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Ketchikan – Totempfähle, Weißkopfseeadler & Lachse (USA)

Kategorien: Reiseberichte, Nordamerika, USA

Nach dem Start unserer Kreuzfahrt in Vancouver und einem ruhigen Seetag durch die Inside Passage ohne jeglichen Seegang, sind wir heute in dem kleinen Städtchen Ketchikan angekommen – dem ersten Stopp unserer Kreuzfahrt mit Princess Cruises entlang der Küste von Alaska.

Wissenswertes über Ketchikan – “Alaska´s 1st City”

Die Geschichte der heutigen Stadt Ketchikan in Alaska begann im Jahr 1883, als hier eine Fabrik zur Lachsverarbeitung errichtet wurde. Die Lachse wurden hier in Konservendosen geschweißt, was Ketchikan den Beinamen „Salmon Capital of the World” eingebracht hat. Zur Fischwirtschaft kamen im Laufe der Jahre noch der Bergbau und die Gewinnung und Verarbeitung von Nutzholz hinzu.

In Alaska gibt es übrigens fünf verschiedene Lachsarten: Den Königslachs (King salmon), Silberlachs (Coho salmon), Buckellachs (Pink salmon), Ketalachs (Chum salmon) und den Rotlachs (Sockeye salmon). Lachse haben einen recht ungewöhnlichen Lebenszyklus und sind anadrom. Das bedeutet, dass sie im Süßwasser der vielen tausend Flüsse und Seen in Alaska laichen und die Jungfische anschließend ins offene Meer wandern. Hier wachsen sie heran und durchstreifen dabei den Golf von Alaska und das Beringmeer. Die ausgereiften Lachse kehren dann wieder in den Fluss ihrer Geburt zurück, um zu laichen und anschließend zu sterben. Und so beginnt der Kreislauf von neuem.

Ketchikan ist zudem bekannt als Alaska´s 1st City. Dieser Slogan kommt nicht – wie man vielleicht auf den ersten Blick denkt – daher, weil es die erste Stadt von Alaska war, sondern weil Ketchikan die erste Stadt ist, in der man ankommt, wenn man die “Inside Passage” nach Norden nimmt. Der Name der Stadt ist nach dem Fluss Ketchikan Creek benannt, der mitten durch die Stadt fließt. Die Regenwahrscheinlichkeit ist mit einer durchschnittlichen Regenmenge von 4.100 Millimeter pro Jahr ausgesprochen hoch.

Interessant ist, dass Ketchikan bis heute keine Straßenanbindung an das Festland hat! Die Gemeinde ist nur mit dem Flugzeug oder mit einem Schiff bzw. einer Fähre erreichbar. Die Tongass Avenue, die direkt durch den Ort führt, endet 28 Kilometer nördlich von Ketchikan an der Settlers Cove State Recreation Area und im Osten etwa 20 Kilometer weiter am Beaver Fall Creek.

Heute leben die mehr als 8.000 Einwohner von Ketchikan hauptsächlich vom Fischfang und vom Tourismus. Der Hafen ist mittlerweile der zweitgrößte Kreuzfahrthafen in Alaska und wird jährlich von bis zu 500 Kreuzfahrtschiffen angelaufen. So liegen an manchen Tagen bis zu 6 Schiffe an den langgezogenen Kaianlagen der Kleinstadt.

Die Hafeninfo von Princess Cruises über Ketchikan

Anlegestelle: Berth 4
Ankunft: 11.00 Uhr
Abfahrt: 17.00 Uhr

Jeden Abend findet man auf seiner Kabine die Hafeninfo für das kommende Reiseziel. Der Flyer gibt einen sehr schönen Überblick über den Ort und inspiriert mit Tipps für die Erkundung der Region. Hier könnt Ihr Euch die ausführliche Hafeninfo von Princess Cruises von Ketchikan als .pdf Version herunterladen.

Hafeninfo, Ketchikan, Princess Cruises, Reisebericht, Alaska

Die Hafeninfo von Princess Cruises von Ketchikan

Unsere Privattour mit Ketchikan Tours

Wir haben lange recherchiert, wie wir Ketchikan und die Umgebung am besten erkunden können. Alles, was in der Stadt ist, kann man fußläufig auf eigene Faust erreichen. Aber viele Sehenswürdigkeiten liegen etwas außerhalb und hierher fahren leider keine öffentlichen Busse. Daher haben wir uns für eine private Tour entschieden und sind schnell bei Cruin MacGriogair von Ketchikan Tours gelandet. Cruin, oder auch Càrn genannt, kommt eigentlich aus Schottland, lebt aber schon seit vielen Jahren hier in Ketchikan. Wir haben per E-Mail besprochen, welche Dinge wir gerne sehen möchten und eine Tour für 4 Stunden vereinbart.

Auf der Suche nach Bären am Alaska Rainforest Sanctuary

Wir wurden von Càrn direkt am Hafen nach dem Anlegen unseres Schiffes abgeholt. Der erste Stopp unserer Tour war das Alaska Rainforest Sanctuary – ein 40 Hektar großes privates Reservat 14 Kilometer östlich von Ketchikan am South Tongass Highway. Diese Einrichtung bietet Führungen an, um die Tierwelt sowie die reiche Vielfalt an Pflanzen und Blumen in der Region zu entdecken. Zudem hat man hier an der Herring Cove die Möglichkeit, zur Zeit der Lachssaison Bären am Fluss zu sehen.

Allerdings sind wir nicht in das Rainforest Sanctuary reingegangen, sondern haben auf einem kleinen Parkplatz auf der anderen Flussseite geparkt. Der Blick auf das Gelände am Fluss ist hier im Endeffekt der gleiche – mit dem Vorteil, dass man keinen Eintritt von 89 USD zahlen muss! Leider hatten wir an diesem Morgen aber kein Glück und es hat sich kein Bär am Fluss gezeigt. Wie schade!

Alaska Rainforest Sanctuary, Ketchikan, Reisebericht, USA

Das Gelände des Alaska Rainforest Sanctuary

Dafür konnten wir auf dem Weg einen wunderschönen Weißkopfseeadler sehen – das stolze Symbol und Wappentier der USA. Und in einem anderen Baum war ein junger (noch brauner) Weißkopfseeadler, der mit seinen Lauten mächtig auf sich aufmerksam machte. Etwas weiter am Tongass Highway befindet sich noch ein hübscher kleiner Wasserfall, den wir kurz besucht haben.

Eine Wanderung durch die Settlers Cove State Recreation Area

Danch ging es für uns bis zum nördlichen Ende der Tongass Avenue, etwa 28 Kilometer nördlich von Ketchikan. Hier liegt die Settlers Cove State Recreation Area, ein Erholungsgebiet zum Wandern, Picknicken und Kajakfahren. Im gesamten Park gibt es eine Reihe von unterschiedlich langen Wanderwegen. Wir sind ein Stück entlang des “Lunch Creek Trails” gelaufen, der durch üppigen grünen Regenwald, über die “Lunch Creek Bridge” bis zum Strand der Clover Passage führt.

Der Lunch Creek war voll mit Lachsen, die sich ihren Weg vom Meer flussaufwärts gekämpft haben. Leider haben wir aber auch hier keine Bären sehen können, obwohl dass eigentlich der perfekte Ort gewesen wäre.

Der Totem Bight State Historical Park

Unser nächster Stopp war der Totem Bight State Historical Park – eine historische Stätte, in der man 15 kunstvoll geschnitzte Totempfähle und ein traditionelles Häuptlingshaus bestaunen kann.

Ein Totempfahl ist eine monumentale Skulptur, die aus einem großen Baumstamm geschnitzt und anschließend bemalt wird. Totempfähle waren vor allem bei den Indianern der amerikanischen Nordwestküste verbreitet und wurden aus unterschiedlichen Gründen errichtet. Sie erinnern an Verstorbene, erzählen die Geschichte einer Familie oder repräsentieren die Stellung einer Familie innerhalb der Gemeinschaft. Durch die Verwitterung des Holzes werden Totempfähle – wenn sie nicht gesondert geschützt werden – selten älter als 100 Jahre.

Da am heutigen Tag der “Labor Day” in den USA gefeiert wurde, musste man keinen Eintritt in den Park zahlen (sonst 5 USD pro Person). Der Park ist aber auch nicht sehr groß und man ist hier relativ schnell durchgelaufen. Entlang eines Rundwegs haben wir uns die 15 Totempfähle und das Häuptlingshaus angeschaut und sind dann zurück nach Ketchikan gefahren. Die historische Stätte ist übrigens seit 1970 im National Register of Historic Places der USA eingetragen.

Das historisches Viertel Creek Street

Der letzte Stopp unserer heutigen Tour war die Creek Street – eine historische Promenade, die auf Pfählen entlang der Ufer des Ketchikan Creeks in Ketchikan steht. Die Creek Street war zu Beginn des 20. Jahrhunderts lange Zeit berüchtigt als Rotlichtviertel der Stadt. Der Ursprung liegt in einer Stadtverordnung von 1903, die Bordelle aus dem Stadtzentrum in das Gebiet der “Indian Town” verbannte. Auf diesem schwierigen Gelände am Fluss entstanden über die Jahre zahlreiche von Holzpfählen getragene Häuser. Berühmt unter ihnen sind der Stern, das eines der größten Bordelle war, und das Dolly’s House, das heute ein Museum ist. Die Creek Street wurde 2014 in das National Register of Historic Places aufgenommen.

Weitere Eindrücke von Ketchikan

Von der Creek Street sind wir dann zurück Richtung Hafen gelaufen. Dieser liegt nur gut 700 Meter entfernt und ist in 10 Minuten zu erreichen. Im Stadtzentrum findet man viele kleine Geschäfte, Souvenirläden, Restaurants, Denkmäler und das berühmte Schild mit den beiden Slogans von Ketchikan.

Prepaid SIM Karte für die USA

Normalerweise nutzen wir im Urlaub immer die kostenlosen WLAN-Netze am Flughafen, in Starbucks-Filialen, bei McDonald’s oder in den Hotels. Irgendwo findet sich irgendwie immer ein Netz 🙂

Aber in Alaska ist das natürlich etwas schwieriger. Daher hatten wir uns – wie auch bei unserem letzten Roadtrip durch Kalifornien – wieder dazu entschlossen, vorab eine Prepaid SIM Karte für unsere Zeit in den USA bei Amazon Werbung / Affiliate zu besorgen. Mit 50 GB Traffic für 10 Tage hat das im 4G LTE-Netz von T-Mobile 27,99 Euro gekostet. Nachdem man die Karte per Post erhalten hat, muss man diese im Voraus online aktivieren und gibt dort den Zeitpunkt an, ab wann die SIM-Karte gültig sein soll. Das ist sehr einfach und im Nachhinein war das eine super Investition, denn so waren wir mobil immer erreichbar und konnten jederzeit auf unsere vorab erstellen Google MyMaps Katen schauen, E-Mails checken oder Whatsapp schreiben. Das macht vieles wirklich einfacher 🙂

Wer also eine gute Prepaid Karte sucht, findet hier bei Amazon Werbung / Affiliate viele gute Angebote.

Alle Reiseberichte unserer Alaska-Kreuzfahrt

Unsere Kreuzfahrt mit der Royal Princess führte uns eine Woche an der Küste entlang ab Vancouver in Richtung Norden bis nach Whittier (Anchorage). Bei diesem tollen Kreuzfahrt-Abenteuer rund um den nördlichsten Bundesstaat der USA haben wir die Städte Ketchikan, Juneau sowie Skagway besucht. Zudem haben wir eine Scenic-Cruise im Glacier Bay Nationalpark und im College Fjord unternommen mit atemberaubenden Ausblicken auf die Gletscher von Alaska.

Route Alaska Kreuzfahrt Princess Cruises
Tag 1: Einreise nach Kanada (eTA Antrag) & in die USA (ESTA Antrag)
Tag 1: Royal Princess – Unser Schiff für die Alaska-Kreuzfahrt
Tag 1: Die Sehenswürdigkeiten von Vancouver
Tag 2: Seetag
Tag 3: Ketchikan – Totempfähle, Weißkopfseeadler & Lachse
Tag 4: Juneau - die Hauptstadt Alaskas
Tag 4: Juneau – Whale Watching Tour & Besuch des Mendenhall-Gletscher
Tag 5: Skagway – Ein Spaziergang durch die alte Goldgräberstadt & ein Hundeschlitten-Abenteuer
Tag 5: Haines – Bären und Weißkopfseeadler am Chilkoot River (Wildlife Tour)
Tag 6: Scenic Cruise durch den Glacier-Bay Nationalpark
Tag 7: Scenic Cruise durch den College Fjord & Ankunft in Whittier
Tag 8: Anchorage – Seward Highway & das Alaska Wildlife Conservation Center


iWeiterführende Links:
Ketchikan Tours – Explore Ketchikan in a New Way
ToursbyLocals – Private Tours By Local Guides
Alaska State Parks – Fees by Park Facility
Princess Cruises – Alaska Kreuzfahrten
YouTube – Explore Alaska with Princess Cruises

Blogger Kooperation

Anzeige: Dieser Beitrag enthält Werbung. Zu der Alaska-Kreuzfahrt auf der Royal Princess wurden wir von Princess Cruises eingeladen. Unsere Meinung bleibt davon unberührt und wir haben ausschließlich unsere eigenen Erfahrungen und Eindrücke geschildert.


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