst, dass wir eine größere Runde in dem Wald drehen werden, aber leider sind wir immer die gleiche Schleife gefahren – und das ganze 3 Mal. Wir dachten tatsächlich auch, dass die Hunde schneller und fokussierter unterwegs sind, denn oftmals ist es passiert, dass der Leithund plötzlich stehen geblieben ist und am Gras geschnüffelt hat oder ein Hund erstmal sein Geschäft (während des Laufens) machen musste. Es ist klar, dass es sich hierbei um Tiere handelt, die sicherlich auch ihren eigenen Kopf haben, aber da die Fahrt insgesamt nur etwa 15 Minuten ging, haben wir uns das irgendwie etwas anders vorgestellt. Das liegt sicherlich auch daran, dass man die Bilder und Szenen von Hundeschlittenrennen im Schnee im Kopf hat und das ja oftmals etwas flüssiger und “eleganter” aussieht.

Nachdem wir wieder an dem Ausgangspunkt angekommen waren, hatten wir noch die Möglichkeit, “unsere” Hunde kennenzulernen und sie zu streicheln.

Nach kurzer Zeit ging es mit dem Unimog dann zurück zum Camp, wo wir von einer Mitarbeiterin mehr über die Geschichte des Hundeschlittenrennens erfahren haben, denn immerhin ist das sogenannte “Dog Mushing” Alaskas Nationalsport und hat damit einen hohen Stellenwert. Das längste Hundeschlittenrennen der Welt ist übrigens das Iditarod. Es führt über mehr als 1.850 Kilometer durch die kaum berührte Natur Alaskas.

Zum Abschluss unseres Ausflugs wartete noch ein kleines Highlight auf uns – naja, eigentlich waren es ganz viele Highlights: Wir durften kleine Welpen streicheln 🙂 Die waren so putzig!

Auf unserem Rückweg nach Skagway haben wir an einem Aussichtspunkt angehalten, der einen tollen Blick auf die Nahku Bay geboten hat. Zudem haben wir einen Weißkopfseeadler gesehen, der direkt in einem Baum an der Straße saß.

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Ausblick in die Nahku Bay

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Ein Weißkopfseeadler

Bei unserem heutigen Aufenthalt in Skagway haben wir noch die Chance genutzt, Bären in freier Wildbahn zu sehen. Über den Ausflug haben wir in einem separaten Beitrag etwas geschrieben.

Alle Reiseberichte unserer Alaska-Kreuzfahrt

Unsere Kreuzfahrt mit der Royal Princess führte uns eine Woche an der Küste entlang ab Vancouver in Richtung Norden bis nach Whittier (Anchorage). Bei diesem tollen Kreuzfahrt-Abenteuer rund um den nördlichsten Bundesstaat der USA haben wir die Städte Ketchikan, Juneau sowie Skagway besucht. Zudem haben wir eine Scenic-Cruise im Glacier Bay Nationalpark und im College Fjord unternommen mit atemberaubenden Ausblicken auf die Gletscher von Alaska.

Route Alaska Kreuzfahrt Princess Cruises
Tag 1: Einreise nach Kanada (eTA Antrag) & in die USA (ESTA Antrag)
Tag 1: Royal Princess – Unser Schiff für die Alaska-Kreuzfahrt
Tag 1: Die Sehenswürdigkeiten von Vancouver
Tag 2: Seetag
Tag 3: Ketchikan – Totempfähle, Weißkopfseeadler & Lachse
Tag 4: Juneau - die Hauptstadt Alaskas
Tag 4: Juneau – Whale Watching Tour & Besuch des Mendenhall-Gletscher
Tag 5: Skagway – Ein Spaziergang durch die alte Goldgräberstadt & ein Hundeschlitten-Abenteuer
Tag 5: Haines – Bären und Weißkopfseeadler am Chilkoot River (Wildlife Tour)
Tag 6: Scenic Cruise durch den Glacier-Bay Nationalpark
Tag 7: Scenic Cruise durch den College Fjord & Ankunft in Whittier
Tag 8: Anchorage – Seward Highway & das Alaska Wildlife Conservation Center


iWeiterführende Links:
Skagway – Convention & Visitors Bureau
White Pass & Yukon Route Railway – Offizielle Webseite
Klondike Gold Rush National Historical Park – U.S. National Park Service
Princess Cruises – Alaska Kreuzfahrten

Blogger Kooperation

Anzeige: Dieser Beitrag enthält Werbung. Zu der Alaska-Kreuzfahrt auf der Royal Princess wurden wir von Princess Cruises eingeladen. Unsere Meinung bleibt davon unberührt und wir haben ausschließlich unsere eigenen Erfahrungen und Eindrücke geschildert.


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