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Scenic Cruise durch den Glacier-Bay Nationalpark (USA)

Kategorien: Reiseberichte, Nordamerika, USA

Nachdem wir die letzten Tage auf unserer Fahrt durch die Inside Passage die Städte Ketchikan, Juneau, Skagway und Haines besucht hatten, waren die letzten 2 Tage unserer Alaska-Kreuzfahrt mit Princess Cruises eine “Scenic Cruise”. Dies bedeutet, dass das Schiff nicht mehr in einem Hafen anlegt, sondern dass man direkt vom Schiff die Highlights des Glacier-Bay Nationalparks und des College Fjords bestaunen kann.

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Der Glacier-Bay Nationalpark in Alaska

Der Glacier-Bay Nationalpark gehört zu den Highlights in Alaska und ist von der UNESCO als Teil eines internationalen Biosphärenreservats und seit 1992 als Weltnaturerbe ausgezeichnet. Die Region besitzt das größte nicht-polare Eisfeld der Welt!

Wissenswertes über den Park

Der Glacier-Bay Nationalpark zieht jährlich bis zu 400.000 Besucher an und liegt im Süden von Alaska, etwa 150 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Juneau. Der Park bietet schneebedeckte Bergketten, die bis zu 4.500 Meter Höhe erreichen. Der höchste Punkt liegt an der Flanke des 4.663 Meter hohen Mount Fairweather.

Der über 13.000 km² große Nationalpark ist seit 1925 ein geschütztes Gebiet. Als der englische Kapitän George Vancouver 1794 die heutige Region erstmals erforschte, war die Bucht fast vollständig vom Eis der Gletscher bedeckt. Aber bereits 1879, keine 100 Jahre später, stellte der schottische Naturwissenschaftler John Muir fest, dass sich die Eismassen um bis zu 80 Kilometer zurückentwickelt hatten. Viele Stellen der Bay waren jetzt eisfrei. Die Erwärmung der Erde – und der damit verbundene Rückgang der Gletscher – ist im Park bis heute eindrucksvoll zu erkennen.

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Eine Karte vom Glacier-Bay Nationalpark

Anreise

Es führen keine Straßen zum Glacier-Bay Nationalpark! Wer den Park individuell besuchen möchte, der muss entweder mit dem Flugzeug oder dem Schiff anreisen.

Mit dem Kreuzfahrtschiff: Der überwiegende Teil der Besucher (98%) erkundet den Park an Bord eines Kreuzfahrtschiffes und geht dabei nicht an Land. Interessant ist, dass insgesamt nur 7 Reedereien eine Erlaubnis haben, mit dem Schiff in die Glacier Bay zu fahren. Im Oktober 2019 wurden hierfür neue Konzessionsverträge mit einer Laufzeit von 10 Jahren an folgende Reedereien vergeben: Princess Cruise Lines, Holland America Line, NCL, Carnival, Seabourn Cruise Line, Viking Cruises und Royal Caribbean.

Mit dem Flugzeug: Der kleine Flughafen befindet sich in Gustavus, dem so genannten “Gateway to Glacier Bay National Park”. Von hieraus starten in den Sommermonaten Flüge nach Juneau, Haines und Skagway.

Mit der Fähre: Seit 2011 bietet das Fährsystem des Alaska Marine Highway einen regelmäßigen Service von Juneau nach Gustavus. Die einzige nennenswerte Straße ist 15 Kilometer lang und führt vom Flughafen über den Ort Gustavus direkt zum Besucherzentrum.

Unterkünfte

Direkt im Nationalpark gibt es einen Campingplatz und nur eine Unterkunft: die Glacier Bay Lodge Werbung / Affiliate in Bartlett Cove. Die Preise für ein Doppelzimmer fangen hier meist bei 200 EUR pro Nacht an. Außerhalb des Parks gibt es in dem kleinen Städtchen Gustavus zudem ein paar einfache Unterkünfte und Bed & Breakfast-Pensionen.

Das Besucherzentrum

Wer sich über den Park informieren möchte, kann dies am besten im Glacier Bay National Park Visitor Center im ersten Stock der Glacier Bay Lodge machen. Das Info-Center ist von Ende Mai bis Anfang September geöffnet. Vom Besucherzentrum aus sind viele Wanderwege erreichbar. Auch ein Kajak- und Bootsverleih sind vorhanden.

Die beste Möglichkeit, um den Park kennenzulernen, ist eine von Park Rangern geführte Glacier Bay Day Tour, die morgens um 7.30 Uhr vom Dock der Glacier Bay Lodge startet. Bei der Tour fährt man mit einem Hochgeschwindigkeitskatamaran zwischen Inseln hindurch, die noch vor 200 Jahren vollständig von Eis bedeckt waren, und besichtigt aus nächster Nähe die teils über 75 Meter aus dem Wasser ragenden massiven Gezeitengletscher. Der Preis für die ganztägige Tagestour, die Mittagessen und Getränke beinhaltet, beträgt zur Zeit 220 USD + Tax pro Person.

Eintritt & Öffnungszeiten

Der Park ist ganzjährig geöffnet, allerdings stehen in den Wintermonaten nur begrenzte Services zur Verfügung. Für den Glacier Bay National Park and Preserve wird kein Eintritt erhoben.

Die Tierwelt im Park

Auf den dicht bewaldeten Inseln des Nationalparks leben zahlreiche Tierarten, wie zum Beispiel Braunbären, Schwarzbären, Wölfe, Schneeziegen, Elche, Kojoten, Füchse, Murmeltiere, Stachelschweine, Rothörnchen, Weißkopfseeadler und mehr als 200 weitere Vogelarten. Im Wasser lebt eine Vielzahl von Meeressäugern wie Killerwale (Orcas), Buckelwale, Grauwale, Seehunde, Robben, Seeotter, Biber und natürlich eine Menge Lachse.

Die Gletscher im Park

Heute sind noch rund 27 Prozent des Glacier-Bay-Nationalparks von Gletschern bedeckt. Von den 100 Gletschern, die den Nationalpark in vier Bergketten durchziehen, reichen 7 bis in das von den Gezeiten beeinflusste Wasser der Fjorde. Das Eis, das von der Vorderseite der Gletscher oftmals lautstark abbricht, ist hierbei durchschnittlich 200 Jahre alt. Zu den spektakulärsten Gletschern zählt eindeutig der gewaltige Margerie-Gletscher im Tarr Inlet. Er mündet nach 34 Kilometern Länge in einer über 75 Meter hohen Steilwand direkt ins Meer.

Sehr eindrucksvoll fanden wir auch diese Karte, die die unterschiedlichen Gletscherausdehnungen im Jahresverlauf zeigt. So kann man sehen, dass im Jahr 1794 die komplette Glacier Bay noch mit Eis bedeckt war.

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Die Gletscherausdehnungen der Glacier-Bay im Jahresverlauf

Die Scenic-Cruise durch den Glacier-Bay Nationalpark

Unsere Fahrt in den Nationalpark an Bord der Royal Princess hat bereits am frühen Morgen begonnen, als um 6.15 Uhr in der Bartlett Cove ein Park Ranger zu uns auf das Schiff gekommen ist. Die Ranger erzählen während der Fahrt über die Schiffslautsprecher viel über die Geschichte des Nationalparks, die einheimische Tierwelt und die einzigartige Natur.

Die Glacier Bay

Die ersten 3 Stunden der Scenic-Cruise führten durch die spiegelglatte Glacier Bay, vorbei an einsamen Inseln wie Strawberry Island, Willoughby Island oder Drake Island, an 3.000 Meter hohen schneebedeckten Bergen und majestätischen Gletschern – und das bei einem Traumwetter ☼

Der Lamplugh-Gletscher

Das erste Highlight bei der Cruise durch den Nationlpark ist der Lamplugh-Gletscher. Dieser 16 Kilometer lange und bis zu 1,5 Kilometer breite Gletscher strömt vom Brady Icefield in nordnordwestlicher Richtung bis in das Johns Hopkins Inlet. Die Eisfront am unteren Gletscherende weist eine Breite von 1,2 Kilometern auf und ragt bis zu 45 Meter über das Wasser. Mittlerweile hat sich das Eis des Gletschers schon so weit zurückgezogen, dass es leider nicht mehr bis ans Wasser reicht.

Das Johns Hopkins Inlet

Vom Lamplugh-Gletscher ist die Royal Princess dann in das Johns Hopkins Inlet gefahren, eine Bucht an der Mündung des Johns-Hopkins-Gletschers. Die Kulisse des engen Fjords mit den steil aufragenden Bergen und schneebedecken Gipfeln war wirklich grandios 🙂

Der Margerie-Gletscher im Tarr Inlet

Vom Johns Hopkins Inlet ging die Fahrt weiter in das Tarr Inlet, der nördlichste Seitenarm der Glacier Bay. Das Inlet ist etwa 15 Kilometer lang und drei Kilometer breit und verläuft bis fast an die Grenze zu Kanada. Der Grand-Pacific-Gletscher, der keine durchgehende Eisfläche bis zum Wasser besitzt, mündet in den Kopfbereich der Bucht, der Margerie-Gletscher liegt etwas weiter südlich am linken Ufer.

Der Margerie-Gletscher ist ein 34 km langer Gletscher und sicherlich das Highlight der Scenic-Cruise im Glacier-Bay Nationalpark. Der Gletscher entspringt an der Südflanke des Mount Root und fließt von dort bis zum Tarr Inlet. Die Eisfront erhebt sich rund 75 Meter über das Wasser des Fjords und nochmal 30 Meter liegen unter der Wasserlinie. Der Margerie-Gletscher ist dabei einer der wenigen Gletscher, die heute noch wachsen: pro Jahr wächst die Eisfront um rund zehn Meter!

Insgesamt sind wir 9 Stunden durch den Glacier-Bay Nationalpark gefahren und hatten dabei auch super Glück mit dem Wetter: ein fast strahlend blauer Himmel und angenehme Temperaturen. Das kann hier in der Gegend auch ganz anders sein. Insgesamt hat uns die Scenic-Cruise sehr gut gefallen und uns ein wenig an unsere Kreuzfahrt durch den Geirangerfjord in Norwegen erinnert 😉

Gegen 15 Uhr hat der Park Ranger unser Schiff wieder verlassen und wir haben unsere Fahrt nordwärts Richtung Anchorage fortgesetzt.

Alle Reiseberichte unserer Alaska-Kreuzfahrt

Unsere Kreuzfahrt mit der Royal Princess führte uns eine Woche an der Küste entlang ab Vancouver in Richtung Norden bis nach Whittier (Anchorage). Bei diesem tollen Kreuzfahrt-Abenteuer rund um den nördlichsten Bundesstaat der USA haben wir die Städte Ketchikan, Juneau sowie Skagway besucht. Zudem haben wir eine Scenic-Cruise im Glacier Bay Nationalpark und im College Fjord unternommen mit atemberaubenden Ausblicken auf die Gletscher von Alaska.

Route Alaska Kreuzfahrt Princess Cruises
Tag 1: Einreise nach Kanada (eTA Antrag) & in die USA (ESTA Antrag)
Tag 1: Royal Princess – Unser Schiff für die Alaska-Kreuzfahrt
Tag 1: Die Sehenswürdigkeiten von Vancouver
Tag 2: Seetag
Tag 3: Ketchikan – Totempfähle, Weißkopfseeadler & Lachse
Tag 4: Juneau - die Hauptstadt Alaskas
Tag 4: Juneau – Whale Watching Tour & Besuch des Mendenhall-Gletscher
Tag 5: Skagway – Ein Spaziergang durch die alte Goldgräberstadt & ein Hundeschlitten-Abenteuer
Tag 5: Haines – Bären und Weißkopfseeadler am Chilkoot River (Wildlife Tour)
Tag 6: Scenic Cruise durch den Glacier-Bay Nationalpark
Tag 7: Scenic Cruise durch den College Fjord & Ankunft in Whittier
Tag 8: Anchorage – Seward Highway & das Alaska Wildlife Conservation Center


iWeiterführende Links:
Glacier Bay National Park & Preserve – Offizielle Seite
Alaska State Ferry – Info & Tickets
Glacier Bay Day Tour – Info & Tickets
Booking.com – Die Glacier Bay Lodge Werbung / Affiliate
Princess Cruises – Alaska Kreuzfahrten

Blogger Kooperation

Anzeige: Dieser Beitrag enthält Werbung. Zu der Alaska-Kreuzfahrt auf der Royal Princess wurden wir von Princess Cruises eingeladen. Unsere Meinung bleibt davon unberührt und wir haben ausschließlich unsere eigenen Erfahrungen und Eindrücke geschildert.


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