Goslar – Sehenswürdigkeiten der UNESCO-Welterbestadt (Deutschland)

Kategorien: Reiseberichte, Europa, Deutschland

Zum Abschluss unseres Kurzurlaubs im Harz haben wir noch einen Abstecher in die nahegelegene Kreisstadt Goslar gemacht, die an den nordwestlichen Ausläufern des Harzes im Bundesland Niedersachsen liegt.

Goslar Headerbild

Wissenswertes über Goslar

Goslar wurde im Jahr 979 erstmals als Bergbauort erwähnt und hat mittlerweile etwa 50.000 Einwohner. Die 1000-jährige Geschichte der Stadt begegnet einem bei einem Bummel durch die Stadt, denn hier trifft Tradition, Geschichte und Moderne aufeinander: Man findet historische Gebäude, imposante Fachwerkhäuser und die einzigartige Kaiserpfalz bis hin zu Plätzen und Geschäften, die zum Verweilen, Entspannen und Shoppen einladen.

Seit 1992 gehört die Altstadt von Goslar sowie das am Stadtrand liegende ehemalige Erzbergwerk Rammelsberg unter der Bezeichnung „Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft“ zu den UNESCO-Weltkulturerbestätten.

Die Sehenswürdigkeiten in Goslar

Wir haben unser Auto in einem Parkhaus direkt in der Innenstadt von Goslar abgestellt und konnten die Stadt so prima zu Fuß bei einem Spaziergang erkunden.

Rund um den Marktplatz

Die historische Altstadt von Goslar ist sehr gut erhalten und umfasst über 1.500 Fachwerkhäuser aus verschiedenen Epochen. Zentraler Anlaufpunkt ist der Marktplatz mit seinem Rathaus aus dem 15. Jahrhundert. In den Jahrhunderten danach wurde es immer wieder durch neue Anbauten vergrößert. Seit 2011 finden am Rathaus umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen statt, die wohl erst im Jahr 2021 beendet sein werden. In unmittelbarer Nähe zum Rathaus befindet sich das im Jahr 1484 erbaute historische Gildehaus Kaiserworth mit seiner markanten roten Fassade, in dem sich heute ein Hotel befindet. Der Marktbrunnen steht in der Mitte des Marktplatzes und wird von einem goldenen Adler bekrönt, dem Wahrzeichen Goslars. An der Ostseite des Marktplatzes befindet sich im Giebel des Kämmereigebäudes ein Glocken- und Figurenspiel, das vier Mal täglich erklingt und die Geschichte des Rammelsberger Bergbaus vorführt.

Hinter dem Marktplatz gelangt man zur Marktkirche St. Cosmas und Damian mit ihren beiden unterschiedlichen Türmen. Der 66 Meter hohe Nordturm ist über die „Himmelsleiter“ begehbar und bietet von oben einen wunderschönen Blick über die Stadt. Es lohnt sich ein Spaziergang rund um den Marktplatz durch die kopfsteingepflasterten Gassen, denn hier befinden sich einige schöne alte Gilde- und Bürgerhäuser, wie das Bäckergildehaus und das Brusttuch – eines der schönsten Patrizierhäuser Goslars. Goslars ältester Platz, der Schuhhof, ist ebenfalls unmittelbar am Marktplatz gelegen.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt

Einen Abstecher zur Abzucht, ein durch Goslar fließender Bach, sollte man nicht verpassen, denn gerade am Ufer befinden sich hier auch einige sehr schöne Fachwerkhäuser, die ein idyllisches Fotomotiv abgeben (z.B. in der Abzuchtstraße). Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Zwinger, ein Batterieturm und ehemaliger Bestandteil der Befestigungsanlage, das Breite Tor, ein ehemaliges Stadttor sowie die Peterstraße und Glockengießerstraße, in der sich wunderschöne Fachwerkhäuser befinden.

Die Kaiserpfalz

Die zwischen 1040 und 1050 unter Heinrich III. errichtete Kaiserpfalz gilt als größter Profanbau seiner Zeit und ist ein einzigartiges Denkmal weltlicher Baukunst. Über 200 Jahre lang wurde hier auf zahlreichen Reichs- und Hoftagen deutsche und europäische Geschichte geschrieben. Die Kaiserpfalz umfasst ein Gelände von etwa 340 x 180 Metern und liegt am Fuße des Rammelsbergs im Süden Goslars. Auf dem Gelände befinden bzw. befanden sich u.a. das Kaiserhaus, das frühere Kollegiatstift „St. Simon und Judas“, die Pfalzkapelle St. Ulrich und die Liebfrauenkirche.

Das Besucherbergwerk Rammelsberg

Südlich der Goslarer Innenstadt befindet sich das ehemalige Erzbergwerk und heutige Besucherbergwerk Rammelsberg, das als einziges Bergwerk der Welt kontinuierlich über 1.000 Jahre in Betrieb gewesen ist.

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Weltkulturerbe Rammelsberg – Museum & Besucherbergwerk

Das Bergwerk hat in seiner Geschichte knapp 30 Millionen Tonnen Erz geliefert und wurde im Juni 1988 vom letzten Eigentümer, der Preussag AG Metall, stillgelegt, da die Lagerstätte weitgehend erschöpft war. Eine Bürgerinitiative verhinderte den Abriss der Bergwerksanlage und machte eine Neueröffnung als Besucherbergwerk möglich. Wenige Jahre später, in 1992, wurde das Erzbergwerk als erste Industrieanlage in Deutschland von der UNESCO zusammen mit der Altstadt von Goslar zum Weltkulturerbe ernannt.

Wir haben uns für 9 EUR pro Person eine Tageskarte für das Museum gekauft, um so einen besseren Einblick in das frühere Arbeits- und Alltagsleben der Bergleute zu erhalten. Gerne hätten wir auch an einer der vielen Führungen teilgenommen, bei denen man teilweise auch unter Tage abtauchen kann, doch leider waren schon alle ausgebucht. Auf dem Gelände des Museums gibt es verschiedene Ausstellungen – teilweise inmitten der originalen Aufbereitungsmaschinen.

Die Stabkirche Hahnenklee

Im Goslarer Stadtteil Hahnenklee-Bockswiese befindet sich eine wunderschöne Stabkirche, die der norwegischen Stabkirche Borgund nachempfunden und nach einer einjährigen Bauzeit im Juni 1908 geweiht wurde. Die Kirche wurde von Prof. Karl Mohrmann, Konsistorialbaumeister der Hannoverschen Landeskirche, erbaut. Er orientierte sich beim Bau an den nordischen Holzkirchen, passte die Hahnenkleer Stabkirche aber in Größe und Gestaltung den Bedürfnissen der Gemeinde an. So bietet sie beispielsweise mit 240 Sitzplätzen deutlich mehr Platz als ihre Vorbilder mit ca. 50 Plätzen und lässt durch die relativ großen Fenster viel Licht in den Innenraum.

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Die Gustav-Adolf-Stabkirche in Goslar

Unsere Reiseberichte aus dem Harz

Eine Woche lang waren wir im Harz unterwegs und haben dabei viel Sehenswertes erkundet und Neues entdeckt: Historische Stadtkerne in Wernigerode und Quedlinburg, bunte Fachwerkhäuser, beeindruckende Schlösser, Deutschlands längste Hängebrücke ihrer Art, viel Natur und wunderschöne Wanderwege, fantastische Ausblicke, eine erlebnisreiche Fahrt mit der Brockenbahn und vieles mehr. Der Harz ist mit seinen unendlichen Ausflugszielen eine vielfältige und interessante Region, die uns sehr begeistert hat.
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