Der Vulkan Teide & Parque Nacional del Teide auf Teneriffa

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Der Vulkan Teide mit dem dazugehörigen Nationalpark ist neben dem Loro Park in Puerto de La Cruz sicherlich das Highlight für einen Besuch auf Teneriffa. Der Nationalpark, der zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört, wird jährlich von bis zu 5 Millionen Besuchern besucht und gehört damit zu den meistbesuchten Nationalparks der Welt. Von der Spitze des Vulkans in 3.715 Metern Höhe hat man grandiose Aussichten über die Insel Teneriffa und die mit 17 Kilometern Durchmesser riesige Caldera namens Las Cañadas.

Teide Teneriffa Headerbild

Der Nationalpark El Teide – ein UNESCO Welterbe

Wissenswertes über den Nationalpark und den Pico del Teide

Der Parque Nacional del Teide ist mit 190 km² der größte und älteste der vier auf den Kanaren existierenden Nationalparks. Er besteht aus einer einzigartigen Kraterlandschaft, verschiedenen Vulkanen, versteinerten Lavaflüssen und der beeindruckenden Silhouette des Vulkans Teide. Der Teide ist das Wahrzeichen von Teneriffa und mit seinen 3.715 Meter Höhe zudem der höchste Berg Spaniens. Der größte Teil des Nationalparks befindet sich inmitten der riesigen Caldera (Las Cañadas) mit 17 Kilometern Durchmesser. Die Kraterwände zieht sich in einem Kreisbogen über 25 Kilometer und auf bis zu 600 Meter Höhe. Da die Caldera und das Teide-Massiv meist oberhalb der Wolkendecke liegen, ist es hier oftmals wolkenlos, wo hingegen an der Küste schonmal dichte Wolken durchziehen können.

Die Spitze des Pico del Teide liegt keine 15 Kilometer von der Küste entfernt. Misst man die Höhe des Teide vom Grund des Ozeans, so ist dieser ganze 7.500 Metern hoch! Nach den beiden Vulkanen Mauna Ioa und Mauna Kea auf Hawaii bildet das Vulkanmassiv des Teide damit die dritthöchste Vulkanstruktur der Welt.

Der Vulkan Teide gilt übrigens als nicht erloschen. Aus dem Inneren des Berges steigen an verschiedenen Stellen schwefelhaltige Dämpfe hervor. Der letzte Ausbruch am Teide-Massiv fand am 18. November 1909 am Chinyero, einem Schlackenkegel 10 Kilometer nordwestlich des Gipfels statt. Der letzte Ausbruch innerhalb der Caldera ereignete sich im Jahre 1798 an den Narices del Teide, die an der Flanke des westlichen Nachbarvulkans Pico Viejo liegen.

2007 wurde das Gebiet des Nationalpark El Teide von der UNESCO in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen.

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Der Nationalpark El Teide auf Teneriffa

Wie kommt man zum Vulkan Teide?

Es gibt 3 unterschiedliche Möglichkeiten, um zum Berg Pico de Teide auf Teneriffa zu kommen: mit einem öffentlichen Bus, einer geführten Tour oder dem eigenen Mietwagen.

Mit dem Bus

Es gibt 2 Busverbindungen zum Teide Nationalpark: ein Bus der Linie 348 von Puerto de la Cruz (Abfahrt 9.30 Uhr) und ein Bus der Linie 342 von Costa Adeje (Abfahrt 9.15 Uhr). Diese fahren aber nur freitags, samstags, sonntags und an Feiertagen und auch nur 1x pro Tag (morgens hin & nachmittags zurück).

Mit einer geführten Tour

Egal ob Quadtouren, Sternbeobachtungen oder eine Wanderung zum Sonnenaufgang – es gibt viele verschiedene Touren auf Teneriffa, die man mit einem Besuch des Teide verbinden kann. Eine gute Auswahl an Angeboten findet man bei GetYourGuide.

Mit dem Auto

Um mit dem Auto zum Teide zu gelangen, stehen insgesamt vier verschiedene Routen zur Verfügung.

– die TF-24 von Santa Cruz de Tenerife und San Cristóbal de La Laguna
– die TF-21 von Puerto de la Cruz oder La Orotava
– die TF-38 von Los Gigantes und Chío
– die TF-21 von Playa de Las Américas oder Los Cristianos über Vilaflor

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Die Zufahrtsstraßen zum Nationalpark El Teide

Kann man mit einem Baby oder Kleinkind auf den Teide?

Wir haben uns natürlich gefragt, ob es sinnvoll ist, mit unserem 9-monatigen Baby die Fahrt zum Teide Nationalpark zu machen. Und wir können davon nur abraten. Wir haben gelesen, dass Babys im ersten Lebensjahr keine Höhe über 1.500 Metern überschreiten sollten. Der kritische Punkt liegt bei 2.500 Metern, denn ab dieser Grenze können laut der Deutschen Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin bei Babys und Kleinkindern höhenbedingte Krankheiten sowie Atemnot auftreten. Deshalb sollte man immer am besten 500 bis 1.000 Meter unter jener Grenze bleiben.

Der Teide Nationalpark liegt im Wesentlichen in einer Höhe von über 2.000 Metern. Die Talstation der Seilbahn liegt z.B. in einer Höhe von 2.356 Metern und man selber merkt den Druck auf den Ohren. Kinder unter 3 Jahren dürfen generell nicht mit der Seilbahn hinauf zum Teide fahren, da es aufgrund der Höhe zu Gesundheitsproblemen kommen könnte. Aus demselben Grund dürfen auch schwangere Frauen dies nicht tun.

Wir hatten uns deshalb dazu entschlossen, diesen Ausflug nicht mit unserem Baby zu machen und so ist Michael leider alleine gefahren. Aber hier geht die Sicherheit einfach vor. Eine gute Zusammenfassung, was man mit Babys oder Kindern darf und was nicht erlaubt ist, findet man hier.

Die Routen TF-38 und TF-21 durch den Nationalpark

Da sich unser Hotel RIU Buenavista im Süden von Teneriffa befand, war der beste Weg zum Teide die Route TF-38. Schon gleich am Anfang der Strecke gibt es einen schönen Aussichtspunkt. Der „Mirador de Chirche“ bietet einen tollen Panoramablick über die Südküste von Teneriffa. Von hier aus geht es stetig weiter nach oben, vorbei durch Wälder und viele alte Lavafelder. Immer wieder gibt es schöne Haltebuchten mit grandiosen Ausblicken. Die TF-38 ist neu ausgebaut, sehr gut zu fahren und hat so gut wie keine Serpentinen.

Der Eingang zum „Parque Nacional del Teide“ befindet sich bei Kilometer 9 in einer Höhe von 1.800 Metern. Der Eintritt in den Nationalpark ist kostenlos.

Als nächstes gelangt man zu den Aussichtspunkten „Mirador de Sámar“ und „Las Narices del Teide„. Der Mirador de Sámara liegt auf einer Höhe von ca. 1.800 Metern und man hat von dort einen wunderbaren Blick auf den kleinen Vulkan mit dem Namen Sámara. Der Aussichtspunkt „Las Narices del Teide“ zeigt eine Landschaft von erkalteten Lavaströmen am Fuße des Pico Viejo, der das letzte Mal 1798 ausgebrochen ist. Der Pico Viejo, der auch Chahorra Vulkan genannt wird, liegt auf 2.500 Metern Höhe und ist der nächstgelegene Krater zum Teide. Der Ausbruch dauerte vom 9. Juni bis zum 8. November 1798 an und ist damit der längste bekannte Ausbruch in der Geschichte Teneriffas.

Die Straße TF-38 geht schließlich in die TF-21 über, die aus südlicher Richtung von Vilaflor kommt. Man befindet sich jetzt am südlichen Rand der Caldera, dem gigantischen vulkanischen Einsturzkessel des Teide mit etwa 17 Kilometer Durchmesser. Der Boden dieses Kessels liegt auf 2.000 Meter Höhe und wird im Süden von bis zu 600 Meter hohen Steilwänden begrenzt, die wie ein natürlicher Wall das Innere der Caldera umgeben. Die gesamte Fläche des gigantischen Urkraters ist seit mehr als 50 Jahren Nationalpark und steht unter strengem Schutz.

Einen tollen Ausblick auf die riesige Caldera hat man von den Aussichtspunkten „Llano de Ucanca„, „Azulejos II“ und „La Ruleta„.

Die Felsgruppe Los Roques

Ein Highlight des Teide Nationalparks ist die Felsgruppe Los Roques. Die Felsformation liegt etwa fünf Kilometer südlich des Gipfels des Teide auf einer Höhe von etwa 2.200 Metern direkt an der Straße TF-21. Hier gibt es auch einen großen kostenlosen Parkplatz.

Die Felstürme erreichen eine Höhe von bis zu 200 Metern. Einige bekannte Felsen sind die Roques Blancos, El Callejón, El Queso, Rincón Amarillo, Placas de Guillermo, Roque El Tripi, Macumba, Roque del Burro, Roque Méndez, Roque América, Roque Cinchado und Torrotito. Der bekannteste der bizarr geformten Türme aus vulkanischem Gestein ist der als Turm geformte Roque Cinchado, der auch „Steinerner Baum“ oder „Finger Gottes“ genannt wird und als Wahrzeichen Teneriffas gilt. Die Felsgruppe La Cathedral ist mit etwa 200 Metern die höchste Erhebung der Los Roques.

Vom Parkplatz aus gesehen auf der anderen Straßenseite befindet sich das Besucherzentrum Cañada Blanca, die kleine Wallfahrtskirche Ermita de las Nieves und das Hotel Parador de Las Canadas del Teide. Hier kann man also direkt im Nationalpark übernachten und hat einen einmaligen Blick auf den Vulkan Teide, die Caldera de Cahorra und den Berg Montaña Blanca. Ein weiteres Besucherzentrum (El Portillo) befindet sich am nördlichen Eingang des Teide-Nationalparks.

Die Seilbahn zur Bergspitze des Teide

Die Talstation der Seilbahn zur Spitze des Teide (Teleférico del Teide) liegt in einer Höhe von 2.356 Metern. Hier befindet sich ein großer Parkplatz mit 220 kostenlosen Stellplätzen, eine Bar, ein Restaurant, ein Souvenirladen und öffentliche Toiletten. Seit 1971 kann man mit der Seilbahn, deren Gondeln bis zu 44 Personen befördern können, mit einer Höchstgeschwindigkeit von 8 m/s innerhalb von acht Minuten zur Bergstation des Teide in 3.555 Metern Höhe fahren.

Die Seilbahn ist ganzjährig von 9 bis 17 Uhr geöffnet, die letzte Auffahrt ist um 16 Uhr. Die Gondeln fahren alle 10 Minuten. Eine Hin- und Rückfahrt kostet pro Erwachsenem derzeit 37 EUR, mit Audioguide 39,50 EUR. Möchte man mehr über den Vulkan auf Teneriffa erfahren, so kann man auch das Seilbahnticket inkl. einer geführten Wanderung zum Mirador Pico Viejo kaufen. Dieses kostet 49 EUR. Man sollte vorher auf der offiziellen Webseite immer überprüfen, ob die Seilbahn in Betrieb ist, denn aus Sicherheitsgründen wird die Bahn bei starkem Wind und bei Vereisung nicht betrieben.

Die Tickets für die Seilbahn werden derzeit ausschließlich online unter www.volcanoteide.com verkauft.

Ich war morgens bereits um kurz nach 9 Uhr an der Talstation der Seilbahn und hatte noch kein Ticket. Dank kostenlosem WiFi konnte ich aber problemlos ein Ticket online kaufen und saß 10 Minuten später bereits in der Gondel. Der Vorteil zu dieser frühen Zeit ist, dass noch extrem wenig los ist. Wir waren nur zu dritt in der Gondel 😉 Als ich gegen 11 Uhr wieder runtergefahren bin, sah das schon völlig anders aus. Zu dieser Zeit kommen die meisten Tourenbusse und Kreuzfahrtgäste an und die entgegenkommenden Gondeln waren richtig voll. Es lohnt sich also wirklich, sehr früh hier zu sein.

Wer nicht mit der Seilbahn zur Spitze des Teide fahren möchte, der kann auch eine mehrstündige Wanderung machen. Eine gute Übersicht über die verschiedenen Wanderrouten findet man hier oder hier.

Der grandiose Ausblick vom Vulkan Teide

Wichtig zu wissen ist, dass man mit der Seilbahn nicht bis ganz zum Gipfel des Teide kommt. Die Bergstation liegt auf 3.555 Metern Höhe, also etwa 160 Meter unter dem Gipfel (3.715 Meter). Die restlichen Meter bis zur Spitze kann man nur mit einer Sondergenehmigung besteigen.

Von der Bergstation hat man einen tollen Blick auf den gesamten Nationalpark. Von hier führen Wanderwege zu den Aussichtspunkten „La Fortaleza“ im Norden und „Pico Viejo“ im Süden.

Die Route zum Aussichtspunkt des Vulkans Pico Viejo verläuft beinahe ohne Höhenunterschiede und eröffnet am Ende des Weges einen Blick auf die Südseite der Insel Teneriffa, die Inseln La Gomera, El Hierro, La Palma und den Vulkankrater Pico Viejo. Der Wanderweg ist zwar nicht schwierig, aber der geringere Sauerstoffgehalt ist deutlich zu merken. Der Wanderweg zum Aussichtspunkt La Fortaleza bietet eine hervorragende Aussicht auf den Norden von Teneriffa.

Egal welchen Wanderweg man nimmt, überall sieht man bizarr geformte Strukturen, erkaltete Lavaflüsse oder gelblich schimmernde Schwefelfelder und man hat von beiden Seiten einen herrlichen Blick in den großen Vulkankessel, die Caldera Cañadas del Teide.

Wie kommt man zur Spitze des Vulkans Teide?

Aus umweltbedingten Gründen ist der Zugang auf den Gipfel des Vulkans Teide auf einer Höhe von 3.715 Metern nur mit einer speziellen Erlaubnis der Parkverwaltung gestattet. Diese Genehmigung ist kostenlos online unter reservasparquesnacionales.es erhältlich.

Es dürfen nur eine begrenzte Anzahl von Personen pro Tag auf die Spitze des Berges. Daher sind die kostenlosen Tickets meist schon über Wochen oder Monate ausverkauft! Alternativ kann man kostenpflichtige Tickets auf volcanoteide.com oder bei GetYourGuide kaufen. Inklusive einer Abholung vom Hotel, der Seilbahntickets und dem Aufstieg auf den Gipfel des Teide kosten diese aktuell 81,50 EUR.

Lohnt sich ein Besuch des Nationalparks und des Vulkans?

Ja, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall und zählt zu den Highlights von Teneriffa. Alleine die Fahrt von der Küste bis hoch in den Nationalpark, vorbei an alten Lavafeldern, Vulkanen und Gesteinformationen, ist ein tolles Erlebnis. Gerne könnt Ihr Euch auch mal unsere anderen Reiseberichte zu unseren bisher besuchten Vulkanen ansehen 🙂

Hawaii: Fließender Lava ganz nah – Ein Lava Hike auf Big Island
Hawaii: Sonnenaufgang vom Gipfel des Haleakala Vulkans
Indonesien: Der Dampfende Krater des Mount Bromo
Indonesien: Eine Wanderung zum Ijen Krater auf der Insel Java
St. Vincent: Unsere Vulkanbesteigung des La Soufrière
Galapagos-Inseln: Die Vulkanlandschaft des Sierra Negra auf der Insel Isabella

Eine Karte mit allen Sehenswürdigkeiten & Fotospots auf Teneriffa

Auf folgender Google MyMaps Karte haben wir alle wichtigen Sehenswürdigkeiten, Attraktionen und Fotospots auf Teneriffa eingezeichnet.
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