Yosemite Nationalpark – Mariposa Grove & der Grizzly Giant (USA)

Kategorien: Reiseberichte, Nordamerika, USA, Kalifornien

Nachdem wir gestern den Yosemite Nationalpark von Osten über den Tioga Pass erkundet haben, ging es für uns heute von unserem Hotel in Mariposa über den Südeingang des Parks als erstes zu den Riesenmammutbäumen (Giant Sequoias) des Mariposa Grove.

Yosemite

Der Mariposa Grove im Yosemite Nationalpark

Die Riesenmammutbäume (Giant Sequoias) des Yosemite Nationalparks leben in drei Hainen im Park. Der Mariposa Grove ist der größte Mammutbaumhain im Yosemite Nationalpark und beherbergt über 500 Riesenmammutbäume. Zwei kleinere und weniger besuchte Orte sind die Tuolumne- und Merced-Groves bei Crane Flat.

Am leichtesten zugänglich ist der Mariposa Grove in der Nähe des Parkeingangs Süd, abseits der Wawona Road (Highway 41). Am Besucherzentrum “Mariposa Grove Welcome Plaza” befindet sich eine große Parkfläche für etwa 300 Autos und Wohnmobile. Ab hier nutzt man dann den kostenfreien Shuttle Bus zum Eingang des Mariposa Grove. Der Shuttle-Verkehr setzt ab 8 Uhr ein und fährt etwa alle 10 Minuten bis 17 Uhr; im Sommer sogar bis 20 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten kann man mit dem eigenen Auto sogar bis zum Mariposa Grove fahren; normalerweise ist diese Zufahrt nur für Busse befahrbar. Das ist für die Winterzeit ganz praktisch, da zu dieser Zeit kein Shuttle-Service verfügbar ist.

Wissenswertes über die Riesenmammutbäume (Giant Sequoias)

Riesenmammutbäume sind an den Westhängen der Sierra Nevada in Höhenlagen zwischen 1.350 und 2.500 Metern beheimatet. Da die Riesenmammutbäume im natürlichen Verbreitungsraum eine vom Aussterben bedrohte Art sind, stehen sie heute zum größten Teil unter Schutz – wie beispielsweise hier im Yosemite Nationalpark. Durch Nachzüchtungen ist der Riesenmammutbaum außerhalb seiner kalifornischen Heimat weltweit verbreitet, beispielsweise als Parkbaum in West- und Mitteleuropa.

Riesenmammutbäume können Wuchshöhen von bis zu 95 Metern erreichen und Stämme mit einem Durchmesser von bis zu 17 Metern. Riesenmammutbäume wachsen nicht ganz so hoch wie die Küstenmammutbäume, die wir in den Muir Woods bei San Francisco gesehen haben. Dafür erreichen sie größere Stammdurchmesser und zählen daher zu den massivsten Bäumen der Welt.

Die ältesten Riesenmammutbäume sind über 2.500, vielleicht auch bis zu 3.900 Jahre alt. Damit gehören Riesenmammutbäume zu den ältesten lebenden Organismen der Erde. Anhand ihrer Baumringe, die man über einen Bohrkern auswerten kann, lässt sich das Alter sehr gut feststellen. Die Rinde des Riesenmammutbaums ist faserig, gefurcht und kann 90 cm dick an der Basis des Säulenstammes sein. Die Rinde bietet dem Baum einen erheblichen Schutz vor Brandschäden. Die Blätter sind immergrün, 3-6 mm lang und spiralförmig an den Trieben angeordnet.

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Unser Rundgang durch den Mariposa Grove

Um die Mächtigkeit der Riesenmammutbäume hautnah spüren zu können, sollte man unbedingt einen Spaziergang durch den Mariposa Grove machen.

Eine Karte der Wanderwege

Es gibt unterschiedlich lange Wanderwege durch den Mariposa Grove: Angefangen von ganz kurzen Rundwegen, die nicht länger als 15 Minuten dauern, bis hin zu längeren Wanderungen, die einen halben Tag dauern können. Auf der Seite des Yosemite Nationalparks findet man eine schöne Karte, in der alle Wanderwege innerhalb des Mariposa Grove eingezeichnet sind. Wir haben uns für den 3,2 Kilometer langen Grizzly Giant Loop Trail entschieden, für den wir inklusive der Fotostopps etwa 1 Stunde gebraucht haben.

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Eine Karte mit den Wanderwegen im Mariposa Grove

Der “Fallen Monarch”

Das erste Highlight auf dem Wanderweg ist sicherlich der Fallen Monarch, der hier vor mehr als dreihundert Jahren umgefallen ist und beeindruckend aussieht. Da Riesenmammutbäume resistent gegen Fäulnis sind, ist der Fallen Monarch heute noch sehr gut erhalten.

Die Bäume “Bachelor & Three Graces”

Beeindruckend ist auch die als Bachelor & Three Graces benannte Gruppe von vier Bäumen, von denen drei sehr dicht beieinander wachsen, und ein vierter etwas weiter entfernt im Vordergrund steht. Da die Wurzeln der Bäume so stark miteinander verflochten sind, vermutet man, dass, wenn einer von ihnen fallen würde, er wahrscheinlich die anderen mitnehmen würde. Es ist unglaublich, wie winzig man sich fühlt, wenn man am Fuße solch eines Baums steht 😉

Der 2.700 Jahre alte Baumriese “Grizzly Giant”

Der Grizzly Giant ist mit 2.700 Jahren der älteste Baum und das Highlight im Mariposa Grove. Mit seinem Volumen von 963 m³ ist er der zweitgrößte Baum im Mariposa Grove und laut Wikipedia der 25. größte heute lebende Riesenmammutbaum der Welt.

Der “California Tunnel Tree”

Der Durchgang bzw. Tunnel durch den California Tunnel Tree wurde 1895 eröffnet, um es Pferdekutschen zu ermöglichen, durch den Baum hindurchzufahren. Natürlich war das aus Marketingsicht auch eine gute Maßnahme, denn mit Hilfe dieser Attraktion hat man damals schon mehr Besucher in den Park locken können. Der California Tunnel Tree ist derzeit der einzige lebende Riesenmammutbaum mit einem Tunnel, nach dem Wegfall des Wawona Tunnel Tree im Jahr 1969 und dem Fall des Pioneer Cabin Tree im Jahr 2017.

Weitere Eindrücke vom Mariposa Grove

Während unseres einstündigen Spaziergangs durch den Mariposa Grove haben wir noch weitere schöne Riesenmammutbäume gesehen. Und inmitten all der riesigen Bäume sieht man manchmal auch ein kleines Grauhörnchen 🙂

Unsere Reiseberichte von Kalifornien (2018)

Für unsere 2 Wochen in Kalifornien haben wir uns eine schöne Selbstfahrer-Route zusammengestellt, die sowohl City-Sightseeing als auch Shopping und grandiose Natur beinhaltet. Unser Start ist in San Francisco und von dort geht es dann mit einem Mietwagen weiter nach Sacramento und zum Lake Tahoe. Entlang des U.S. Highway 395 fahren wir dann über den 3.000 Meter hoch gelegenen Tioga Pass zum Yosemite Nationalpark, bevor wir wieder Richtung Pazifikküste nach Monterey Bay fahren. Der letzte Teil der Reise führt uns entlang des Pacific Coast Highway (California State Route 1) bis nach Los Angeles. Alles in allem eine schöne Route (siehe Google Maps) mit einer Gesamtlänge von ca. 1.500 Kilometern 🙂
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2 Kommentare
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Monika
Monika
7. Januar 2020 11:30

Hallo Sandra und Michael,

ich bin in vielen Städten bzw Punkten die ihr in diesem Reisebericht beschrieben habt, auch schon gewesen. Ich bin total fasziniert von eurer Beschreibung. Ich finde mich überall wieder. Wir haben für dieses Jahr eine Mietwagenreise gebucht. Route SF, Sacramento, Lake Tahoe , Mono Lake, Yosemite, Santa Cruz u d zum Schluss SF. Ich habe hier bei euch so viele Anregungen und Informationen erhalten. Vielen , vielen Dank. Ich werde bestimmt noch oft auf eure Seiten zurück greifen.
Ich wünsche euch noch ganz viele, tolle Reisen.

Achja, und eure Starbuckstassensammlung einfach toll.

Liebe Grüsse
Monika